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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Seitz

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Seitz.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Seisser'

Akademie unter Piloty und Schwind. 1871 kehrte er nach Pittsburg zurück und machte sich durch Porträte und Historienbilder vorteilhaft bekannt; unter den letztern z. B.: die Kreuzfahrer (1875).

Seitz, 1) Alexander Maximilian, Historien- und Genremaler, geb. 1811 zu München, Sohn eines Kupferstechers, wurde dort Schüler von Cornelius, debütierte erfolgreich mit dem Bild: Joseph wird von seinen Brüdern verkauft, führte dann in der Allerheiligenkirche einige der sieben Sakramente nach Heinr. Heß' Entwürfen aus und ging 1835 nach Rom, wo er sich gänzlich der Richtung der Nazarener anschloß. Zu seinen dort entstandenen Hauptbildern gehören: eine Madonna in trono, die heil. Katharina von Alexandrien von Engeln übers Meer getragen, eine Mater amabilis, Christus segnet die Kindlein, der heil. Joseph mit dem Christuskind, in der Kirche Santa Trinità de' Monti die klugen und thörichten Jungfrauen, Christus (sacré-cœur) und der verlorne Sohn; daneben einige Kirchenbilder in der Umgebung Roms und mehrere sehr ansprechende Genrebilder aus dem römischen Volksleben.

2) Anton, Genremaler, geb. 23. Jan. 1829 zu Roth am Sand bei Nürnberg, besuchte von 1847 an die Kunstschule in Nürnberg und widmete sich anfangs unter Reindel dem Kupferstich. 1850 zog er nach München und ging unter Flüggens Leitung zur Genremalerei über, worin er es zu einer dem Meissonier vergleichbaren Meisterschaft in Kabinettsbildern gebracht hat. Zu solchen Bildern, häufig Einzelfiguren von treffender Charakteristik oder auch kleinern Scenen, gehören: der Geizhals (1860), der Bettelmusikant und seine Tochter, Würfelspieler in einer Winkelkneipe (1862), Kegelbahn im Gebirge (1866), Wirtshausscene, Musikprobe, der Amtstag, der Photograph auf dem Lande, das Kartenspiel, das Dilettantenquartett, der Wildbrethändler u. a., in denen er sich als einer der bedeutendsten Kleinmeister zeigt.

3) Franz von, Illustrator und Dekorationsmaler, geb. 31. Dez. 1817 zu München, machte seine Studien auf der dortigen ↔ Akademie und widmete sich, seinem Talent entsprechend, vorzugsweise der Illustration und der oft humoristischen Arabeske. So illustrierte er Blumauers »Äneïde« und Kobells Gedichte und gab eine Zeitlang die humoristische Zeitschrift »Leuchtkugeln« heraus. Trefflich versteht er Kostüme zu komponieren und zeigte sich meisterhaft in der künstlerischen Ausschmückung der Zimmer in königlichen Schlössern. Er wurde 1855 technischer Direktor des Hoftheaters in München, Inhaber mehrerer Orden und Mitglied der dortigen Akademie.

4) Ludwig, Historienmaler in Rom, geb. 1843 daselbst als Sohn von Alex. Max. S. (s. 1), unter dem er sich dort zum Maler der religiösen Historie ausbildete, nachdem er anfänglich seine Studien unter Cornelius und Overbeck gemacht hatte. Er zeigt ein eminentes Talent, sich in die verschiedenen Schulen der alten Maler hineinzudenken, und leistet Unglaubliches in der Reproduktion irgend eines solchen Stils. 1870 und in den folgenden Jahren malte er im Auftrag des Bischofs Stroßmayer viele Fresken in der Kathedrale zu Djakovo (Ungarn), restaurierte und dekorierte mit Fresken die Kirche Santa Maria dell' Anima und die Kirche Araceli in Rom, malte ein großes Altarbild für das Münster in Freiburg und restaurierte neuerdings die Kapelle im Schloß des Fürsten von Fürstenberg am Bodensee.

5) Otto, Historienmaler, geb. 3. Sept. 1846 zu München, bildete sich im Atelier Karl v. Pilotys aus und widmete sich dem historischen, insbesondere dem mythologischen, Fach. Er debütierte 1869 mit einer figurenreichen, in der Komposition noch nicht sehr gelungenen Ermordung Riccios; 1871 folgte das sonderbare Bild: lose Blätter - tote Liebe, das, wie seine spätern, mehr wegen seiner meisterhaften Technik als wegen der Komposition und der Behandlung des Gedankens gelobt wurde. Es sind z. B.: Faun und Nymphe, Neptuns Meerfahrt, die Söhne König Eduards IV. und ein kolossaler gefesselter Prometheus, wirkungsvoll gemalt, aber ohne versöhnendes Element und ohne Andeutung der endlichen Erlösung.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 488.