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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Roux; Roybet; Ruben; Rudder; Rummelspacher

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Roux - Rummelspacher.

Roux (spr. ruh), 1) Karl, Idyllen- und Tiermaler, geb. 15. Aug. 1826 zu Heidelberg, Sohn des Malers Jak. Wilh. Christian R. (gest. 1831), besuchte von 1844 an die Akademie in Düsseldorf, war 1847 Schüler von Karl Hübner und ging zu seiner weitern Ausbildung nach München, Antwerpen und Paris, war dann einige Jahre Lehrer an der Kunstschule in Karlsruhe, zog aber 1868 nach München. Seine ersten Bilder waren landschaftliche Reiter- und Kriegsscenen, ähnlich denen Wouwermans, später Idyllen und Tierbilder von edler, wohldurchdachter Komposition und kräftigem Kolorit. Zu den bedeutendsten gehören: Hans und Verene (1861), die Goethesche Dorothea das Ochsengespann lenkend (1863, Kunsthalle in Karlsruhe), Pflügen am frühen Morgen, der ungebildete Alpensohn (ein Stier), heimkehrende Kühe bei aufsteigendem Gewitter, Thal des Oberengadin, die meisterhafte Heuernte (Hauptbild, 1877), Viehmarkt des Münchener Oktoberfestes, Ufer des Achensees mit Viehherde u. a.

2) Louis Prosper, franz. Maler des historischen Genres und der Historie, geb. 13. Febr. 1817 zu Paris, war Schüler von Delaroche und malte viele Jahre sehr ansprechende Scenen aus dem Leben großer Künstler, z. B.: Palissy vor Mönchen und Gelehrten Geologie lehrend (1857), Claude Lorrain auf dem römischen Forum, das Atelier Rembrandts, van der Neer zeichnet beim Schein einer Laterne. Bedeutender noch sind seine ins Gebiet der religiösen Historie einschlagenden Bilder: der Hosiannagesang der Chorknaben (1859, durch den tiefen Ernst der Stimmung), Grablegung Christi, Christus wäscht den Aposteln die Füße, Kreuzabnahme u. a.

Roybet (spr. roabäh), Ferdinand, franz. Genremaler, geb. 11. April 1840 zu Uzès (Gard), begann seine Ausbildung auf der Akademie in Lyon unter Vibert, malt Bilder, in denen zwar das Süjet oft nur geistesarm und die Motive dürftig sind oder stark ans Kokette und Sinnliche streifen, aber die Farbe brillant und von wunderbarer Schönheit ist; z. B.: ein Narr unter Heinrich III. (1866), das Duett, Triktrakspieler, Zigeunerin, Odaliske und ↔ Eunuch, am schönsten im Kolorit das Rendezvous zur Jagd (Museum in Köln).

Ruben, Franz, Historien- und Porträtmaler, geb. 1845 zu Wien, Sohn des bekannten Malers und Akademiedirektors Chr. R. (gest. 1875), war Schüler der dortigen Akademie unter der Leitung seines Vaters, erhielt dann ein Reisestipendium und ging nach Italien, wo er sich bei seinem großen koloristischen Talent namentlich an die Venetianer anschloß. Seine Bilder zeigen eine feine Beobachtungsgabe und eine große Beherrschung der technischen Mittel. Die bedeutendsten sind: aus dem Hofleben des Papstes Leo X. (1869), Turnier am burgundischen Hof (mit Porträten aus den Wiener Künstlerkreisen), Tillys Rückzug, das Rosenwunder, die Indulgentia plenaria mit einer Reihe prächtiger Charakterköpfe, die Granatäpfelverkäuferin etc. An seinen Porträten rühmt man sowohl Auffassung wie Modellierung. R. lebt meistens in Italien.

Rudder (spr. rüddär), Louis Henri de, franz. Historien- und Genremaler, geb. 17. Okt. 1807 zu Paris, war Schüler von Gros, Charlet und der École des beaux-arts, debütierte mit einem Genrebild, widmete sich aber mehr der religiösen und profanen Historie. Aus der reichen Zahl seiner Bilder nennen wir nur einige der letzten 20 Jahre: Mater dolorosa, Christus am Ölberg, Ecce homo, Poesie und Materialismus, sodann die Genrebilder: Hirt in den Abruzzen, ein Herbstabend, der gegenseitige Unterricht, der Schäfer und sein Kind sowie mehrere treffliche Studienköpfe und die monochrom auf Lava gemalten: Christus fällt unter der Last seines Kreuzes, Christus der Kleider beraubt etc. 1863 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Rummelspacher, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 23. Nov. 1852 zu Berlin, bezog nach Absolvierung des Gymnasiums 1870 die dortige Akademie, war 1871-73 Schüler der Kunstschule in Weimar und des Malers Theod. Hagen, arbeitete dann von 1873 an selbständig in Düsseldorf und ließ sich 1875 in Berlin nieder. Seine für die Zukunft

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 453.