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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Zimmer; Zimmermann

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Zimmer - Zimmermann.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ziem'

Bosporus, des Hellesponts und der Lagunenstadt fand. Seine venetianischen Bilder (Ansicht von Venedig von San Giacomo Maggiore aus u. a.), die er in den 50er Jahren brachte, hielten hierin noch ein gebührendes Maß; später aber geriet er in einen wahren Farbentaumel, der alle Naturwahrheit verleugnete. Dahin gehören z. B. ein Fest zu Venedig (1855) und eine Ansicht von Konstantinopel mit dem sich zur Moschee begebenden Sultan (1869). Unter seinen sonstigen Bildern nennen wir noch: der Bucentaur, Hinrichtung des Generals Carmagnola, Ausladung von Orangen bei Marseille (sehr manieriert), Venedig vor Sonnenaufgang, der Lido bei Venedig, die in Farbenglut schwimmende Riva degli Schiawoni u. a. Seit dem Ende der 60er Jahre stellte er keine Bilder mehr aus. Er erhielt zahlreiche Medaillen, 1857 das Ritter- und 1878 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.

Zimmer, Wilhelm, Genremaler, geb. 16. April 1853 zu Apolda, wurde als Sohn einer Wirkerfamilie für ein Handwerk bestimmt, kam nach einjähriger Lehrzeit zu einem Lithographen nach Weimar, verband aber mit der Arbeit in dessen Atelier den Besuch der Zeichenschule. Hier erkannte Kalckreuth sein originelles Talent und nahm ihn in die Kunstschule, wo seine Begabung sich rasch entwickelte. Seine Bilder sind Scenen aus dem Dorfleben, besonders dem der Jugend, voll Wahrheit und Humor, z. B.: die verunglückte Schlittenfahrt, die lustige Schlittenfahrt, im Sommer, alle Neune, Sonntagsvergnügen auf dem Land (1876), die in den Figuren etwas allzu derbe thüringische Kartoffelernte, Bauernhof in Thüringen und das malerisch feinste seiner Bilder: die Abfahrt (1880).

Zimmermann, 1) Albert, Landschaftsmaler, geb. 1809 zu Zittau, bildete sich anfangs gegen seinen Willen in der Musik aus, trieb aber daneben die Landschaftsmalerei, zu deren Erlernung er nach Dresden und später nach München ging, von wo er seitens der österreichischen Regierung als Professor an die Akademie in Mailand berufen wurde. Von hier kam er 1860 an Steinfelds Stelle an die Akademie in Wien. Seine Bilder, die bis ↔ zu einem gewissen Grade die ideale oder stilistische Landschaft vertreten, zeigen eine großartige Auffassung der Gebirgsnatur, romantischen Zauber, technisch vollendete Darstellung und insbesondere eine mächtige Wirkung des Lichts. Häufig sind sie mit einer geistvollen mythologischen Staffage versehen. Zu den ältern derselben gehören: eine große Gebirgslandschaft mit einem tobenden Bach und eine große Felsenlandschaft mit einem Kampfe von Kentauren gegen Leoparden (beide in der Neuen Pinakothek in München und ähnlich im Museum zu Leipzig), Faust und Mephistopheles am Hochgericht, der Comer See und Golgatha (beide in der Gallerie Schack in München), der Bergsturz, der Hohe Göll, der Chiemsee, die verschieden beurteilte Morgendämmerung am Großvenediger, Hühnerjagd, Gebet der Bergknappen vor der Einfahrt in den Schacht, Alpenglühen am Lago Piano in der Lombardei, der Luganer See, Schwarzensee bei Berchtesgaden, Fichtenlandschaft, Sonnenuntergang am Hintersee; zu den spätern: Mondnacht an der Weser u. a. Aus seiner Schule ging eine bedeutende Anzahl tüchtiger Landschaftsmaler hervor. Er lebt seit einiger Zeit in Salzburg und ist Ehrenmitglied der Akademie in Petersburg, Mitglied der Akademie in München und Inhaber des bayrischen Michaelsordens.

2) Ernst Karl Georg, Genremaler, geb. 24. April 1852 zu München, erhielt von 1868 an den ersten Unterricht von seinem Vater, dem Genremaler Reinh. Seb. Z. (s. 5), kam dann auf die dortige Akademie, wo er sich unter Strähuber und Anschütz ausbildete und in Wilh. Diez einen trefflichen Lehrer fand. Später machte er Studienreisen nach Venedig, dem Bodensee, nach Paris und Wien. Auf seine ersten schon beifällig aufgenommenen Bilder: ein seine Geige flickender Mönch und Seiltänzerbande in einer Dorfscheune, folgte in den letzten Jahren eine Reihe köstlicher Genrebilder, meist aus dem Leben der Fischer am Bodensee, darauf der Spaziergang einer jungen Prinzessin, der gerechtes Aufsehen machte, und neuerdings ein historisches, allzu modernisierendes Bild: der Knabe Jesus im Tempel,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 574.