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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Thiele; Thiersch; Thirion; Thom

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Thiele - Thom.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Theed'

Marmorgruppe: Hagar und Ismael, und die 1879 in Manchester aufgestellte Statue Gladstones.

Thiele, Julius Arthur, Landschafts- und Jagdmaler, geb. 11. Juni 1841 zu Dresden, trieb in seiner Jugend viel das Weidwerk, besuchte die Akademie seiner Vaterstadt und trat in das Atelier von Julius Hübner, wo er zwei Stillleben (totes Wild und Geflügel) malte. Allmählich ging er mehr zur Landschaft (mit Jagdstaffage) über, war eine Zeitlang Schüler von Ludwig Richter und ging dann nach München, von wo er aber aus Gesundheitsrücksichten bald wieder nach Dresden zurückkehrte. 1868 und 1872 besuchte er auch Düsseldorf, wo mehrere treffliche Ölbilder: Hochwild am Herbstmorgen, Hochwild im Winter, der Hirsch vor der Jägerstatue, entstanden. Außer derartigen spätern Ölbildern brachte er viele Rauch- und Albumbilder ähnlichen Inhalts. Auch von der Insel Rügen, die er auf Einladung des Fürsten Putbus besuchte, brachte er mehrere mit Jagd staffierte Landschaften. Seine Bilder sind von origineller, poetischer Auffassung und vorzüglicher Technik.

Thiersch, Ludwig, Historienmaler, geb. 12. April 1825 zu München, Sohn des bekannten Philologen Friedrich v. T., widmete sich anfangs auf der dortigen Akademie unter Schwanthaler der Bildhauerkunst, ging aber nach einigen Jahren zur Malerei über und wurde Schüler von Heinrich Heß, Schnorr und insbesondere von Karl Schorn. Nach seinen ersten in der Zeichnung noch mangelhaften, aber von großem Farbensinn zeugenden Bildern: Sakuntala (1848) und Kamisardenscene, ging er nach Rom, malte Bilder aus dem italienischen Volksleben und einen koloristisch ebenfalls gerühmten Hiob. 1852 begleitete er seinen Vater nach Athen, malte dort in der Kirche St. Nikodemus Fresken, kehrte 1855 zurück und wurde 1856 nach Wien berufen, wo er die griechische Kirche ebenfalls mit Fresken schmückte. Seine nächsten Arbeiten waren in München: Charon als Seelenführer (für den Baron Sina), Bacchus' Einzug in den Hain von Kolonos und Klage der Thetis um Achilleus. 1860 erhielt er eine ↔ Berufung nach Petersburg, um Bilder in den Kapellen der Großfürsten Nikolaus und Michael und in der protestantischen Katharinenkirche zu malen. Unter seinen nachherigen historischen Arbeiten sind besonders zu nennen: in der Stiftskirche zu Kempten die Auferweckung der Tochter des Jairus und Christus in Gethsemane, die stilvoll behandelte, aber im Kolorit einem Freskobild ähnliche Predigt des Paulus auf dem Areopag in Athen (1866), Christus am Teich Bethesda, ein ziemlich verunglückter Christus in der Wüste, worauf er dann einige recht wohl gelungene Genrebilder aus dem bayrischen Gebirge und ganz neuerdings (1879) Alarich in Athen als Sieger gefeiert folgen ließ, worin er den Kontrast der germanischen Kraft gegen das verfallene Griechenland treffend veranschaulicht. Er ist Mitglied der Akademie in Petersburg, Inhaber des bayrischen Michaels-, des griechischen Erlöser- und des russischen Stanislausordens.

Thirion (spr. tirióng), Eugène Romain, franz. Historienmaler, geboren zu Paris, Schüler von Picot, Fromentin und Cabanel, malt biblische und legendarische Bilder von edler Komposition, trefflicher Zeichnung und kräftigem Kolorit, z. B.: Rebekka am Brunnen, die christlichen Märtyrer in der Arena, St. Paulus, Eremit in der Thebaïs auf den Knien vor dem heil. Antonius (1868, Museum in Bourges), St. Severinus Almosen austeilend (1869, Museum in Caen), die triumphierende Judith (1873, Museum in Tours), Euterpe u. a. Auch seine Porträte werden sehr gerühmt. 1872 wurde er infolge seiner Malereien in der St. Josephskapelle der Dreifaltigkeitskirche zu Paris Ritter der Ehrenlegion.

Thom, James Crawford, britisch-amerikan. Genremaler, geboren in Schottland, war Schüler von Edouard Frère zu Paris und lebte nachher abwechselnd in England und in den Vereinigten Staaten. Seit 1864 stellte er zahlreiche, sehr beifällig aufgenommene Genrebilder, hin und wieder auch Landschaften aus, z. B.: Rückkehr aus dem Wald, müde vom Warten, Gang zur Schule, Haushaltungspflichten, Liebe in der Küche, Allerheiligentag u. a.