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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Pettie; Petzl; Peyrol; Pfannschmidt; Pfeiffer

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Pettie - Pfeiffer.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Pettenkofen'

Paar, Zigeuner seine Pfeife anzündend. 1866 wurde er Mitglied der Akademie in Wien, 1867 Ehrenmitglied der Akademie in München und 1876 in den Ritterstand erhoben.

Pettie (spr. péttih), John, schott. Historien- und Genremaler, geb. 1839 zu Edinburg, anfangs Schüler der dortigen Akademie, später der Maler Robert Scott, Lauder und John Ballantyne. Unter ihnen stellte er bereits 1859 in London das Bild: die Waffenschmiede aus. Unter seinen an Wert ziemlich ungleichen, manchmal charakter- und ausdrucksvollen, manchmal etwas oberflächlich behandelten Bildern gehören zu den bedeutendern: das Kriegsgericht zu Drumhead (infolge dessen er Genosse der Akademie in London wurde), die Tonsur, die Ungnade des Kardinals Wolsey, Julie und Bruder Lorenz, die Jakobiten, die Drohung, ein Ritter des 17. Jahrhunderts, ein Gefecht mit Schwert und Dolch (1877). 1873 wurde er an Landseers Stelle Mitglied der Akademie.

Petzl, Ferdinand, Architekturmaler, geb. 19. Okt. 1819 zu München, jüngerer Bruder des Genremalers Joseph P. (1803 bis 1871), erhielt in seiner Vaterstadt Zeichenunterricht, widmete sich dann der Malerei und wählte hierin das Architekturfach, worin das Innere wie das Äußere älterer, stilistisch interessanter Kirchen sein Hauptgebiet ist. Seine Studienreisen führten ihn durch einen großen Teil von Deutschland und die angrenzenden Länder. Besonders gern stellte er außer den Kirchen seiner Vaterstadt die mittelalterlichen Gebäude in Ulm, Rotenburg a. T., Nürnberg, Regensburg und Augsburg dar. Manche seiner zahlreichen Ölgemälde und Zeichnungen sind durch Steindruck vervielfältigt.

Peyrol (spr. päróll), s. Bonheur, Juliette (S. 65).

Pfannschmidt, Karl Gottfried, Maler der religiösen Historie, geb. 15. Sept. 1819 zu Mühlhausen i. Th., ging 1835 nach Berlin, wo er sich unter Daege und später unter Cornelius ausbildete, der ihn vor allen Dingen auf die monumentale Kunst hinwies. Dann besuchte er mehrmals Italien und studierte dort ↔ namentlich die Meister des 15. und 16. Jahrh. Seine Bilder, ausschließlich religiösen oder vielmehr biblischen Inhalts, sind der Erguß eines echt gläubigen protestantischen Gemüts, voll Tiefe der Empfindung, Adel und Reinheit des Ausdrucks und einem der idealen Auffassung entsprechenden Kolorit. Dahin gehören als seine Hauptschöpfungen: die Austeilung des Abendmahls in der Schloßkapelle zu Berlin (stereochromisch), Wandmalereien in der Schloßkirche zu Schwerin, Altarbild in der Paulskirche daselbst, die Auferstehung in der Kirche zu Barth in Pommern, Altarbild in der St. Gotthardskirche zu Brandenburg a. H., Kartons zu Glasgemälden für die Nikolaikirche in Berlin, für den Dom in Magdeburg und für das Mittelfenster des Chors der neuen Garnisonkirche in Stuttgart (mit dem Hauptbild der Kreuzabnahme) und Altarbild für die Friedenskirche in Bremen (»Friede sei mit euch«). Meisterhaft sind seine sieben Zeichnungen aus dem Leben des Moses (gestochen von Ludy), seine acht Blätter: das Wehen des Gerichts und seine sechs Kartons aus dem Leben des Propheten Daniel (in der Nationalgallerie). Eine Zeitlang war er auch als Bildhauer thätig, modellierte einige Porträtstatuetten, eine kleine Gruppe der Maria mit dem Kind und einen Heiland als guten Hirten. Er ist Professor an der Akademie in Berlin, Mitglied des Senats derselben, Ritter des Roten Adlerordens vierter Klasse und des belgischen Leopoldsordens.

Pfeiffer, 1) Engelbert, Bildhauer aus Hamburg, machte seine Studien unter Heidel in Berlin, war zwei Jahre Leiter der Fernsichter Thonwarenfabrik in Kellinghusen bei Kiel und ließ sich dann in seiner Vaterstadt nieder, wo er besonders für die innere plastische Ausschmückung der Nikolaikirche beschäftigt war. Für diese schuf er mehrere Statuen, ferner das treffliche Modell einer Schiller-Statue für Kiel, elf kolossale Statuen für ein Schloß in Morton Hall, vier lebensgroße Statuen für den Generalkonsul Reimers (England), eine Büste des Herzogs Friedrich von Augustenburg und das Denkmal des Majors Jungmann in Hamburg.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 416.