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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Röber; Robert; Robert-Fleury

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Röber - Robert-Fleury.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Robbins'

er zurück und ließ sich in New York nieder, wo er 1878 Mitglied der Nationalakademie wurde. Unter seinen besten Landschaften sind zu nennen: der Abend eines bewölkten Tags, aus den Tropenländern (1870), herbstlicher Morgen (1871), Morgen in der Schweiz (1873), Morgen auf Jamaika (1874), überschwemmte Wiesen (1876), der Georgensee, Morgen in den Adirondacs, Bilder aus Neuengland etc.

Röber, Ernst, Historienmaler, geb. 23. Juni 1849 zu Elberfeld, war Schüler der Düsseldorfer Akademie und Ed. Bendemanns, malte historische Bilder von ausdrucksvollem Charakter, z. B. Jagdzug der Nibelungen, sowie im zweiten Cornelius-Saal der Nationalgallerie zu Berlin in matten Wachsfarben die Hauptgottheiten des Olymps, den Vorhang des neuen Theaters zu Barmen und Nymphen von Faunen überrascht. - Sein jüngerer Bruder Fritz R., geb. 15. Okt. 1851 zu Elberfeld, ebenfalls Schüler von Bendemann, malte mit seinem Bruder Ernst und mit Rudolf Bendemann einige dekorative Bilder (Amor und Psyche, Geniengruppen) in den Skulpturensälen der Nationalgallerie und neuerdings eine geschmacklose Schauerscene aus der Geschichte des Papstes Johann XII.

Robert (spr. rŏbähr), Alexandre, belg. Porträt- und Genremaler, geb. 1817 zu Frasignies (Hennegau), besuchte die Akademie in Brüssel unter Navez, debütierte 1845 und ging dann auf drei Jahre nach Italien. Unter den nach seiner Rückkehr von ihm ausgestellten naturwahren Porträten u. gerühmten Genrebildern werden genannt: Bildnis der Frau Stevens, des Grafen Morny, Plünderung des Karmeliterklosters in Antwerpen, Luca Signorelli porträtiert seinen toten Sohn (diese beiden im Museum zu Brüssel), die Kapuziner, der junge Bettler, das Dolce far niente, Karl V. vor seinem Tod, Erinnerung an Rom und Neapel. Er ist Ritter des belgischen Leopolds- und des österreichischen Franz-Josephsordens.

Robert-Fleury (spr. rŏbähr-flörí), 1) Joseph Nicolas, einer der ältesten und berühmtesten franz. Historienmaler, geb. 8. Aug. 1797 zu Köln, zog in seinem ↔ siebenten Jahr mit seinen Eltern nach Paris, wurde Schüler von Gros, Horace Vernet und später von Girodet, unter dessen Leitung er vier Jahre stand. Dann studierte er weitere vier Jahre in Rom, ging später noch einmal nach Italien und nahm 1826 seinen Wohnsitz in Paris. Sein erstes bedeutendes Bild voll treffender Charakteristik, dramatischen Lebens und wunderbarer Kraft des Kolorits war 1833 eine Scene aus der Bartholomäusnacht, der dann andre gleich tragische Bilder folgten, die aber von denen, in welchen er ruhige Situationen schildert, noch übertroffen werden. Ein Meisterstück dieser Art ist das Religionsgespräch in Poissy 1561, das nebst den beiden wiederum dramatisch stark bewegten Bildern: Jane Shore vom Pöbel beschimpft (1850) und Plünderung eines Hauses in der Giudecca in Venedig (1855) ins Museum des Luxembourg kam. Dazu kommt unter seinen frühern Bildern noch: Tasso im Kloster Sant' Onofrio (1827) u. unter den spätern: der Einzug des Königs Chlodwig in Tours und Balduin von Flandern vor Odessa (beide in Versailles), die Leiche Tizians während der Pest in Venedig 1576 (Museum in Antwerpen), Scene aus der Inquisition, Feuersbrunst im Judenviertel (Gallerie Ravené in Berlin), Karl V. im Kloster San Yuste, Benvenuto Cellini in seiner Werkstatt und die Vermählung Napoleons III. Eine ihm aufgetragene, nicht zu seinen Meisterwerken gehörende Schöpfung sind die vier Ölbilder aus der Geschichte des Tribunals in: Hauptsaal des Handelsgerichts zu Paris. Auch als Porträtmaler war er eine Zeitlang sehr in der Mode. Mit Ehrenzeichen überhäuft und zum Mitglied zahlreicher Akademien ernannt (1850 der in Paris), war er 1865-66 Direktor der französischen Akademie in Rom und ist seit 1867 Kommandeur der Ehrenlegion.

2) Tony, franz. Historienmaler, geb. 1. Sept. 1837 zu Paris, Sohn des vorigen, Schüler Delaroches und Cogniets, hat sich durch mehrere Historienbilder und durch Porträte einen Namen gemacht, worin er aber den Ruhm seines Vaters weder in geistiger noch in technischer und koloristischer Beziehung erreicht. Sein

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 444.