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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kluckhohn – Kluppe

2. Aufl. von Morstadt, Schaffh. 1851), «Abhandlungen und Beobachtungen für Geschichtskunde, Staats- und Rechtswissenschaften» (2 Bde., Frankf. 1830‒34), «Die Selbständigkeit des Richteramtes und die Unabhängigkeit seiner Urteile im Rechtsprechen» (ebd. 1832), «Pragmatische Geschichte der nationalen und polit. Wiedergeburt Griechenlands» (ebd. 1835). Aus seinem Nachlasse gab Welcker die «Wichtigen Urkunden für den Rechtszustand der deutschen Nation» (Mannh. 1844) heraus, worin zum erstenmal auch über die «Geheimen Wiener Konferenzen» (1834) Licht verbreitet wurde.

Kluckhohn, August, Historiker, geb. 6. Juli 1832 zu Bavenhausen im Fürstentum Lippe, studierte in Heidelberg und Göttingen Geschichte und habilitierte sich 1858 in Heidelberg, siedelte aber noch im nämlichen Jahre nach München über, wo er 1860 Docent und 1865 außerord. Professor an der Universität, 1869 ord. Professor an der Technischen Hochschule wurde. 1883 ging er als ord. Professor an die Universität Göttingen. Er starb 19. Mai 1893 in München. K. schrieb u. a.: «Geschichte des Gottesfriedens» (Lpz. 1857), «Herzog Wilhelm Ⅲ. von Bayern» (in den «Forschungen zur deutschen Geschichte», Bd. 2, Gött. 1861), «Ludwig der Reiche, Herzog von Bayern» (Nördl. 1865), «Friedrich der Fromme, Kurfürst von der Pfalz» (ebd. 1879), «Aus dem handschriftlichen Nachlaß Westenrieders» (Münch. 1881 u. 1882), «Über Lorenz von Westenrieders Leben» (Bamb. 1890) und gab heraus: «Briefe Friedrichs des Frommen, Kurfürsten von der Pfalz» (2 Bde., Braunschw. 1868 u. 1872).

Klüfte, s. Gang (im Bergwesen).

Klüftung, s. Furchung.

Klug oder Klg., hinter lat. Tiernamen Bezeichnung für Joh. Christoph Friedr. Klug, Entomolog (1775‒1856), Direktor der entomolog. Sammlungen der Berliner Universität.

Kluge, Friedr., Germanist, geb. 22. Juni 1856 zu Köln a. Rh., studierte in Leipzig, Straßburg und Freiburg Sprachwissenschaft und Germanistik, wurde 1880 in Straßburg Privatdocent für deutsche und engl. Philologie, 1884 in Jena außerord., 1886 ord. Professor, 1893 in Freiburg. Er schrieb: «Beiträge zur Geschichte der german. Konjugation» (Straßb. 1879), ein ausgezeichnetes «Etymolog. Wörterbuch der deutschen Sprache» (ebd. 1882‒83; 5. Aufl. 1894), «Stammbildungslehre der altgerman. Dialekte» (Halle 1886), die populären sprachgeschichtlichen Aufsätze «Von Luther bis Lessing» (2. Aufl., Straßb. 1888) und gab ein «Angelsächs. Lesebuch» (Halle 1888) heraus. Für Pauls «Grundriß der german. Philologie» schrieb er die «Vorgeschichte der german. Sprachen» und die «Geschichte der engl. Sprache».

Klughardt, August, Komponist, geb. 30. Nov. 1847 in Cöthen (Anhalt), besuchte das Gymnasium zu Dessau, bildete sich in Dresden zum tüchtigen Musiker aus, wurde 1872 Hofkapellmeister in Neustrelitz und 1882 in gleicher Eigenschaft nach Dessau berufen. Von K.s Kompositionen sind hervorzuheben: die Opern «Iwein» (1879), «Gudrun» (1882) und «Die Hochzeit des Mönchs» (1886), seine vier Sinfonien, Kammermusik, Ouverturen, Klavierstücke und zahlreiche Lieder. Die Phantasiestücke «Schilflieder» (für Klavier, Oboe und Bratsche) machten zuerst K.s Namen weiter bekannt; nach ihnen fanden seine an Schönheiten reichen Opern und seine D-dur-Sinfonie allgemeine Verbreitung. ^[Spaltenwechsel]

Klumpfische, s. Mondfisch.

Klumpfuß (Talipes oder Pes varus), diejenige krankhafte Verunstaltung des Fußes, bei welcher anstatt der naturgemäßen horizontalen Lage des Unterfußes der äußere Rand desselben nach unten, der innere nach oben steht, sodaß die Fußsohle und der Fußrücken nun mehr oder weniger perpendikulär gestellt sind und erstere nach innen, letzterer nach außen gerichtet ist. (S. die beistehende Figur.) Gleichzeitig finden sich oft noch andere Verunstaltungen, unter denen die gewöhnlichste ist, daß die Fußspitze sich auch mehr oder weniger nach innen, die Ferse aber nach außen wendet, der Fuß sich also zugleich um seine perpendikuläre und horizontale Achse gedreht hat. Ist dabei zugleich die Ferse aufwärts, die Fußspitze stark abwärts gerichtet, sodaß beim Auftreten nur der vorderste Teil des Fußes den Boden berührt, so heißt die Deformität Pferdefuß (Talipes equinus), bei entgegengesetzter Richtung, wo dann nur mit der Ferse aufgetreten werden kann, Hackenfuß (Talipes calcaneus). Klumpfüßige können nicht mit der Fußsohle, sondern nur mit dem mittlern Teile des äußern Fußrandes auftreten, woselbst sich gewöhnlich eine bedeutende Hautschwiele bildet; das Gehen und Stehen wird dadurch stark behindert, was bei vielen Kranken auch zu einer ausgesprochenen psychischen Verstimmung führt. Der K. kann infolge einer fehlerhaften Lage des Fötus in der Gebärmutter angeboren oder infolge schlechter Haltung des Fußes, infolge Nerven-, Muskel- oder Knochenerkrankung u. dgl. erworben sein. Bei langem Bestande der Krankheit leiden die beteiligten Körperbestandteile (Knochen, Bänder, Muskeln) oft so bedeutend, daß die Heilung sehr erschwert wird. In leichten Fällen legt man einen mit einem festen Schuh versehenen Apparat an, welcher dem Fuße seine natürliche Stellung wiedergiebt und ihn darin erhält (Klumpfußmaschinen von Scarpa, Stromeyer u. a.). Zuweilen sind eingreifende Operationen notwendig. – Vgl. Scarpa, Über die krummen Füße der Kinder (deutsch von Malfatti, Wien 1804); William Adams, Club-foot, its causes, pathology and treatment (Lond. 1866); Lücke, Über den angeborenen K. (Lpz. 1871).

^[Abb.]

Klumphand, abnorme Stellung der Hand, analog dem Klumpfuß (s. d.), vorzugsweise angeboren, meist mit Fehlen des Daumens verbunden.

Klumphirse, s. Hirse.

Klumphuhn, s. Kaulhuhn.

Klundert, Stadt in der niederländ. Provinz Nordbrabant, 2 km südlich von Hollandsch Diep, im SSW. von Dordrecht, mit 3567 E., bekannt durch die tapfere, vergebliche Verteidigung unter Baron von Kropff gegen die Franzosen (1793).

Klunz., hinter der wissenschaftlichen Bezeichnung von Tieren Abkürzung für Klunzinger, einen deutschen Forscher, welcher namentlich die Tierwelt des Roten Meers bearbeitet hat.

Kluppe, im gewöhnlichsten Sinne ein Werkzeug des Schlossers und Maschinenbauers, das bei der Herstellung von Schrauben durch Handarbeit benutzt wird. Die umstehende Fig. 1 zeigt die bekannteste Form einer K. (Schrauben- oder Schneidkluppe) für Metallschrauben. Die Schneidbacken (s. d.), welche

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]