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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Rabe; Radford; Radnitzky; Rahn

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Rabe - Rahn.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Raab'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

Schleier (Belvedere). Bald nachher malte er die wohlgetroffenen Porträte der kaiserlichen Familie in Miniatur, die großenteils durch Lithographie von Kriehuber vervielfältigt wurden.

2) Johann Leonhard, Kupferstecher und Radierer, geb. 29. März 1825 zu Schwaningen (Mittelfranken), war anfangs Schüler von Karl Mayer in Nürnberg, dann von Reindel und besuchte von 1844 an die Akademie in München. Nachdem er einige Jahre in Nürnberg selbständig gearbeitet hatte, wurde er 1869 Professor der Kupferstecherkunst an der Akademie in München. Zu seinen besten Stichen in Linienmanier, in denen das malerische Prinzip zur Geltung gebracht ist, gehören: die Weinprobe und der Morgenkuß, beide nach G. Flüggen; Luther verbrennt die Bannbulle und Luther schlägt die Thesen an, beide nach Lessing; fünf Blätter aus Goethes »Frauengestalten«, von Kaulbach; vor Gericht, nach Vautier; die Erklärung, nach Arthur v. Ramberg; die Verlassene auf dem Tanzboden, nach Kindler; der Sturm, nach Jakob Becker; die Madonna Tempi, nach Raffael (Hauptblatt); das Selbstporträt Kaulbachs; die noch unvollendete Madonna di Foligno, nach Raffael, und die radierten Blätter: der Schusterjunge, nach Knaus; Pietà, nach Feuerbach, und Cyklus von Porträtfiguren, nach van Dyck in der Münchener Pinakothek. - Seine Tochter und Schülerin Doris R., geb. 19. Okt. 1851 zu Nürnberg, stach bis jetzt die Verkündigung des Todesurteils an Maria Stuart, nach Piloty; Jagdfanfare, nach Laufberger, und weibliches Porträt, nach Rembrandt, in der Gallerie zu Pest.

Rabe, Edmund Friedrich Theodor, Genremaler, geb. 2. Sept. 1815 zu Berlin, zeichnete schon als Knabe unter Anleitung von Adolf Schrödter, trat mit 15 Jahren als Schüler in die dortige Akademie und 1833 in das Atelier von Franz Krüger. 1835 machte er mit andern Berliner Malern eine Studienreise nach Dresden, Prag, Nürnberg und Würzburg sowie in demselben Jahr allein an die Küsten der Ostsee. 1836 debütierte er mit Pferdebildern und militärischen Genrescenen von ↔ großer Lebendigkeit und trefflicher Charakteristik und brachte 1838 den Transport französischer Gefangenen 1813 (Nationalgallerie) sowie den Aufruf zu den Waffen 1813 vor dem Rathaus einer kleinen Stadt. 1841 ging er über Holland und Belgien nach Paris, wo er ein Jahr lang blieb, bis er durch die Schweiz und Oberitalien zurückkehrte. Mit besonderm Glück kultiviert er die Tier- und namentlich die Pferdemalerei und zeigt auch in nicht militärischen Genrebildern, z. B. Kunstreitergesellschaft in einer französischen Stadt, Reisende vor einem Wirtshaus, eine scharfe Beobachtungsgabe und treffende Charakteristik. Seit 1843 ist er Mitglied der Akademie in Berlin.

Radford (spr. rädförd), Edward, engl. Genremaler, geb. 1831 zu Plymouth, war 1854-61 Ingenieur und Architekt in Kanada und in den Vereinigten Staaten; erst 1863 widmete er sich der Malerei und kehrte zu diesem Zweck nach England zurück, wo er 1875 Genosse der Gesellschaft der Aquarellisten wurde. Zu seinen bedeutendsten Bildern, an denen man besonders die Behandlung der Gewandstoffe rühmt, gehören: der Soldat des Kreuzes (1868), Flora, die Ermüdung (Aquarell), der Rekonvalescent, die Fußspuren (1876), die Introduktion, die Kritiker (1878).

Radnitzky, Karl, Medailleur, geb. 1818 zu Wien, Schüler von J. D. (Anmerkung des Editors: Josef Daniel) Böhm, lieferte zahlreiche treffliche Medaillen mit wohlgelungenen Porträten, z. B. des Freiherrn von Hammer-Purgstall, Erinnerungsmedaillen an festliche Begebenheiten, z. B.: auf die Naturforscherversammlung von 1856, auf die Mozart-Feier desselben Jahrs, auf die Einweihung der Denkmäler des Erzherzogs Karl und des Prinzen Eugen (beide von Fernkorn 1860 und 1865), auf den 100jährigen Geburtstag Beethovens (1870), auf die Enthüllung des Schiller-Denkmals in Wien (1876) u. a.

Rahn, Hans Rudolf, Kupferstecher, geb. 1805 zu Zürich, lernte dort unter Joh. Jakob Lips und in München unter Amsler seine Kunst. 1835 ließ er sich in seiner Vaterstadt nieder. Er stach: Maria mit dem Kind, nach Schnorr; den Archäologen J. J. (Anmerkung des Editors: Johann Joachim) Winckelmann, nach Angelika

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 430.