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Delphin – Delphinium
das Theater und die Fundamente einer von den Athenern erbauten, mit Schiffschnäbeln und ehernen Schilden geschmückten Stoa, außerhalb des Peribolos westlich das Stadion und den Versammlungsplatz der Amphiktyonen (die sog. Pyläa), östlich unterhalb einer Schlucht des Parnaß die Quelle Kastalia, weiterhin das Gymnasion und die Fundamente mehrerer Tempel, unter denen der der Athene Pronoia der wichtigste war.
Die große Bedeutung und der mächtige Einfluß, den das Orakel auf die hellenischen Staaten ausübte, beruhte hauptsächlich aus der Klugheit einer wohlorganisierten Priesterschaft, welche in allen Teilen der hellenischen Welt Verbindungen hatte und daher über die innern Verhältnisse der Einzelstaaten, über deren Beziehungen zueinander, endlich insbesondere über die Gründung von Kolonien und Handelsplätzen im Auslande gute Aufschlüsse und oftmals einsichtige Ratschläge zu erteilen wußte. Sie stand besonders mit Sparta, später auch mit den Herrschern von Macedonien in enger Verbindung. Doch hat die rückhaltslose Parteinahme, mit der sie die Politik dieser beiden unterstützte, ihrem Ansehen viel geschadet. Ein bloßes Werkzeug in den Händen dieser Priesterschaft war die Prophetin des Gottes, die Pythia (s. d.). Früher erteilte man nur einmal im Jahre, am siebenten Tage des Frühlingsmonats Bysios, regelmäßig Orakel, wovon man wohl nur für die Gesandten mächtiger Staaten oder auswärtiger Fürsten, die mit reichen Geschenken kamen, Ausnahmen machte. Später fanden allmonatliche Orakelverkündigungen statt. – Vgl. Hüllmann, Würdigung des Delphischen Orakels (Bonn 1837): Götte, Das Delphische Orakel in seinem polit., religiösen und sittlichen Einfluß auf die Alte Welt (Lpz. 1839); Foucart, Mémoire sur les ruines et l’histoire de Delphes (in den «Archives des missions scientifiques et littéraires», 2. Serie, Abteil. 1, Par. 1865); Mommsen, Delphika (Lpz. 1878); Döhler, Die Orakel (Berl. 1862); Pomtow, Beiträge zur Topographie von D. (ebd. 1890).
Delphīn, in früherer Zeit gebräuchliche Bezeichnung für die Henkel der Geschützrohre, die häufig eine fischförmige Gestalt hatten (s. Geschütz); im Altertum ein schweres Stück Eisen in Form eines D., das auf Kriegsschiffen an den Endpunkten der Rahen geheißt wurde, um auf feindliche Schiffe beim Entern geworfen zu werden.
Delphīn, Sternbild am nördl. Himmel, kenntlich an vier Sternen dritter und vierter Größe, die einen Rhombus bilden. Es besteht (nach Heis) aus 31 dem bloßen Auge sichtbaren Sternen, von denen aber 26 schwächer als vierter Größe sind. Drei von den vier Rhombussternen sind doppelt und dreifach, indem sie schwache Begleiter haben.
Delphinaptĕrus, Beluga, s. Delphine.
Delphināt (Delphinātus), s. Dauphiné.
Delphīne (Delphinĭdae), eine sehr artenreiche Gruppe der Waltiere oder Cetaceen, welche sich durch kegelförmige, in beiden Kiefern ringsherum stehende Zähne auszeichnet und von den Systematikern je nach dem Vorhandensein oder Fehlen der Rückenflosse, nach der Gestalt des Kopfes, der Anzahl der Zähne und der Länge der Kiefern in mehrere Familien und Gattungen (Meerschwein, Delphin, Schnabeldelphin, Dögling, Nacktdelphin u. s. w.) getrennt worden ist. Die D. haben einen cylindrischen, oft sehr großen Körper und mehr oder minder schnabelförmige Kinnladen ohne deutlichen Gelenkkopf, welche aber auch bei manchen ganz kurz und abgerundet sind. Sie leben in allen Meeren verbreitet, zeigen sich als gefräßige, den Menschen indes ungefährliche Raubtiere, kommen meist gesellig vor und schwimmen mit großer Schnelligkeit und Ausdauer. Ihr Fleisch ist schlecht und wird nur von rohen Völkern und armen Strandbewohnern gegessen. Thran liefern sie in ziemlicher Menge. ^[Spaltenwechsel]
Am bekanntesten ist der gemeine Delphin (Delphinus delphis L., s. Tafel: Wale, Fig. 2), der auch von allen am weitesten, in allen Meeren der nördl. Halbkugel verbreitet gefunden wird; er wird 2‒2,30 m lang und trägt eine gegen 46 cm hohe Rückenflosse, wenig hinter der Mitte des Rückens. Die Schnauze ist durch einen Wulst von der Stirn geschieden. Er ist der Delphin der Alten, der allerdings sogar einigermaßen zähmbar ist. Ihm nahe steht der weit größere Tümmler (Delphinus tursio Fabricius), mit rasch abfallender Stirn, der besonders im Atlantischen Ocean vorkommt. Das Meerschwein oder der Braunfisch (Phocaena communis Cuvier) ist im Mittelmeere selten, sonst in allen europ. Meeren, wo er herdenweise lebt, der häufigste Delphin, wird 1‒1,5 m lang, hat einen stumpfen Kopf und trägt eine 9 cm hohe Rückenflosse. Seine Oberseite ist schwärzlich und seine Unterseite weiß. Sein schwärzliches Fleisch ist thranig und von widrigem Fischgeruche; dennoch galt es einstmals in England für einen Leckerbissen. Der weiße Delphin oder Beluga (Delphinapterus leucas Lacépède) zeichnet sich durch seine weißgelbe Färbung und den Mangel der Rückenflosse aus. Er lebt in kleinen Gesellschaften nur in den hochnordischen Meeren und besonders in fischreichen Flußmündungen. Die Grinde oder Butzköpfe (Globiocephalus) von schwarzer Farbe, mit kurz abgestutztem Kopfe und weit auseinander stehenden Hakenzähnen, bis 6 m lang, bewohnen die nördl. Meere und werden besonders an den Faröern gejagt. Die Döglinge (Hyperoodoon) sind große D., die bis zu 6 m lang werden und die Zähne des dünnen, schnabelartigen Mauls ganz verlieren, während im Gegenteile die noch größern, die Nordsee bewohnenden Schwertwale (Orca) einen so furchtbar bewaffneten Rachen haben, daß sie den Kampf mit Haifischen und selbst Finn- und Walfischen mit Erfolg aufnehmen. Eine eigentümliche Gruppe bilden die Schnabeldelphine der großen Flüsse, von denen eine Gattung (Platanista) den Ganges, eine andere (Inia) den Amazonenstrom und Orinoco bewohnen. Griech. und röm. Schriftsteller erwähnen oft der D., die in fabelhafter Gestalt abgebildet wurden, während man ihre Naturgeschichte mit Märchen ausstattete.
Delphinĭen, ein dem Frühlingsgott Apollon (s. d.) Delphinios zu Athen am 6. Munichion (Ende April) gefeiertes Fest, bei welchem er als Eröffner der während des Winters unterbrochenen Schiffahrt erscheint. Alle seine Heiligtümer lagen daher am Gestade des Meers. – Vgl. Preller, Apollo Dephinius (in den «Berichten der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften», 1854).
Delphinīn, C₂₂H₃₅NO₆, Alkaloid in dem Samen von Delphinium Staphisagria L. Neben ihm findet sich noch Staphisagrin, C₂₂H₃₂NO₅, nebst zwei weniger genau untersuchten weitern Alkaloiden, dem Delphinoidin und Delphisin.
Delphinĭos, s. Apollon (Bd. 1, S. 742 a).
Delphinĭum Tourn., Rittersporn, Pflanzengattung aus der Familie der Ranunkulaceen (s. d.).