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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Scholtz; Schönewerk; Schönherr; Schönlaub; Schönleber

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Scholtz - Schönleber.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Scholl'

und Randzeichnungen zu deutschen Dichtern geliefert.

Scholtz, Julius, Historienmaler, geb. 12. Febr. 1825 zu Breslau, widmete sich auf den Rat von König, Konservator der dortigen städtischen Gallerie, der Malerei, bezog 1844 die Akademie in Dresden, wurde Schüler von Jul. Hübner und erhielt schon damals so viele Aufträge, daß er später Studienreisen machen konnte, die ihn nach Belgien und Frankreich führten. Das nach einigen Genrebildern, z. B. der Chorknabe, die Offizierswitwe im Gebet und Uhlands »Es zogen drei Bursche wohl über den Rhein«, ihn zuerst bekannt machende größere Bild war das Gastmahl der Generale Wallensteins (1861), das die vom Verein für historische Kunst ausgeschriebene Konkurrenz gewann und wenigstens wegen seiner Technik überall Beifall fand. Bald nachher folgte für das Museum in Breslau die Musterung der Freiwilligen vor Friedrich Wilhelm III. in Breslau, die er in größerm Maßstab 1872 für die Nationalgallerie wiederholte. In dieser Thätigkeit auf dem historischen Gebiet wäre er fortgefahren, wenn nicht massenhafte Porträtaufträge, die ihn auch auf ein halbes Jahr nach Petersburg riefen, ihn anderweitig in Anspruch genommen hätten. Nach Beendigung derselben führte er einen Cyklus von acht Wandgemälden aus dem Leben des Herzogs Albrecht in der Albrechtsburg zu Meißen aus. Er ist Professor an der Akademie in Dresden und Mitglied der Akademie in Berlin.

Schönewerk, Alexandre, franz. Bildhauer, geboren zu Paris, Schüler von Triqueti, Jollivet und David d'Angers, bildet Genre- und Idealgestalten von trefflicher Modellierung und reizender Schönheit und Anmut, z. B.: die junge Tarentinerin (nach André Chéniers Dichtung, 1872), ein junges Mädchen an der Quelle (1873, im Luxembourg), die Unschlüssigkeit (1876, alle drei in Marmor), die Statuen Heinrichs des Löwen und Ottos des Kindes am Denkmal des Herzogs von Braunschweig in Genf und (1879) ein überaus liebliches, aus dem Schlummer erwachtes Mägdlein, betitelt: am Morgen, das ebenfalls ins Museum des Luxembourg ↔ kam. 1873 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Schönherr, Karl Gottlob, Historienmaler, geb. 15. Aug. 1824 zu Lengefeld in Sachsen, besuchte die Akademie in Dresden, wo Julius Hübner sein Lehrer war, und bildete sich in Rom weiter aus. Außer der meisterhaften Auferweckung der Tabea durch Petrus (1855, Museum in Dresden), dem Bild von der Wiederkunft Christi (Kirche zu Lösnig in Sachsen) und dem Altarbild: Christus am Ölberg (für die Kirche zu Cherson in Rußland) ist wenig von ihm bekannt geworden. Er ist Professor an der Akademie zu Dresden.

Schönlaub, Joh. Fidelius, Bildhauer und Bildschnitzer, geb. 24. April 1805 zu Wien, war Schüler der dortigen Akademie unter J. M. (Anmerkung des Editors: Johann Martin) Fischer und Schaller und begab sich 1830 nach München, wo er zunächst in der Mariahilfkirche den Hauptaltar und die Seitenaltäre (Holzschnitzwerk) anfertigte. Nachdem er dann mehrere Büsten für die dortige Ruhmeshalle gemacht hatte, bildete er sich von 1832 an einige Jahre in Rom aus. Unter seinen spätern im streng kirchlichen Stil, aber mit vorzüglicher anatomischer Korrektheit ausgeführten Bildwerken sind die bedeutendsten: ein Gipsrelief des verlornen Sohns, eine Darstellung des Noli me tangere, die Leidensstationen unter den Fenstern der Aukirche, die Statuen des Petrus und Paulus am Hauptportal der Basilika, Seitenaltar in der Frauenkirche zu München (in Holz geschnitzt), der Taufstein und die Statuen des Altars im Dom zu Bamberg und ähnliche Arbeiten in der Franziskanerkirche zu Passau.

Schönleber, Gustav, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 1852 zu Bietigheim in Württemberg, war anfangs Schüler des Porträtmalers Kurtz in Stuttgart, ging dann nach München, wo er Schüler von Ad. Lier wurde, und bereiste Oberitalien, Holland und die deutschen Küsten. In seinen Landschaften, meistens flachen Gegenden, zeigt er einen gesunden Naturalismus, in den Architekturstücken eine sehr korrekte Perspektive und eine treffliche Beleuchtung, z. B.: Heimkehr vom Fischzug, Fischmarkt in Danzig, Ansicht von Venedig, Hafen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 476.