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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Spielter; Spiers; Spitzweg; Splitgerber; Spread

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Spielter - Spread.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Sperl'

München, wo er unter Anschütz (gest. 1880) die Malklasse und unter v. Ramberg die Komponierschule besuchte. Den Unterricht des letztern genoß er bis zu dessen Tod 1875. Unter seinen kleinern Genrebildern sind zu nennen: der neue Anzug, Brautschau, Gang zur Taufe, und unter seinen größern Gemälden: eine schwäbische Bauernhochzeit und der Urlauber.

Spielter, Karl Johann, Maler, geb. 1. Febr. 1851 zu Bremen, widmete sich anfangs dem Kaufmannsstand in seiner Vaterstadt und in Liverpool, bis er 1876 seiner Neigung zur Kunst folgte und nach München ging, wo er Schüler von Benczur, Ferd. Barth, Otto Seitz und zuletzt Komponierschüler von Gabriel Max wurde. Als solcher stellte er 1880 sein erstes größeres Bild: Ophelia in der Wahnsinnsscene, aus, die, wenn auch in der Modellierung des Körpers noch mangelhaft, doch im Ausdruck des gestörten Seelenzustands und im Kolorit sehr lobenswert war.

Spiers, Phéné, engl. Architekt, geb. 1838 zu Oxford, war 1858-61 Schüler der École des beaux-arts in Paris unter Questel und bis 1864 Schüler von Matth. Digby Wyatt in London, machte dann größere Studienreisen in Deutschland, Frankreich, dem südlichen Europa und dem Orient, baute 1872 und 1873 mehrere Schulen in London und in den folgenden Jahren den Turm im Locke Park zu Barnsley (Yorkshire) sowie mit dem Pariser Pronquois das Herrenhaus in Impney bei Droitwich (Worcestershire). Er ist Mitglied des Instituts der britischen Architekten und seit 1863 Mitglied der Akademie in London.

Spitzweg, Karl, humoristischer Genremaler, geb. 5. Febr. 1808, war anfangs Gehülfe in einer Apotheke zu München und zu Straubing, bezog 1830 die Universität in München, mußte aber wegen einer Krankheit das Studium unterbrechen und ging nach seiner Genesung zur Malerei über und zwar zunächst zur Landschaft (1836) und später zum Genre. Nachdem er mehrere Jahre für die »Fliegenden Blätter« gearbeitet hatte, brachte er vom Beginn der 40er Jahre an eine ↔ Fülle von Bildern, die, oft mit der Landschaft verbunden, entweder den Humor zur Hauptsache machen, oder in einem ernsten oder anmutigen Stoff die Saite des Gemüts anschlagen und zum Herzen sprechen. Der erstern Art sind z. B.: der Sonntagsjäger (1844), der Witwer, der Polizeidiener, der sich aus Langerweile auf seinem Posten die Zeit mit Fliegenfangen vertreibt, der Bücherwurm (1852), der federnschneidende Schreiber, die Bibelauslegung (1860), der Briefträger in einem Landstädtchen, Rast einer wandernden Schauspielertruppe, der Anachoret (1860), der Porträtmaler u. a.; der zweiten Art gehören z. B. an: die Schulkinder (1859), Dachauerinnen in der Waldkapelle, türkisches Kaffeehaus (1862), Wiedersehen alter Freunde, der Postwagen, die Sennerin, die Gebirgspartie, Abend in einer Stadt u. a. Seine Werke sind mit größter Sorgfalt durchgebildet und mit einem durch das Studium der alten Meister ausgebildeten Farbensinn ausgestattet. Er erhielt den bayrischen Michaelsorden erster Klasse.

Splitgerber, Karl Martin August, Landschaftsmaler, geb. 27. Aug. 1844 zu Steingaden (Oberbayern), besuchte die Akademie zu München unter Anschütz, dessen Schule er jedoch verließ, um sich als Autodidakt dem Landschaftsfach zuzuwenden. Bis jetzt brachte er mehrere treffliche Motive aus dem künstlerisch noch wenig ausgebeuteten Altmühlthal, z. B. germanischer Opferplatz daselbst.

Spread (spr. sspredd), Henry F., brit. Genre- und Porträtmaler, geb. 1844 zu Kinsale in Irland, machte einige Jahre seine Studien in den Schulen von South Kensington, wo er mehrere Preise erhielt, und erlernte später die Aquarellmalerei unter Rivière und Henry Warren. Nachdem er dann noch ein Jahr (1863) Schüler von Slingeneyer in Brüssel gewesen war, ging er nach Australien, malte in Melbourne viele Bildnisse, machte von da aus Reisen nach Neuseeland und Tasmania und ließ sich 1870 in Chicago nieder, wo er Mitglied der Zeichenakademie ist. Zu seinen bedeutendern Bildern gehören: der Barde, Heiratsgedanken,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 501.