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Ocka – O’Connell
Sie werden im Frühjahr warm ausgesät und später in Töpfe oder ins freie Land gepflanzt. Aus O. Basilicum wird das Basilikumöl (s. d.) gewonnen.
Ocka, Gewicht und Maß, s. Oka.
Ockeghem (Ockenheim), Jean de, niederländ. Komponist, war zwischen 1420 und 1430, wie es scheint, zu Termonde in Flandern geboren und hatte wahrscheinlich den Gilles Binchois zum Lehrer. Später wirkte er lange Zeit als erster Kapellsänger am königlich franz. Hofe; um 1484 war er zugleich noch Thesaurarius an der Kathedrale St. Martin in Tours. O. starb in hohem Alter kurz nach 1512. Neben Hobrecht gehört O. zu den Führern der sog. Zweiten niederländ. Schule, die das Princip des sog. cantus firmus, d. h. die Entwicklung einer Reihe von Sätzen aus einem Hauptthema, mit rücksichtsloser Konsequenz vertrat und durch ihre Künsteleien die Reaktion der Palestrina und Genossen heraufbeschwor. Um die Ausbildung der Harmonie und der Satzformen hat sie jedoch große Verdienste. Die Werke O.s (Messen, Motetten, franz. Chansons) sind zum größten Teil verloren gegangen. – Vgl. Brenet, J. de O. (1893).
Ockel, Eduard, Maler, geb. 1. Febr. 1834 zu Schwante in der Mark Brandenburg, wurde 1852 Schüler Steffecks in Berlin und ging 1858 nach Paris, wo er sich kurze Zeit bei Couture, dann in der Normandie und im Walde von Fontainebleau weiter bildete. 1860 nach Berlin zurückgekehrt, widmete er sich der Tier- und Landschaftsmalerei. Außer den vier Ölbildchen (Kühe, Hochwild) in der Berliner Nationalgalerie sind zu nennen von seinen Tierstücken: Pflügende Ochsen in der Mark (1865), Schreiender Hirsch am Gamengrund (1870), Austretende Rehe (1874), Kämpfende Hirsche (1876), Kühe auf der Heimkehr (1888), Hochwild in der Schorfheide (1889); von seinen Landschaftsbildern: Die Mark bei Kloster Chorin im Spätherbst (1879), Der Herrensee in der Mark (1881), Abend am Gamensee (1883).
Ockenfuß, Lorenz, s. Oken.
Ockenheim, Komponist, s. Ockeghem.
Ocker, Ocher, eine Gruppe von Mineralien, die in Form einer weichen, zerreiblichen und abfärbenden Masse vorkommen, z. B. Eisenocker, Nickel-, Wismut-, Chromocker u. s. w. Ohne Beisatz gebraucht, bezeichnet O. im besondern den Eisenocker, der als Farbstoff zum Malen und Anstreichen gebraucht wird und entweder Eisenoxyd von roter Farbe (roter O.) oder Eisenoxydhydrat von gelber bis brauner Farbe (gelber, brauner O.) ist. Die letztern beiden werden durch Glühen (Brennen) mehr oder weniger schön rot und heißen dann gebrannter O. Meist ist der in der Natur sich findende Eisenocker ein Gemenge von Thon mit Eisenoxyd. Solche Gemenge stellt man fabrikmäßig dar und erhält auf diese Weise die Ockerfarben.
Ocker, Fluß und Dorf, s. Oker.
Ockiat, marokk. Geldgröße, s. Uckia.
Ocna, zwei Städte in Rumänien, in der Hügelzone am Fuße der Karpaten gelegen, wo sich zwei der vier großen rumän. Steinsalzbergwerke befinden. O. (Tirgu O.), im Kreis Bakau (Moldau), mit 4076 E. lieferte 1891: 1382174 kg; O. (Ocnele Mari), im Kreis Valcea (Kleine Walachei), mit 3995 E., 1142016 kg. Beide Orte stehen in Verbindung mit der Hauptbahn. In den beiden Bergwerken arbeiten auch zur Zwangsarbeit Verurteilte.
Ocnele Mari, Stadt in Rumänien, s. Ocna. ^[Spaltenwechsel]
O’Connell, Daniel, irländ. Agitator, geb. 6. Aug. 1775 zu Carhen (Grafschaft Kerry), wurde von Jesuiten in Frankreich erzogen, studierte seit 1794 im Middle Temple zu London die Rechte und wurde 1798 Advokat beim königl. Gerichtshof zu Dublin. Bei Reorganisierung des Katholischen Vereins trat er 1809 zuerst als Volksredner auf und erwarb sich durch seine Beredsamkeit großen Anhang. Er strebte danach, die Kräfte der irischen Nation gegen den Druck der engl. Regierungsgewalt zu vereinigen, gab mit seinem Freunde Shiel dem Verein eine demokratische Ausbildung und regte in den größern Städten die Gründung volkstümlicher Zeitschriften an. Als 1825 der Verein von der Regierung unterdrückt wurde, stellte er ihn unter dem Namen Irish Catholic Association (s. d.) wieder her. Von der Grafschaft Clare wurde er 1828 ins Unterhaus gewählt, aber als Katholik vom Eintritt ausgeschlossen. Die außerordentliche Bewegung, die diesem Vorgang folgte, that das Ihrige, um das Ministerium Wellington in der Katholikenfrage zur Nachgiebigkeit zu bewegen. Im April 1829 wurde die Katholikenbefreiung Gesetz, und im Febr. 1830 trat O. ins Unterhaus ein. O. beantragte die Abschaffung des prot. Pfarrzehnten in Irland und verkündete im Sommer 1830, daß der Widerruf (Repeal) der legislativen Union zwischen England und Irland der einzige Weg sei, letzterm Gerechtigkeit zu verschaffen. Bei den Wahlen, die 1832 zum erstenmal nach der Parlamentsreform stattfanden, ward er selbst in Dublin gewählt; außerdem traten von 105 Abgeordneten, die Irland schickte, 40 als seine Gefolgschaft, «O’Connell’s tail» (O.s Schweif), ins Unterhaus.
Eine günstige Stellung zur Regierung erhielt O., als er 1835 erfolgreich für den Sturz der Tories und den Eintritt des Whigkabinetts Melbourne wirkte; er brachte eine Armenbill für Irland ein und setzte wenigstens eine Erleichterung der drückenden Zehnten durch. Damals war seine Macht im Parlament auf ihrer Höhe; doch veruneinigte er sich bald nachher mit den Whigs, da auch diese nicht alles thun konnten, was er für Irland und den Katholicismus forderte, und griff sie seitdem ebenso heftig an wie früher die Tories. Mit dem Sturze der Whigs im Aug. 1841 wendete er seine Energie nach der Gründung der Loyal National Repeal-Association abermals der Ausbreitung der Repealbewegung zu. Unter dem Einfluß der Repealer wurde O. 1842 sogar zum Lord-Mayor von Dublin erwählt, und durch den offenen Beitritt der kath. Geistlichkeit nahm die Bewegung einen maßlosen Aufschwung. Als O. Okt. 1843 eine Riesenversammlung in der Ebene von Clontarf abhalten wollte, schritt die Regierung mit Waffengewalt ein und eröffnete gegen O. und die übrigen Führer einen Staatsprozeß, der 10. Febr. 1844 mit seiner Verurteilung zu einjährigem Gefängnis und 2000 Pfd. St. Buße endete. Am 1. Sept. erklärte indes ein Peersgericht das Verfahren mehrerer Formverletzungen wegen für nichtig, und O. wurde im Triumph aus dem Gefängnis geleitet. Aber sein Einfluß hatte einen Stoß erlitten, besonders durch seine jetzige Befürwortung eines Bündnisses zwischen Großbritannien und Irland; es kam eine Spaltung in die Reihen seiner Anhänger, unter denen die Partei des Jungen Irland auf die Trennung von England durch gewaltsame Mittel hinzuarbeiten begann. O., der vollkommen begriff, welchen traurigen Ausgang