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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Wertheimer; West; Westmacott; Wex; Weyr; Weysser

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Wertheimer - Weysser.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Werres'

Auffassung und sehr sorgfältiger Ausführung. Dahin gehören: an der Portalfronte des Wallraf-Richartz-Museums die Standbilder der Erzbischöfe Bruno und Engelbert I. sowie des Gelehrten Albertus Magnus, sodann das Doppelstandbild von Wallraf und Richartz (Grabdenkmal) und sechs Statuen an den Pfeilern im Langhaus des Doms. Andre Werke von ihm: eine Taufe Christi, eine Statue der Flora und die etwas sentimentale Gruppe: Amor und Venus.

Wertheimer, Gustav, Historienmaler in Wien, malte bis jetzt einige Historienbilder, unter denen auch der Untergang der Agrippina auf dem Wunderschiff war, ein Bild von kolossalen Dimensionen, das, wenn auch ein Gegenstand der Verirrung, doch ein bedeutendes Kompositionstalent und ein richtiges koloristisches Gefühl verrät. Auch der Karton aus dem »König von Sion« (Tempelorgien-Scene) und die der Urmythe entnommene wilde Jagd sowie die Allegorien des Orkans zeigten noch Mangel an künstlerischer Durchbildung. Mit größerm Glück bewegt er sich in der dekorativen Malerei, z. B. in einem großen Deckengemälde: Venus Anadyomene. Seine letzten Bilder waren die im Gegenstand an Gabriel Max erinnernde tote Blume und der Traum des Fischers (1880).

West, Peter, britisch-amerikan. Tiermaler, geboren 1833 zu Bedford, erhielt seinen ersten Unterricht in London, zog dann mit seinem Vater, einem Gemälderestaurateur, nach Amerika, widmete sich dort mit Erfolg der Tiermalerei und ließ sich neuerdings in Cleveland (Ohio) nieder, wo er namentlich viele Pferdeporträte malt und in diesem Fach sehr geschätzt wird.

Westmacott, James Sherwood, engl. Bildhauer, der sich seit der Mitte der 40er Jahre durch seine Bildwerke idealen Inhalts und idealer Behandlung einen geachteten Namen gemacht hat. Nachdem er sich einige Jahre (um 1850) in Rom aufgehalten hatte, brachte er mehrere Reliefs nach der Art von Thorwaldsens Nacht und Morgen, sodann die sehr gerühmte Gruppe eines Simson mit dem Löwen (1853), die Marmorstatue einer Peri an Edens ↔ Thor (nach Moores »Lalla Rookh«), ein Mädchen an der Quelle, eine Victoria, die den Kranz von ihrem Haupt nimmt, um einen Sieger damit zu bekränzen, eine Statue Alexanders d. Gr. und eine reizende Elaine (nach Tennyson). Für das Haus der Lords im Parlamentsgebäude schuf er die Statuen der Grafen Gloucester und Winchester.

Wex, Wilibald, Landschaftsmaler, geboren 1831 auf Karlstein bei Reichenhall, widmete sich anfangs dem Forstfach, wurde in München Schüler von Richard Zimmermann, bildete sich aber mehr durch eignes Studium und Reisen in den bayrischen Hochgebirgen sowie in Tirol, der Schweiz und Italien aus, hatte jedoch mit seinen in den Farben zu sehr experimentierenden Landschaften nur mäßigen Erfolg.

Weyr, Rudolf, Bildhauer in Wien, Schüler des Bildhauers und Graveurs Cäsar, machte sich zuerst bekannt durch seine vier Figuren der Elemente an der Fassade des Fischerschen Hauses am Hof zu Wien und begründete seinen Ruf als talentvoller Bildner durch das dem Kaiser 1875 vom Niederösterreichischen Gewerbeverein dargebrachte Jubiläumsgeschenk, bestehend aus einem reich geschmückten Tafelaufsatz (Silber und Gold), dessen Hauptfigur die Statuette des Kaisers im Ornat eines Großmeisters vom Orden des Goldnen Vließes ist, mit vier am Sockel sitzenden Frauengestalten.

Weysser, Karl, Architekturmaler, geb. 1833 zu Durlach, besuchte die polytechnische Schule in Karlsruhe, studierte zwei Jahre Mathematik in Berlin und wurde 1855 Schüler der Kunstschule in Karlsruhe, wo er anfangs Descoudres zum Lehrer hatte, aber die Malerei der Figuren und Bildnisse mit der der Architektur vertauschte. Zu diesem Zweck bereiste er viele durch altertümliche Bauwerke interessante Städte in Schwaben und im Rheingebiet, bildete sich 1861-64 in München weiter aus und ließ sich in Karlsruhe nieder. Unter seinen mit großem Verständnis des architektonischen Charakters und mit Sorgfalt ausgeführten, aber koloristisch bisweilen uninteressanten Bildern sind zu nennen: schwäbisches Stadtthor, das

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 555.