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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Schuch; Schuler; Schultheiß; Schultz

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Schuch - Schultz.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schubert-Soldern'

auf, arbeitete 1866-70 in Paris, verweilte längere Zeit in Brüssel, wo er sich namentlich an Czermak anschloß, und ließ sich dann in Dresden nieder. Seine bis jetzt bekannt gewordenen Hauptwerke sind: Tristan und Isolde (1870), Lucrezia Borgia und Venetianerin. Er malt auch recht schätzenswerte Bildnisse.

Schuch, Werner Wilhelm Gustav, Landschaftsmaler, geb. 2. Okt. 1843 zu Hildesheim, widmete sich 1860-64 dem Baufach auf dem Polytechnikum in Hannover, beteiligte sich unter Hase bei der Restauration der Stiftskirche in Bücken, verweilte einige Monate in Paris und lebte dann als Privatarchitekt abwechselnd in Hannover und in Westfalen. 1868 wurde er bei der Venloo-Hamburger Eisenbahn für den Hochbau angestellt, folgte aber 1870 einem Ruf als Professor der Baukunst an die polytechnische Schule in Hannover. Erst 1872 wagte er sich ohne Lehrmeister an die Ölmalerei, machte einige Kopien auf der Gallerie in Dresden und Skizzen in Tirol und Oberitalien, wiederholte solche Reisen öfter und bildete sich 1877 in Düsseldorf in der Technik der Malerei noch weiter aus. Seine Landschaften mit historischer oder Genrestaffage haben oft die melancholische Poesie der Heidegegenden zum Gegenstand, sind aber meistens von ergreifender Wirkung und haben eine dem Charakter der Gegend entsprechende Staffage; z. B.: auf der Lauer, aus der Zeit der schweren Not (1876, Nationalgallerie in Berlin), der Ritt auf Tod und Leben, Heidelandschaft, das Lied ist aus, Kroatenritt und Buschklepper (1880).

Schuler, Eduard, Kupfer- und Stahlstecher, geb. 19. Aug. 1806 zu Straßburg i. E., Sohn und Schüler des Kupferstechers Charles Louis S. (gest. 1852), lernte nachher in Paris unter Drolling und Gros, lebt seit 1863 als Privatmann in Lichtenthal bei Baden. Unter seinen vorzüglichen Stichen nennen wir: die Geburt Christi und die Auferstehung, nach Koopmann; die Vierge au linge, nach Raffael, im Louvre; Christus ruft die Mühseligen zu sich, nach Ary Scheffer; Neptun und Amphitrite, nach Rubens; Columbus, ↔ nach de Keyser; die Söhne Eduards, nach Th. Hildebrandt; der Dorfarzt, nach Girardet; die Fischer am Adriatischen Meer, nach Robert; die Apotheose Mozarts, nach Führich; der sterbende Luther, nach Lukas Cranach; Maria Stuart, nach Zuccaro; Halbfigur Napoleons I., nach Gérard, und Shakespeare, nach der Statue Roubillacs.

Schultheiß, Albrecht Fürchtegott, Kupferstecher, geb. 7. März 1823 zu Nürnberg, war dort Schüler von Peter Karl Geisler, kam 1843 nach Leipzig, wo er Schüler von Sichling war, und 1845 nach Dresden, wo er das Kupferstichkabinett studierte. Dann lernte er einige Jahre in Berlin die geschabte Manier und ließ sich in München nieder, von woaus er Paris, Wien und Italien besuchte. Zu seinen besten, wahrhaft meisterhaften Blättern gehören: die Abendglocke, nach Th. Schütz (1859); der Maitag, nach Böttcher; zum Großvater! nach demselben; der Zinsgroschen, nach Tizian; Quos ego! nach Rubens; der Briefschreiber, nach Netscher (Museum in Dresden); Verhaftung der Familie Manfreds, nach Engerth; Flucht nach Ägypten, nach Heinr. Heß; Verteidigung Prags gegen die Schweden, nach Ruben; Grablegung Christi, nach Perugino; Götz v. Berlichingen vor dem Rat zu Heilbronn, nach Gennerich; Künstlers Erdenwallen, nach Reinhard Seb. Zimmermann; der kleine Näscher, nach H. Romberg; Luther als Kurrendeschüler, nach Lindenschmit; Maria Theresia, nach Liezen-Mayer; der Brautwerber, nach Defregger (1879), und viele Porträte für die Sammlung von Breitkopf u. Härtel.

Schultz, 1) Friedrich, Schlachtenmaler in Berlin, malt Scenen aus dem Siebenjährigen Krieg, den Freiheitskriegen und den Kämpfen der letzten Jahrzehnte, meistens mit Figuren in großem Maßstab, Bilder von übersichtlicher Komposition, aber matt im Kolorit, z. B.: das Requisitionskommando Zietenscher Husaren (1854), Friedrich d. Gr. bei Torgau, Friedrich d. Gr. bei Hohenfriedberg; später auch: König Wilhelm übergibt dem Kronprinzen auf dem Schlachtfeld von Königgrätz den Orden pour le mérite, die erste Granate bei Königgrätz und Übergang

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 481.