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Eckstein (Utz) – Ecossaise
1842 Rektor der Hauptschule und daneben 1849 Kondirektor der Franckeschen Stiftungen. 1863 wurde er als Rektor der Thomasschule nach Leipzig berufen und zugleich zum außerord. Professor an der Universität und später zum Direktor der Abteilung des Pädagogischen Seminars für Gymnasiallehrer ernannt. Ostern 1881 legte er sein Schulamt nieder, las nur noch an der Universität und leitete die Übungen des Seminars. Er starb 15. Nov. 1885 in Leipzig. Seine wissenschaftliche Thätigkeit erstreckte sich besonders auf die Behandlung der lat. Schriftsteller, welche in der Schule gelesen werden: Nepos, Cäsar, Cicero, Phädrus, Tacitus und Horaz. Seine amtliche Stellung veranlaßte ihn zur Abfassung zahlreicher Programme, Abhandlungen und Reden. Außerdem beschäftigte ihn vielfach die Geschichte der Philologie und der Pädagogik. Eine Frucht dieser Studien ist der «Nomenclator philologorum» (Lpz. 1871); desgleichen viele Artikel in der «Allgemeinen Encyklopädie» von Ersch und Gruber und in mehrern Zeitschriften und Sammelwerken, namentlich die Abhandlung über den lat. Unterricht in Schmids «Encyklopädie des gesamten Erziehungs- und Unterrichtswesens» (Sonderausgabe unter E.s Vorlesungen über den griech. Unterricht, Lpz. 1887). Zur Bearbeitung der Lokalgeschichte fand er in Halle als Redacteur des Wochen-, nachherigen Tageblatts vielfache Veranlassung: selbständige Arbeiten auf diesem Gebiete sind: eine «Geschichte des Hospitals St. Cyriaci zu Halle» (Halle 1841), die unvollendete Fortsetzung von Dreyhaupts «Chronik der Stadt Halle» (6 Lfgn., ebd. 1842‒43), «Geschichte der Freimaurerei in Halle» (1842), die «Chronica montis sereni» (1856) und Beiträge zu der Festschrift «Die Stiftungen A. H. Franckes» (Halle 1863). In Leipzig hat er mancherlei über die Geschichte der Thomasschule geschrieben. Rege Teilnahme hat er stets besonders den Versammlungen der deutschen Philologen und Schulmänner geschenkt. All dem polit. Leben beteiligte er sich in Preußen als Mitglied der Zweiten Kammer, deren Sekretär er war, in zwei Sitzungsperioden (1849‒51, 1858‒60).
Eckstein, Utz (Ulrich), reformatorischer Pamphletist, 1528‒58 Pfarrer an Orten des Kantons Zürich und in Rorschach, schrieb breite, aber wirksame polemische Dialoge in Reimen; im «Concilium» (1525) parodiert er im voraus das Badener Religionsgespräch (Mai 1526), dem er später noch ein Lied widmet; sein «Reichstag» (1527) vertritt eine vermittelnde Lösung der Bauernunruhen (beide Dialoge gedruckt in Scheibles «Kloster», Bd. 8, Stuttg. 1847). – Vgl. Vögelin im «Jahrbuch für schweiz. Geschichte», Ⅶ, 91 fg. (Zür. 1882).
Eckstreben, s. Huf.
Eclaircieren (frz., spr. eklärß-), aufklären, erhellen, erläutern.
Eclaireurs (frz., spr. ekläröhr), einzelne Reiter, die in Sehweite vor einer Kavallerieabteilung vorausreiten, um das vorliegende Gelände aufzuklären. Napoleon Ⅰ. errichtete unter dem Namen E. besondere zum Aufklären bestimmte Eskadrons und Regimenter. In Frankreich bezeichnet man als E. überhaupt die zu Erkundungszwecken aller Art vorgeschickten größern oder kleinern Kavallerieabteilungen.
Éclat (frz., spr. eklá), eigentlich Splitter, Span, dann Knall, Geräusch, Lärm, Aufsehen erregender Vorfall, Auftritt, Skandal; auch Schimmer, Glanz; eklatánt, Aufsehen erregend, auffällig, glänzend; eklatieren, platzen, hervorbrechen, ruchbar werden.
Eclectus, s. Edelpapageien. ^[Spaltenwechsel]
Ecnŏmus (grch. Eknomos, jetzt Monte-Sant’ Angelo), im Altertum ein Berg auf der Südküste von Sicilien, westlich vom Flusse Himera, dem heutigen Salso. Hier wurde 311 v. Chr. der große, auch nach der einige Meilen östlich vom E. gelegenen Stadt Gela benannte Sieg der Karthager unter Hamilkar über die Syrakusaner unter Agathokles erfochten. Hier erlitten aber auch die Karthager 256 v. Chr. in einer großen Seeschlacht gegen Regulus und die Römer eine entscheidende Niederlage.
École (frz., spr. ekóll), Schule (s. Technisches Unterrichtswesen); É. d’application, Gewerbeschule; É. d’application de cavalerie, Kavallerieschule zu Saumur (s. d.); É. d’application (du corps) d’étatmajor, Generalstabsschule; É. des beaux-arts, Kunstakademie; É. des chartres, Pariser gelehrte Anstalt für das Studium von Handschriften, Urkunden u. s. w.; É. de droit, jurist. Fakultät. É. des mines oder É. de mineurs, Bergschule, Bergakademie; É. militaire de l’artillerie et du génie, Artillerie- und Genieschule (s. d.) zu Versailles; É. militaire d’infanterie de St. Maixent, s. Infanterieschule zu St. Maixent; É. militaire supérieure de guerre, s. Kriegsschulen (4); Écoles militaires préparatoires, s. Soldatenkinder; É. mixte, Realgymnasium; É. normale, höheres Lehrerseminar in Paris; É. normale spéciale, etwa soviel wie Realschullehrer-Seminar (besonders in Cluny); É. polytechnique, Polytechnische Schule (s. d.); É. supérieure de guerre, die franz. Kriegsakademie; É. pratique des hautes études, Schule zur praktischen Übung in den exakten Wissenschaften neben dem theoretischen Unterricht; É. primaire, Vorschule, Elementarschule; É. spéciale militaire de Saint-Cyr, Kriegsschule in Saint Cyr (s. d.); É. secondaire, Mittelschule.
Economiser (engl. economizer, spr. ĭkónnomeiser, d. i. Sparer), ein Vorwärmer für das Speisewasser von Dampfkesselanlagen, bestehend aus einem System von Röhren, das in einer zwischen dem Kessel und dem Schornstein angebrachten und von den abgehenden Verbrennungsgasen bestrichenen Kammer eingebaut ist. Indem das Speisewasser durch die Röhren strömt, entnimmt es den Verbrennungsgasen noch einen Teil der sonst mit entweichenden Wärme.
Economy (spr. ĭkonnŏmĭ), Niederlassung am rechten Ohio-Ufer in Beaver-County im nordamerik. Staate Pennsylvanien, 26 km nordwestlich von Pittsburgh, wurde 1824 von den Rappisten gegründet, den Anhängern Georg Rapps (s. Harmoniten) aus Württemberg, die in Gütergemeinschaft und Ehelosigkeit leben und im Aussterben begriffen sind. Die Einwohnerzahl der sehr wohlhabenden Gemeinde betrug 1880 1024, 1889 noch etwa 75.
Ecorchieren (frz., spr. ekorsch-), schinden, prellen, radebrechen; arg verletzen, beschädigen.
Ecossaise (frz., spr. ekossähs’), ein Gesellschaftstanz in kurzen Touren, von einer ziemlich lebhaften Musik im Zweivierteltakt begleitet, die gewöhnlich nur aus zwei Reprisen, jede zu acht Takten, besteht. Der E. liegt ein schottischer, nur für den Dudelsack bestimmter, ernster Nationaltanz zu Grunde, der im 17. Jahrh. von den franz. Ballettmeistern für das Theater umgestaltet und in die Salons eingeführt wurde. In Deutschland eröffnete er früher meist die Bälle, wird aber gegenwärtig sehr selten getanzt. In ihrer ehemaligen Form, wo sie mit über die Brust gekreuzten Armen ausgefüllt wurde