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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schreyer; Schröder; Schrödl; Schrotzberg

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Schreyer - Schrotzberg.

Schreyer, Adolf, Tiermaler, geb. 9. Mai 1828 zu Frankfurt a. M., zeigte schon in der Kindheit eine große Neigung zum Studium der Pferde, das er sowohl in der Reitschule wie im Städelschen Institut betrieb. Nachher bildete er sich in München und Düsseldorf aus. 1848 begleitete er den Prinzen von Thurn und Taxis nach Ungarn, der Walachei und Südrußland, studierte dort das Leben der slawischen Völker und ihrer Lasttiere und malte sein erstes Schlachtenbild aus dem Gefecht bei Temesvár, das großen Beifall fand. Ebenso zog er mit demselben Fürsten 1856 nach Syrien und Ägypten und durchstreifte später auch Algerien. Die malerische Ausbeute dieser Reisen erregte in Paris solches Aufsehen, daß er sich dort niederließ und eine große Anzahl von Bildern schuf, in denen er, ähnlich dem Engländer Landseer, an den Pferden die menschlichen Gefühle darstellt und ihrer ganzen Haltung den Ausdruck von Seelenstimmung verleiht, als wären es vernunftbegabte Wesen. Obschon bei seiner großen Produktion mitunter flüchtig, ist er doch immer voll Geist und Leben und keck und effektvoll in der Farbe. Zu seinen besten Bildern mit oft sehr struppigen, schäbigen Pferden gehören: Kosakenpferde, Schneelandschaft, walachische Postpferde, Kavalleriedetachement auf dem Marsch, Araber auf dem Rückzug, der Schrecken, Kosakenpferde im Schneegestöber, das verwundete Pferd, Artillerieangriff bei Traktir in der Krim (Hauptbild), Kürassierangriff in der Schlacht an der Moßkwa 1812. Pferde auf der Pußta u. a. 1870 ließ er sich in der Malerkolonie Kronberg bei Frankfurt nieder. Er erhielt zahlreiche Medaillen und 1866 den belgischen Leopoldsorden, ist Mitglied der Akademien zu Amsterdam und Rotterdam.

Schröder, 1) Albert, Genremaler in Dresden, der 1876 dorthin kam und Schüler von Ferd. Pauwels wurde, dem er seine Ausbildung verdankt. Auf seine erste viel versprechende Leistung, eine Scene aus dem Leben der heil. Eugenie (1877), folgte 1879 ein treffliches Genrebild: die Entdeckung, das mit einer klaren und ungesuchten Auffassung des Gegenstands ↔ eine genaue Durchbildung der Form und ein gesundes Kolorit verbindet.

2) Louis Jean Desiré, franz. Bildhauer, geb. 1828 zu Paris, Schüler von Rude und Antoine Laurent Dantan, brachte seit 1848 eine Reihe von idealen Bildwerken von echt französischer Komposition, voll Grazie und feiner Empfindung, aber bisweilen im Motiv ungeeignet für die Plastik. Zu seinen bedeutendsten gehören: Luther lehrt das Evangelium (1849), die Täuschung, Amor mit der entblätterten Rose (1852, im Luxembourg), die an allegorischen Beziehungen reiche Pastorale Poesie (1865), ein Engel des Mitleids (Kirche St. Eustache) und andre Engelgestalten, der Genius der Seefahrt (1869), eine die etruskische Kunst darstellende Statue (1875), Statue des David, Gruppe des Tanzes (1876), Ödipus und Antigone (1880) und zahlreiche Porträtbüsten.

Schrödl, 1) Anton, Tiermaler in Wien, ein bei der dortigen Aristokratie beliebter Künstler, dessen Schafställe und Kleinviehhürden einen wohlbegründeten Ruf genießen, aber nur selten zur Ausstellung kommen. Seine trefflichen Kompositionen sind mit breitem und dabei korrektem Pinsel gemalt, z. B.: Hühnerhof, Steinbockstudie. Bisweilen malte er auch Stillleben.

2) Norbert, Maler in verschiedenen Fächern, geb. 1842 zu Wien, Schüler von Jakob Becker, trat in Berlin zuerst mit dekorativen Bildern der Tageszeiten auf, die von feinem Gefühl für Schönheit zeugten; später zersplitterte er seine Thätigkeit auf das Historien- und Genrebild, das Porträt und die Landschaft, ohne auf allen diesen Gebieten großen Erfolg zu haben. Am gelungensten sind seine Porträte und dekorativen Genrebilder, z. B. 1879 vier Illustrationen zu dem Vers: »Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang etc.«

Schrotzberg, Franz, Porträtmaler, geb. 1811 zu Wien, wurde 1825 Schüler der dortigen Akademie, erhielt seine ersten Anregungen durch den bekannten Landschaftsmaler Marko, dessen ideale Richtung einen großen Einfluß auf ihn übte und ihn anfangs zu mythologischen Ge-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 479.