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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Sell; Sellstedt; Semmler; Servin; Severdonck

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Sell - Severdonck.

6) Rudolf, Zeichner, Illustrator und Historienmaler, geb. 15. Juni 1842 zu München, Sohn von Franz v. S. (s. 3), von dem er den ersten Unterricht empfing. Dann trat er in die Akademie und in die Specialschule Karl v. Pilotys. Seine vielseitige Thätigkeit erstreckte sich bis jetzt auf die Publikationen des Münchener Kunstgewerbevereins, die er mit meisterhaften Illustrationen versah, auf Freskomalereien im neuen Kunstgewerbevereinshaus und ganz neuerdings (1880) auf bildliche Darstellungen an den Außenwänden des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes »Zum Elysium«.

Sell, Christian, Schlachten- und Soldatenmaler, geb. 14. Aug. 1831 zu Altona, bezog 1851 die Akademie in Düsseldorf, wo er bis 1856 Schüler von Th. Hildebrandt und v. Schadow war und sich gleich von Anfang an dem militärischen Genre und einzelnen Schlachtenepisoden widmete, die er mit großem Geschick, trefflicher Komposition und kräftigem Kolorit darstellt. Für mehrere derselben machte er häufige Studienreisen. Abgesehen von einer Fülle von kleinern, oft meisterhaften Kabinettsbildern mit wenigen Figuren, sind unter seinen größern Bildern die künstlerisch bedeutendsten: Ruhe nach zurückgeschlagenem Sturm (1856), Belagerung von Breisach im Dreißigjährigen Krieg (1861), kaiserliche Soldaten in einem Wirtshaus von Schweden überfallen (Hauptbild); ferner aus den infolge seiner Teilnahme an den Kriegen von 1864 und 1866 entstandenen Bildern: die Erstürmung der Düppeler Schanze Nr. 6, die besonders treffliche Schlacht bei Königgrätz in mehreren Darstellungen (Aquarelle), Gefecht bei Liebenau 1866 zwischen den Zieten- und den Radetzky-Husaren und der Beginn der Verfolgung bei Königgrätz (1872, Nationalgallerie). Auch aus dem von ihm mitgemachten Feldzug von 1870 brachte er eine Reihe von meistens kleinern, sehr vollendeten Kabinettsbildern. Er hat seinen Wohnsitz in Düsseldorf.

Sellstedt, Lars Gustaf, schwedisch-amerikan. Porträtmaler, geb. 1819 in Schweden, wollte anfangs Seemann werden und machte als solcher mehrere Reisen, ↔ bis er sich 1842 in Buffalo (New York) niederließ und sich der Malerei ohne Lehrer widmete. 1858 begann er seine ersten Studienköpfe auszustellen, unter denen ein jüdischer Rabbiner (1859) sehr gefiel. Seit etwa zehn Jahren malte er geschätzte Porträte, aber auch einige Genre- und Marinebilder. Sehr verdient machte er sich um die Gründung und Organisation der Kunstakademie in Buffalo, deren Präsident er seit 1876 ist.

Semmler, August Franz, Kupferstecher, geb. 10. Juni 1825 zu Leipzig, bildete sich anfangs auf der dortigen Akademie unter Hennig und Neher und 1844 bis 1851 in der Kupferstecherkunst unter Steinla in Dresden. Nachdem er 1851 und 1853 Studienreisen in Deutschland, Österreich sowie nach Paris und Belgien gemacht hatte, ließ er sich in Dresden nieder. Die bedeutendsten seiner durch Sicherheit und Eleganz ausgezeichneten Blätter sind: Judith mit dem Haupte des Holofernes, nach Phil. Veit; Madonna mit der Nelke, nach Raffael; die Madonna des Murillo in Dresden; die drei Schwestern, nach Palma Vecchio daselbst, und mehrere Bildnisse von Dichtern.

Servin (spr. sserwäng), Amédée E., franz. Landschafts- und Tiermaler, geboren zu Paris, Schüler von Drolling. Seine mit Tieren staffierten Landschaften sowie seine Tierbilder sind von überaus schlichter Naturwahrheit, von gediegener Zeichnung und ansprechendem Kolorit, z. B.: eine Schmiede in Villiers sur Morin (1867), der Brunnen »meines Wurstkrämers« (1869), eine Schar erschreckter Esel, die Mühle (1872, im Museum zu Marseille), verdorbener Wein u. a. Er lebt in Villiers sur Morin (Seine-et-Marne).

Severdonck, Joseph van, belg. Historien- und Genremaler, Schüler von Wappers, malte kirchliche und Schlachtenbilder wie auch Genrestücke von sehr verschiedenem Wert. Gelobt wurden die in der Notre Dame-Kirche zu Namur von ihm gemalten 14 Stationen wegen ihrer meisterhaften Komposition, und gerade hierin zeigte er sich sehr schwach in dem (jedes künstlerischen Mittelpunkts ermangelnden) Bild: Schlacht bei Gravelingen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 489.