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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Tancrĕdi; Tassăra; Tatkelew; Tautenhayn

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Tancredi - Tautenhayn.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Tait'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

durch das Studium der dortigen Natur ausbildete und 1858 Mitglied der Nationalakademie wurde. Unter seinen in Amerika sehr geschätzten Tier- und Jagdbildern nennen wir: die Ente und ihr Junges (1868), das aufgeschreckte Haselhuhn (1869), unsre Lieblinge (Landschaft von James M. Hart), Rebhühnerjagd (1871), das Warten auf die Boote (mit Hart), eingeschneit etc.

2) John R., amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1834 zu Cincinnati, zeigte schon früh ein künstlerisches Talent, widmete sich aber erst in spätern Jahren der Malerei. 1852 ging er nach Italien, malte einige Jahre in Florenz und Rom als Dilettant, beschäftigte sich mehr mit litterarischen Arbeiten und gab 1859 Gedichte unter dem Titel: »Dolce far niente« heraus. 1859 aber ging er nach Düsseldorf, wo er mit Einschluß seiner Studienreisen elf Jahre verweilte und Schüler von August Weber und A. Achenbach war. Später schlug er eine von beiden Lehrern verschiedene Richtung ein. Unter den mehr in der Zeichnung als im Kolorit ausgezeichneten Bildern, mit denen er namentlich die europäischen Ausstellungen beschickte, sind die bedeutendsten: Wasserfall in den Pyrenäen, Meiringen in der Schweiz, der Walensee daselbst, Einsamkeit, Abend am See, eine Idylle aus Tirol und der Sommer. Vor einigen Jahren ließ er sich in Baltimore nieder.

Tancrĕdi, Raffaello, ital. Maler des historischen Genres, geb. 1838 zu Resina bei Neapel, war Schüler von Mancinelli in Neapel, ging 1869 nach Florenz und konkurrierte dort um den ersten historischen Preis mit dem Bild: Buosa da Duera von seinen Mitbürgern erkannt und beschimpft. Obgleich das Bild sehr gerühmt wurde, erhielt sein älterer Nebenbuhler den Preis, er dagegen den Orden der italienischen Krone. Unter seinen dann folgenden Bildern sind zu nennen: der neapolitanische Admiral Caracciolo auf Befehl des englischen Admirals Nelson am Mastbaum eines Schiffs aufgehängt 1799 (im Besitz des Königs von Italien), Rückkehr König Ferdinands IV. von Neapel von der Jagd und einige Genrebilder aus dem Volksleben. ↔

Tassăra, Giovanni Battista, ital. Bildhauer, geb. 1841 zu Genua, widmete sich auf der dortigen Akademie vorzugsweise der idealen Skulptur, machte 1860 als Offizier den Feldzug in Sicilien mit, kehrte dann nach Genua zurück und ließ sich 1861 in Florenz nieder. Die erste seiner bedeutendern Arbeiten war eine Gruppe von Liebesgöttern, dann folgten: singende Engel, eine auf den Ausstellungen in München und in Wien sehr gerühmte Vase, umsponnen mit reichen Figuren, die den Kampf der Leidenschaften im Menschen darstellen und hierin eine an Michelangelo erinnernde phantastisch-wilde Energie entwickeln; später, nachdem er sich 1873 eine Zeitlang in Wien aufgehalten, brachte er: eine Kolossalstatue des Moses für die Kapelle des Campo Santo in Genua, zwei Marmorkandelaber mit Putten in Reliefs, eine Nereide und ganz neuerdings ein Denkmal Bellinis für den Dom in Catania auf Sicilien. Er ist Professor der Akademien zu Florenz und Genua.

Tatkelew, Vogisny, ein erst in jüngster Zeit als bejahrter Mann bekannt gewordener russischer Maler, der, geboren um 1813 als Sohn eines Leibeignen, in seinem Herrn einen Beförderer seiner künstlerischen Bestrebungen fand, diesen aber sehr bald durch den Tod verlor, dann ein wechselvolles Leben führte, 15 Jahre lang Soldat war und nach seiner Entlassung für die Witwe seines ehemaligen Herrn mehrere Bilder malte. 1854 machte er den Feldzug in der Krim mit, schlug sich später kümmerlich durch, bis sein Skizzenbuch einem Reisenden unter die Augen kam, der ihn veranlaßte, einige Bilder für die Ausstellung in Moskau 1873 zu malen. Sie stellten Scenen aus dem Krieg in der Krim dar, machten durch ihre überwältigende Darstellung, ihre ergreifende Naturwahrheit und ihr glänzendes, an Horace Vernet erinnerndes Kolorit großes Aufsehen und wurden für 60,000 Rubel für die Gallerie des Winterpalastes in Petersburg angekauft.

Tautenhayn, Joseph, Medailleur, geb. 1837 zu Wien, machte als Schüler der dortigen Akademie unter Franz Bauer strenge Studien nach der Natur und der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 516.