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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schaepkens; Schampheleer; Schams

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Schaepkens - Schams.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schäffer'

Hochgebirgen, in Ungarn, Oberitalien und an der Nordsee. Seine Stimmungslandschaften zeugen von einem tüchtigen Formensinn, von poetischer Auffassung und feinem Verständnis der Natur. Luft und Licht weiß er meisterhaft darzustellen. Dahin gehören: Waldbild aus den Karpathen (1857), Stimmungsbild an der Nordsee, ungarischer Wald (1864, im Belvedere) und besonders die seit 1870 entstandenen: Eichenwald (ein größerer in der Sammlung der Akademie und ein kleinerer), Morgen im Hochgebirge, St. Wolfgangsee, Mondaufgang bei Novemberdämmerung, Heimkehr vom Prater, Partie aus dem Wald bei Purkersdorf, Winterlandschaft, Küstenbild von Helgoland u. a. 1876 gab er mit Pausinger zwölf Originalzeichnungen in Kupferdruck aus dem kaiserlichen Tiergarten heraus. Er ist Mitglied der Akademie in Wien.

Schaepkens, 1) Alexander, holländ. Maler von Landschaften und Städtebildern, geb. 1815 zu Maastricht, Bruder der beiden nachfolgenden, bildete sich auf der Akademie in Antwerpen und von 1835 bis 1837 auf der in Brüssel. Nachdem er dann in Paris die alten holländischen Meister im Louvre studiert hatte, begann er in seiner Vaterstadt eine umfangreiche Thätigkeit in Zeichnungen von Landschaften, Burgen, Schlössern, Ruinen etc. aus der Provinz Limburg (zum Teil von ihm selbst lithographiert) und andern Teilen der Niederlande; ebenso in Ölbildern, die er häufig auf die Ausstellungen in Brüssel brachte. Eine historische Landschaft von ihm ist: der heil. Arnulf, Bischof von Metz, im Gebet am Fuß eines Kreuzes. Er ist Mitglied der Kunstakademie in Amsterdam und seit 1857 Ritter des luxemburgischen Ordens der Eichenkrone.

2) Arnaud, jüngerer Bruder des vorigen und des nachfolgenden, geb. 1817 zu Maastricht, widmete sich unter Erin Corr in Antwerpen der Kupferstecherkunst und erwarb sich großes Verdienst durch sein sehr geschätztes Werk: »Trésor de l'art ancien, sculpture-architecture, ciselures, émaux, mosaïques et peintures, recueillis en Belgique etc.« (Brüss. 1846, 30 Platten in Folio mit Text). ↔

3) Theodor, holländ. Historienmaler, geb. 1810 (oder 1812) zu Maastricht, älterer Bruder der beiden vorigen, war Schüler der Akademie in Antwerpen unter Matth. van Brée und machte dann Studienreisen in Frankreich, Italien und Deutschland. Unter seinen Historienbildern, die wegen ihrer Komposition und ihres kräftigen Kolorits gerühmt werden, sind die bedeutendsten, meistens in kolossalem Maßstab ausgeführten: der heil. Servatius in dessen Kirche zu Maastricht, der heil. Georg auf weißem Roß als Besieger des Drachen, die Himmelfahrt Mariä (Kirche zu Hasselt, Limburg), die heil. Philomena (Dom zu Antwerpen), Ermordung der Spanier zu Maastricht (Museum in Brüssel), der heil. Lambertus im Gebet (Unsrer Lieben Frauenkirche in Maastricht). Er hat auch mehrere Blätter radiert und eine Sammlung von Kostümen aus der Zeit Karls V. lithographiert.

Schampheleer (spr. schampelehr), Edmond de, belg. Landschaftsmaler, geboren zu Brüssel, malt Bilder von feinem, harmonischem Ton, die sich bald durch Lieblichkeit, bald durch Großartigkeit und Reichtum des künstlerischen Gedankens auszeichnen und ihm auf den Ausstellungen zahlreiche Medaillen verschafften, z. B.: die sehr ergreifende Landschaft nach dem Gewitter mit einem vom Blitze zerschlagenen Baum; ferner: Mittag, Herbstmorgen, Scheldeufer, Sommerabend am Ufer der Dyle, die Maas bei Dordrecht, Baumlandschaft von der Amper, Sonntagsmorgen in einem Dorf Brabants, Erinnerung an die Zuidersee, Weiden am Teich u. a.

Schams, Franz, Genremaler, geb. 1823 zu Wien, bildete sich auf der dortigen Akademie und fand schon in seinen ersten Bildern von trefflicher Charakteristik und sorgfältiger Ausführung große Anerkennung. Die bedeutendsten derselben seitdem Ende der 50er Jahre sind: der Aufruf zum Kreuzzug (1858), Scene aus dem Leben Kaiser Josephs II., der Versucher, die sehr humoristische wichtige Neuigkeit (1862), nach dem Hochzeitsschmaus, die versäumte Predigt, die Taufe (1869), der Briefbote, die wiederholt kundgemachte Verordnung, Schiller in der Karlsschule die »Räuber«

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 462.