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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Scherres; Schertle; Scheuren

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Scherres - Scheuren.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Scherer'

Natur und der Grenzen der Glasmalerei zeigte, so sind auch seine nicht zahlreichen Ölbilder religiösen Inhalts von sehr gediegenem Vortrag. - Bei vielen seiner Glasmalereien wurde er unterstützt von seinem Bruder Alois S., der, geb. 1818 zu Aretsried, 1835 nach München kam, sich anfangs der Genremalerei widmete, aber sehr bald zur Glasmalerei überging.

Scherres, Karl, Landschaftsmaler, geb. 31. März 1833 zu Königsberg i. Pr., trat 1849 in die dortige Akademie, machte mit seinem Lehrer Behrendsen 1853 eine Studienreise nach dem Rhein, der Schweiz und Oberitalien, die ihm die Motive zu seinen Bildern bot, bis er 1855 begann, auch die landschaftlichen Eigentümlichkeiten seiner Heimat künstlerisch zu verwerten und ihnen eine poetische Stimmung zu verleihen. Die ersten Bilder dieser Art kamen in Privatbesitz nach Danzig, was ihn bewog, sich dort niederzulassen und seine Motive den dortigen Gegenden zu entnehmen. So entstanden in den Jahren 1858-66 z. B. die Landschaften: nach Sonnenuntergang an einem Sumpf, durchbrechende Sonne an einem Waldsee, Schneegestöber im Dorf und namentlich eine von Stryowski und Sy staffierte kolossale Landschaft für den dortigen Artushof. 1866 kehrte er nach Königsberg zurück, verlegte aber schon 1867, durch die Freundschaft zu Ed. Hildebrandt bestimmt, seinen Wohnsitz nach Berlin und machte von hier aus nur kürzere Reisen nach Düsseldorf, Dresden und München. Wie er bereits seit 1856 als Lehrer sehr erfolgreich gewirkt hatte, so namentlich seit 1868 als Lehrer der Landschaftsklassen der Zeichenschule für Künstlerinnen. Unter den nachher entstandenen Bildern, in denen er seine Meisterschaft im Niederungsbild und der Melancholie des Regenwetters dokumentierte, sind zu nennen: vor und nach dem Regen, abziehendes Gewitter, Gewitter über den Dünen im Charakter der Ostseeküste bei Danzig und als sein Hauptbild: die Überschwemmung in Ostpreußen (1876, Nationalgallerie).

Schertle, Valentin, Lithograph und Maler, geb. 1809 zu Villingen in Baden, kam 1831 auf die Akademie in München, ↔ wo er sich anfangs der Malerei, später auch der Lithographie unter Hanfstängl widmete, mit dem er auch in Dresden beim Lithographieren der Bilder des dortigen Museums thätig war. Dann hielt er sich mehrere Jahre in Warschau und in Petersburg auf, wo er porträtierte und Raffaels heil. Familie in der Eremitage sowie den Johannes von Domenichino lithographierte, kehrte 1847 zurück und lithographierte in besonders gelungener Weise die sieben Porträte für Stillfrieds »Preußens Monarchen« (Berl. 1847). Unter seinen sonstigen Lithographien sind zu nennen: Christus an der Säule, nach Guido Reni, und die unbefleckte Empfängnis, nach Phil. Veit.

Scheuren, Joh. Kaspar Nepomuk, Landschafts- und Arabeskenmaler, geb. 22. Aug. 1810 zu Aachen, zeigte schon als Knabe ein bedeutendes Künstlertalent und half seinem Vater beim Miniaturmalen. Er kam zwar mit 15 Jahren zu einem Kaufmann in die Lehre, trat aber nach einem Jahr wieder aus, arbeitete bei seinem Vater und bezog 1829 die Akademie in Düsseldorf, wo er sich alsbald für die Landschaft entschied. Schon 1832 begründete eine Landschaft im niederländischen Charakter seinen Ruf und verschaffte ihm zahlreiche Aufträge. Nachdem er bis 1835 auf der Akademie gearbeitet hatte, machte er mehrere Reisen nach Holland, München, Tirol und Oberitalien und eignete sich durch das Studium der alten und neuen Meister und durch die Lektüre der Romane Walter Scotts eine eigentümlich romantische Kunstrichtung an, die, stets poetisch, die Natur in phantastisch-pikanter Weise, oft auf Kosten der Wahrheit darstellt. Dieser Auffassung entsprechend ist auch seine Technik leicht und elegant und im Kolorit auf wirkungsvolle Gegensätze berechnet. Unter seinen meistens ältern Ölbildern sind die bedeutendsten: die obenerwähnte niederländische Landschaft, Zigeuner unter Eichen (1832), Landschaft mit Mönchen (1834), Schloß am See (1837) und Burg im Ahrthal mit Staffage aus dem Dreißigjährigen Krieg (1838, beide im Museum zu Leipzig), Ansicht vom Stolzenfels, Geusenfahrt,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 465.