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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Sirouy; Sjöstrand; Skarbina; Skell; Slingeneyer

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Sirouy - Slingeneyer.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Sinkel'

in Düsseldorf unter Karl Müller und malt in dessen Geist religiöse Bilder strengen nazarenischen Stils von tiefer Empfindung und sorgfältiger Ausführung, daneben auch sehr gut aufgefaßte, lebenswahre Bildnisse, z. B. noch auf der Düsseldorfer Ausstellung 1880 die des Grafen und der Gräfin von Spee. Er machte Studienreisen in Deutschland, in den Niederlanden und 1867 in Italien.

Sirouy (spr. ssiruih), Achille Louis Joseph, franz. Lithograph und Maler, geb. 29. Nov. 1834 zu Beauvais (Oise), Schüler von Emile Lassalle und Couture, machte sich seit 1853 durch zahlreiche bedeutende Lithographien nach Delacroix, Decamps, Meissonier, Zassaert und Knaus bekannt und brachte auf die Ausstellungen auch sehr lebensvolle historische Genrebilder und Porträte, z. B.: die Strafe des Tantalus (1866), der Spiegel (1868), der verlorne Sohn (1873), der Stammbaum Christi (1874), meine kleine Nichte (1877) und die Sphinx (1880). Als Lithograph erhielt er mehrere Medaillen und 1869 das Kreuz der Ehrenlegion.

Sjöstrand (spr. schö-), Karl Eneas, schwed. Bildhauer, geb. 11. Sept. 1828 zu Stockholm, Sohn eines Historienmalers, bildete sich 1847-55 auf der dortigen Akademie, ging dann nach Kopenhagen und schuf sein sehr beifällig aufgenommenes Erstlingswerk: Gesang Wainämoinens, nach dem finnischen Nationalepos »Kalewala«, infolge dessen er mit einem Erzdenkmal des finnischen Geschichtschreibers Porthan für die Stadt Åbo beauftragt wurde, für dessen Ausführung er 1857 eine Studienreise nach dem östlichen Finnland und 1860 nach Rom machte, wo er das Denkmal vollendete. 1861 nach Schweden zurückgekehrt, gründete er 1863 in Helsingfors eine Antikenschule für Bildhauer und machte sich um die Erweckung der Skulptur in Finnland sehr verdient. Seine übrigen bedeutenden Werke sind: eine kolossale Christusstatue in der Dreifaltigkeitskirche zu Upsala, Bragi und Iduna, die Wikinger und andre der nordischen Mythe und Geschichte entlehnte Gegenstände sowie mehrere Kolossalbüsten von Shakespeare, Beethoven u. a. ↔

Skarbina, Franz, Genremaler zu Berlin, machte sich in den letzten Jahren durch den ausgeprägtesten Naturalismus seiner Bilder bekannt, dem es an jeder künstlerischen Noblesse fehlt, ein Mangel, der sich in seinen Bildern aus der modernen Gesellschaft besonders fühlbar macht, z. B. in der hart ans Karikierte grenzenden Antrittsvisite. Gelungener waren dagegen, trotz ihrer reizlosen künstlerischen Form, durch ihren Humor: die kartenspielenden Spießbürger, die ebenfalls humoristischen strategischen Studien und der treffend charakterisierte zu Fuß wandelnde Friedrich d. Gr. (1878). Eine Schauerkomposition, welche die Schreckensscenen von Wiertz womöglich noch überbietet, aber koloristisch weit hinter ihnen zurücksteht, war 1878 sein Erwachen in der Anatomie, ein dort unter lauter Leichen liegender Selbstmörder, dem das Leben zurückgekehrt ist; ganz andrer Art seine neuesten Bilder: Seelenaustausch und Sonnenuntergang. S. ist Lehrer des anatomischen Zeichnens an der Akademie zu Berlin.

Skell, 1) Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 14. Okt. 1833 zu Schloß Berg am Starnberger See, wurde auf der Akademie in München gebildet und nahm 1861 dort seinen Wohnsitz. In seinen zahlreichen, sehr gefälligen Darstellungen der Alpennatur wie der Hügel- und Alpenseenpartien der Vorlande ist er gleich tüchtig, z. B.: Mühle bei Berchtesgaden, Motiv aus Oberbayern u. a.

2) Ludwig, Genremaler, geb. 1842 zu Obergünzburg (Schwaben und Neuburg), machte von 1860 an seine Studien auf der Akademie in München und blieb daselbst wohnhaft. Neben dem Genrefach kultiviert er auch die Landschaft und das Porträt. Sehr ergötzlich sind seine Skizzen und Zeichnungen der Feste Münchener Künstler, auch seine Illustrationen zu Märchen und Balladen, z. B. zum »Erlkönig«, zu »Schneewittchen« u. dgl. Auch durch Lithographien hat er sich in weitern Kreisen bekannt gemacht.

Slingeneyer, Ernest, belg. Historienmaler, geb. 29. Mai 1823 zu Loochristy bei Gent, Schüler von Wappers, trat schon 1839 mit einem historischen Bild auf, das,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 494.