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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schauß; Schenck; Scherer

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Schauß - Scherer.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schaumann'

als eins seiner Hauptbilder das Kannstatter Volksfest (Staatsgallerie in Stuttgart). Bei Gelegenheit des Tübinger Universitätsjubiläums führte er eine sehr gelungene Federzeichnung aus und als Ölbilder: den Hahnentanz, das altwürttembergische Volksspiel von Markgröningen und Urach. In den letzten Jahren besuchte er wiederholt Holland, Frankreich und England und machte in den Küstengegenden viele Studien, aus denen später manche heitere Genrebilder entstanden. Er ist Inhaber der württembergischen Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Schauß, Ferdinand, Porträt- und Genremaler, geb. 1832 zu Berlin, war Schüler von Steffeck und ging dann nach Paris, wo er seine Studien unter Cogniet fortsetzte. Auf Reisen in England, Holland, Belgien, später auch in Italien und Spanien studierte er vorzugsweise die Porträte der alten Meister. Als Bildnismaler thätig, kultivierte er auch das mythologische Genre, um seine in Paris erworbene koloristische Virtuosität zu verwerten. So brachte er 1870 eine Darstellung der Nymphe Kallisto, die einerseits großen Anstoß erregte, anderseits glänzende Hoffnungen erweckte, welch letztere sich in den folgenden Bildern: Dryade, Genoveva, Leander etc., nicht in vollem Umfang erfüllten. Seine Porträte, namentlich der Frauen und der Kinder, sind von zarter Färbung und Feinheit in der formalen Behandlung. 1873 ging er als Professor der Kunstschule nach Weimar, kehrte aber schon 1876 nach Berlin zurück.

Schenck, August Friedrich Albert, Tier- und Idyllenmaler, geb. 23. April 1828 zu Glückstadt in Holstein, wurde anfangs für den Kaufmannsstand bestimmt, kam schon mit 14 Jahren nach England und von da nach Portugal, wo er fünf Jahre blieb und in seinen Mußestunden Zeichnungen aus dem dortigen Volks- und Strandleben machte, deren Grazie und Melancholie sehr an Leopold Robert erinnerten. Dann gab er die kaufmännische Laufbahn auf und widmete sich in Paris unter Cogniet der Malerei. Auf der Ausstellung 1855 blieb sein Bild aus dem portugiesischen Volksleben unbeachtet, weil ihm noch die koloristische Routine fehlte. Als er bald ↔ darauf einen großen Teil seines Vermögens verlor, widmete er sich mit um so größerm Eifer der Tiermalerei und errang hierin sehr bald bedeutende Erfolge. Dieser Art sind die Bilder: Ruhe am Meeresufer (1864), das Erwachen der Schafherde (1865, vom Staat angekauft), auf dem Berg, die Herde im Schnee, die letzte Stunde der Schur (1868), die Esel um den Trog, die Ziegenherde im Schneesturm (1870), mein Regenschirm (ein komisches Erlebnis aus dem Jahr 1875), Stoppelfeld mit Schafen, der verlorne Weg, der Strohwisch und der landschaftlich besonders meisterhafte Gebirgsweg (1877). Fast alle diese Bilder und andre Motive aus der Auvergne zeigen eine scharfe Beobachtung der Tierwelt und ein glänzendes Kolorit. Er lebt in Ecouen bei Paris.

Scherer, Joseph, Glasmaler, geb. 1. Nov. 1814 zu Aretsried in Schwaben, trat 1829 in die Kunstschule zu Augsburg, genoß drei Jahre in München den Unterricht des Glasmalers Vörtel und kopierte zunächst für die Brüder Boisserée mehrere Bilder alter Meister auf Glas. Daneben besuchte er die Akademie, kopierte für Heinrich Heß dessen Madonna der Allerheiligenkirche auf Glas und studierte Chemie, um die Natur der Farben und das Einbrennen derselben in die Glasplatten kennen zu lernen. Seine Arbeiten hatten so günstigen Erfolg, daß er eine Studienreise in die Schweiz machen und sich auch der Ölmalerei widmen konnte. 1842 besuchte er Athen, wo er in der Residenz des Königs Otto Fresken malte, ging von da nach Konstantinopel und Smyrna und kehrte, reich an Erfahrungen, nach München zurück. Seine nächste Arbeit war die Ausführung von drei großen Kompositionen von Neher als Glasfenster für die Stiftskirche in Stuttgart (vollendet 1853), ebenso die Fensterrose der Leonhardskirche; ferner: die Himmelfahrt Christi für eine Kirche in Heidelberg, andre für Buffalo (Nordamerika), Amsterdam, New York, für die Martinskirche in Landshut, die Frauenkirche in München und für die neue katholische Kirche in Stuttgart (Glasfenster und Deckengemälde). Wie er in allen Arbeiten dieses Faches ein richtiges Verständnis der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 464.