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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Vely; Vera; Verboeckhoven; Vereschagin

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Vely - Vereschagin.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Vela'

in Paris große Bewunderung fand (historisches Museum zu Versailles), die Statue des Königs Victor Emanuel im Rathaus zu Turin, des Philosophen Rosmini, des Staatsmanns Manin, die Desolazione (das trauernde Italien), das Brunnenstandbild Wilhelm Tells (die beiden letztern in Lugano) und die herrliche Statue des Frühlings. 1879 wurde er mit einer Statue Correggios für dessen Vaterstadt beauftragt, die 1880 enthüllt wurde. Sehenswert ist seine mit Statuen reich geschmückte Villa bei Ligornetto. Er ist Mitglied der Akademie in Mailand, wurde 1863 Ritter und 1867 Offizier der Ehrenlegion.

Vely, Anatole, französischer Genre- und Porträtmaler, geboren zu Ronssoy (Somme), Schüler von Signol, machte sich in den letzten Jahren durch einige von großem Talent zeugende, viel verheißende Genrebilder bekannt, z. B.: Lucia von Lammermoor, die Méditation (1875), der erste Schritt (1876) und der sinnreiche geschwätzige Brunnen. Er malt auch sehr gelungene Bildnisse.

Vera, Alejo, span. Historien- und Genremaler, geboren zu Viñuela (Provinz Malaga), Schüler Madrazos, bildete sich später in Rom aus und machte sich durch seine von poetischer Auffassung und tiefem Gefühl zeugenden Bilder um die Hebung der Kunst in Spanien sehr verdient. Mit besonderm Beifall wurde namentlich sein Bild von 1862, Bestattung des heil. Lorenz in den Katakomben Roms, auf der Weltausstellung in Philadelphia 1876 aufgenommen. Ebenso geistvoll und gründlich studiert sind einige Genrebilder aus dem Leben der alten Römer.

Verboeckhoven, 1) Eugène Joseph, belg. Tiermaler, geb. 8. Juli 1799 zu Warneton (Westflandern), Bruder des folgenden, erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater, einem Bildhauer, bei dem er schon damals mit Vorliebe Pferde und andre Tiere modellierte, was er auch später fortsetzte, als er bereits zur Malerei übergegangen war. Dieser Übung verdankt er die Genauigkeit in der Zeichnung der Tiere (insbesondere der Schafe), deren ↔ Körperbau, Ausdruck und Bewegung er im kleinen Maßstab mehr zierlich und graziös als kräftig und in lebhafter Bewegung darstellte. In seinen größern Bildern ist daher die Ausführung oft zu minutiös. Seltener schilderte er die Tiere in aufgeregtem Zustand, z. B. eine vom Gewitter aufgeschreckte Herde, Pferde von Wölfen überfallen. 1826 besuchte er England, 1828 Deutschland, 1841 Frankreich und Italien und nahm dann seinen Wohnsitz in Brüssel. Besonders reich ist er im Museum zu Leipzig vertreten, darunter vier Schafbilder und zwei, in denen Pferde die Hauptsache sind; andre in den belgischen Museen, in der Nationalgallerie zu Berlin und in vielen Privatsammlungen. Noch auf die Pariser Ausstellung 1878 brachte er sechs ihn gut charakterisierende Bilder. Er hat auch 22 Blätter mit Tierdarstellungen radiert. Als Inhaber vieler Medaillen, Ritter der Ehrenlegion, Offizier des Leopoldsordens, Mitglied der Akademien von Amsterdam, Gent und Antwerpen starb er 20. Jan. 1881 in Brüssel.

2) Charles Louis, belg. Marinemaler, geb. 1802 zu Warneton (Westflandern), Bruder des vorigen, erhielt ebenfalls den ersten Unterricht im Zeichnen und Modellieren von seinem Vater, widmete sich nachher der Seemalerei, machte Studienreisen in den Küstenländern der Nordsee und brachte es hierin zu trefflichen Leistungen. Seestücke von ihm im Pavillon zu Haarlem und in den Museen zu Courtray und Leipzig.

Vereschagin, Basil, russ. Schlachtenmaler, geb. 26. Okt. 1842 zu Tscherepovets (Gouvernement Nowgorod), war bereits Offizier in der Marine, als er sich zur Malerei wandte und Schüler der Akademie in Petersburg wurde, wo er für sein erstes Bild: Ermordung der Freier der Penelope durch Odysseus (das er nachher wieder zerstörte), eine Medaille erhielt. Nachdem er die Länder des Kaukasus besucht hatte, ging er nach Paris und wurde Schüler von Gérôme. 1867-70 nahm er an der Expedition des Generals Kaufmann in Turkistan teil, bereiste von 1874 bis 1876 Indien, war beim Ausbruch des russisch-türkischen Kriegs beim General-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 534.