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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Popelin; Poppel; Pöppel; Portaels; Porter

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Popelin - Porter.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ponscarme'

mont und Oudiné, stellte anfangs viele anonyme Porträtmedaillons aus, später zahlreiche andre mit Namen sowie Porträtbüsten in Gips und in Bronze und erwarb sich hierin einen bedeutenden Ruf. Eine große Sammlung von diesen und von Erinnerungsmedaillen hatte er auf der Pariser Ausstellung von 1878. Infolge der Ausstellung von 1867 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Popelin (spr. popp'läng), Claudius Marcel, franz. Öl- und Emailmaler und Schriftsteller, geb. 1825 zu Paris, Schüler von Picot und Ary Scheffer, ergriff zuerst die Ölmalerei und brachte 1852-61 mehrere historische Bilder auf die Ausstellungen. Dann ging er mit verschiedenem Erfolg zur Emailmalerei über und brachte z. B.: Julius Cäsar, Johannes Picus von Mirandola (1864), Napoleon III., die Wiederherstellung der Wissenschaften (1865), die Wahrheit und ihre Eiferer etc. Seit 1867 erschien er zwar nicht mehr auf den Ausstellungen, fuhr aber mit der Emailmalerei der Porträte und der Allegorien fort. Seine Arbeiten sind von großartiger Auffassung und von historischer Genauigkeit. Seine Schriften, meistens technischen Inhalts, sind von ihm selbst mit Holzschnitten illustriert: »L'émail des peintres« (1866), »L'art de l'émail« (1868), »Les vieux arts du feu« (1869) und das poetische Werk »Cinq octaves de sonnets« (1875), mit Holzschnitten nach seinen Zeichnungen. 1869 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Poppel, Johann Gabriel Friedrich, Kupfer- und Stahlstecher, geb. 1809 zu Lauf am Holz bei Nürnberg, war Schüler von Friedr. Geißler und seit 1829 von Frommel in Karlsruhe, wo er sich besonders im Stahlstich ausbildete. Nach mehrmaligen Reisen nach London errichtete er in München eine renommierte Anstalt für den Stahlstich, aus der eine Reihe der trefflichsten Blätter, teils einzelne, teils größere Werke, hervorgingen; unter den erstern z. B.: Schloß Hohenschwangau, nach Dom. Quaglio; Mazeppa, nach Fohr; der Dom zu Köln in seiner Vollendung, nach Gerhardt (1841); zwei Blätter nach Claude Lorrain; viele architektonische ↔ Blätter in Försters »Denkmälern der deutschen Kunst«; unter den letztern: »Malerische Ansichten aus Nürnberg«, mit Text von Lösch, und »Erinnerungen an das bayrische Hochland«, nach Scheuchzen.

Pöppel, Heinrich Rudolf Albert, Landschaftsmaler, geb. 28. Febr. 1823 zu Königsberg i. Pr., wendete sich frühzeitig nach München, wo er seitdem beständig lebt. Besonders gelungen sind seine Wald- und Stimmungslandschaften und seine Darstellungen der Alpengegenden, z. B. noch 1879 auf der Ausstellung in München seine oberbayrische Waldlandschaft.

Portaels (spr. portahls), Jean François, belg. Historienmaler, geb. 1. Mai 1818 zu Vilvorde bei Brüssel, war Schüler von Navez in Brüssel und von Delaroche in Paris. Nachdem er 1841 den großen römischen Preis erhalten und sich infolgedessen in Rom weiter gebildet hatte, bereiste er den Orient, Spanien und Ungarn. Seine Bilder, unberührt von der jetzigen belgischen Richtung, zeigen noch ganz die klassischen Traditionen; sie sind mit Geschmack komponiert und mit Fleiß ausgeführt, lassen aber oft ziemlich kalt. Zu seinen Hauptbildern gehören: der Stern der Weisen, eine sehr poetisch aufgefaßte Flucht nach Ägypten, Rebekka, der Leichenzug in der Wüste, Lea und Rahel, die Tochter Jephthas und die Tochter Zions (Hauptbild), der Selbstmord des Judas, eine Loge im Theater zu Pest, dazu noch einige Genrebilder und sehr charaktervolle Porträte. Er erhielt 1851 den Leopoldsorden und wurde 1878 Direktor der Akademie in Brüssel.

Porter, Benjamin Curtis, amerikan. Porträtmaler, geb. 27. Aug. 1843 zu Melrose (Massachusetts), bildete sich als Autodidakt aus und ließ sich in Boston nieder, wo er sich mit glänzendem Erfolg der Porträtmalerei widmete und viele namhafte Persönlichkeiten malte. 1872, 1875 und 1878 machte er zu seiner weitern Ausbildung Reisen nach Europa und hielt sich in Venedig und in Paris auf. Am meisten gerühmt wurde 1877 auf der Ausstellung in New York sein Porträt einer Dame mit einem Hund. Unter seinen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 424.