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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schönn; Schopin; Schoultz; Schrader

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Schönn - Schrader.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schönleber'

von Genua, Rotterdam (Hauptbild), Kanal bei Ostende, aus einer schwäbischen Reichsstadt und der Hafen von Ostende (1879). Er lieferte auch einige treffliche Radierungen und illustrierte mehrere geographische Prachtwerke, darunter neuerdings die »Küstenfahrten an der Nord- u. Ostsee«.

Schönn, Alois, Genremaler und Radierer, geb. 11. März 1826 zu Wien, erhielt an der dortigen Akademie seine Ausbildung unter Führich und Leander Ruß, nahm an dem italienischen Feldzug des Jahrs 1848 teil und brachte infolgedessen sein erstes bedeutendes Bild: Rückzug nach dem Gefecht von Ponte Tedesco, dem bald nachher der Sturm auf Lodrone und der Auszug der Tiroler Studenten 1848 (Museum in Innsbruck) folgten. Nachdem er 1850-51 in Paris verweilt und sich dort besonders koloristisch ausgebildet hatte, malte er einige ziemlich unbeachtet gebliebene Genrebilder. 1852 bereiste er zum erstenmal den Orient und brachte von dort eine reiche Ausbeute heim, deren Früchte zwar anfangs ohne Erfolg blieben, weil das Kolorit der Bilder noch trübe und schwer war. Dahin gehören auch noch seine Darstellungen aus dem Volksleben der Walachen und Siebenbürger Sachsen. Erst von 1860 an brachte er farbenheitere, lebensfreudige Bilder vom kräftigsten Kolorit, großenteils aus dem Orient, unter denen hervorzuheben sind: türkische Weinlese, türkischer Obstmarkt, türkisches Kaffeehaus, Wüstenbrunnen, Sklavenmarkt, ebenso auch der Synagogenvorhof, Gänsemarkt in Krakau (Akademie zu Wien), Judenverfolgung, das drastische Orgienbild: Nacht und Morgen, und als seine besten Bilder: der Fischmarkt in Chioggia und das Volkstheater daselbst mit der Aufführung von Schillers »Räubern«; dazu noch aus den letzten Jahren: nach dem Bade, die Siesta und eine vornehme koptische Schöne. Er ist Ritter des Franz-Josephsordens.

Schopin (eigentlich Chopin), Henri Frédéric, franz. Historien- und Genremaler, geboren von französischen Eltern 12. Juni 1804 zu Lübeck, war anfangs Schüler der Akademie in Petersburg, bis er 1821 nach Paris kam, in der École des beaux-arts ↔ Schüler von Gros wurde und 1831 mit dem Bild: Achilleus vom Flußgott Xanthos verfolgt den großen Preis für Rom erhielt, von wo er 1835 zurückkehrte und sich in Paris niederließ. Seine Bilder sind meistens von eleganter, oft zarter Ausführung, aber ohne sonderliche Tiefe des Gedankens. Aus der während seines langen Lebens ausgestellten reichen Zahl nennen wir nur: Karl IX. in der Bartholomäusnacht, Christus und die heil. Jungfrau erscheinen dem heil. Franz von Assisi, Predigt des Johannes in der Wüste, Moses beschützt die Töchter des Priesters in Midian, das Urteil Salomos, Scenen aus »Paul und Virginie«, der Scheiterhaufen Sardanapals (1852), Barmherzige Schwestern in der Krim; von besonderer Zartheit der Ausführung das allegorische Bild: der Fall der Blätter, zwei Serien von Bildern für die Kapelle des heil. Saturninus im Schloß zu Fontainebleau, mehrere Schlachtenbilder in der Gallerie zu Versailles und viele andre noch bis 1877 ausgestellte Bilder. Er wurde 1850 Mitglied der Akademie in Petersburg, 1854 Ritter der Ehrenlegion und starb 23. Okt. 1880.

Schoultz, Emma von, Genremalerin, geboren in Rußland, bildete sich zu Berlin unter Friedr. Kraus zu einer bedeutenden Koloristin aus und brachte im Lauf der Jahre recht anziehende, kräftig empfundene und elegant gemalte Genrebilder, z. B. schon ihr Debüt: die interessante Lektüre (1866), die Künstlerin selbst mit ihrer Mutter im Atelier (1868), die Kinder des Komponisten, Interieur, die Kondolenzvisite, der alte Gelehrte, der koloristisch brillante Studienkopf einer Orientalin, italienischer Knabe etc. Ebenso glänzend und kraftvoll in der Farbe sind ihre Bildnisse.

Schrader, Julius Friedrich Antonio, Historienmaler, geb. 16. Juni 1815 zu Berlin, besuchte zuerst die dortige Akademie, ging dann nach Düsseldorf, wo er fünf Jahre lang Schüler von Wilh. Schadow war und noch zwei Jahre selbständig arbeitete, indem er gleichzeitig Studienreisen nach Belgien und Frankreich machte, worauf später infolge eines aus Berlin er-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 477.