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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Raschdorff; Rasmussen; Rätzer; Räuber; Rauch; Raupp

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Raschdorff - Raupp.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ranzōni'

ein liebevolles Studium der Tiere, besonders in der Bildung und Bewegung der Kühe und Schafe. Dahin gehören: Flachlandschaft, Karstlandschaft, Sonnenuntergang im Herbst, Schafe auf der Pußta, pflügende Ochsen, ruhende Viehherde (Hauptbild) u. a.

Raschdorff, Julius, Architekt, geb. 1823 zu Pleß (Regierungsbezirk Oppeln), widmete sich nach Absolvierung des Gymnasiums dem Baufach und kam zu einem Geometer in die Lehre. 1844-47 besuchte er die Bauakademie in Berlin, wurde dann als Bauführer in Ratibor verwendet, machte 1851 das Baumeisterexamen und erhielt 1853 einen Ruf als Stadtbaumeister nach Köln, wo sich gerade damals eine große Bauthätigkeit entwickelte und die verschiedenartigsten Aufgaben an ihn herantraten, so daß er sich in allen Stilarten, am glänzendsten in der Renaissance, zeigen konnte. Dahin gehören die Restaurationen mehrerer romanischen oder zum Teil gotischen Kirchen und vor allem die des Rathauses, deren Arbeiten sehr umfangreich waren; der Plan zum Umbau des Gürzenich, der mit Felten ausgeführte Bau des Wallraf-Richartz-Museums, das prächtige neue Stadttheater im Renaissancestil (1871-72), die Provinzialgewerbschule, viele andre öffentliche Profanbauten in Köln, das Gymnasial- und Realschulgebäude in Bielefeld und (1876-78) das rheinische Provinzialständehaus in Düsseldorf (italienische Renaissance). Daneben ist er bis jetzt auf kunstlitterarischem Gebiet vielfach thätig gewesen. 1879 wurde er als Baurat und Professor an die Akademie zu Berlin berufen.

Rasmussen, Georg Anton, Landschaftsmaler, geboren zu Bergen (Norwegen), Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Gude, dem er in seinen meistens den Küstengegenden seiner Heimat entlehnten Landschaften nachstrebt, wenn er ihn auch, namentlich in der Behandlung des Wassers, nicht errreicht (Anmerkung des Editors: richtig: erreicht); so in mehreren nur »norwegische Landschaft« betitelten, unter denen besonders die 1870 in Berlin ausgestellte sehr gefiel, ferner norwegischer Fjord, norwegischer Binnensee u. a. ↔

Rätzer, Hellmuth, Landschaftsmaler, geb. 1838 zu Neutarnow (Provinz Brandenburg), begann seine Studien in Berlin, war zwölf Jahre lang Schüler von Oswald Achenbach in Düsseldorf und ließ sich in Karlsruhe nieder, von wo er Studienreisen in Deutschland, der Schweiz, Tirol und Italien machte. Zu seinen bedeutendern Bildern gehören: Gebirgsbach in der Ramsau, am Dachstein, der Hohe Göll bei Berchtesgaden, märkischer Kiefernwald (1876) und einige Partien aus dem Harz und von der Insel Rügen. Seit einiger Zeit lebt er in Düsseldorf.

Räuber, Wilhelm Karl, Maler des historischen Genres und des Porträts, geb. 11. Juli 1849 zu Marienwerder, war 1869 und 1870 Schüler der Akademie in Königsberg und malte dann unter Wilh. Diez in München, wo er seinen Wohnsitz nahm. Sehr gerühmt werden besonders sein 1879 in München ausgestelltes Bild: Jagdrecht aus frühern Zeiten u. (1880) auf Schleichwegen, ebenso seine Porträte.

Rauch, Ernst, Kupferstecher, geb. 1797 zu Darmstadt, war Schüler von L. Portmann und ging 1822 nach Paris, wo er sich unter dem Maler Hersent noch weiter ausbildete. Er stach: das rheinische Kunstvereinsblatt: italienische Familie vor einer Betsäule, nach Schorn: den Dom zu Halberstadt, nach Hasenpflug; Innenansicht der Paulskirche in Rom, nach G. Lerch, und die Halbfigur des Chemikers Liebig, nach Trautschold. In Gemeinschaft mit seinem Bruder Karl R., geb. 1804, fertigte er die meisten Stahlstiche zu den »Originalansichten der vornehmsten Städte Deutschlands« von Ludwig Lange und mehrere Stiche zu Salzenbergs »Altchristlichen Baudenkmälern in Konstantinopel« (Berl. 1854).

Raupp, Karl, Maler des landschaftlichen Genres, geb. 2. März 1837 zu Darmstadt, war 1856-58 Schüler des Städelschen Instituts in Frankfurt unter Jakob Becker, dann ging er auf die Akademie in München und war bis 1866 Schüler von Karl Piloty. 1868 wurde er als Professor an die Gewerbschule in Nürnberg berufen, kehrte aber später nach München zurück. Unter seinen meistens

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 432.