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Rose (Pflanzengattung)
kleinen, weißen, einfachen, denen des Brombeerstrauchs ähnlichen Blumen bedecken. Die Stammeltern der Gartenrosen sind über die ganze wärmere gemäßigte Zone der nördl. Halbkugel verbreitet. Von den von ihnen ausgegangenen Formen waren mehrere schon im Altertum hochgeschätzt, vor allen andern die Centifolie, hundertblätterige R. (Rosa centifolia L.), deren Blütenblätter zur Darstellung des Rosenhonigs (s. d.) benutzt werden. Sie zeichnet sich durch ihre schönen, sehr wohlriechenden, dicht gefüllten, hellrosenroten Blüten aus und ist die verbreitetste aller ältern Gartenrosen. Von ihr stammen mehrere Formen und Blendlinge ab. Die wichtigern sind: die Provencer R. (Rosa provincialis Mill.), wegen der kleinen kugeligen Blumen «Pomponrosen» genannt, das Burgunderröschen (Rosa. parvifolia Willd.) mit dunkeln, das Champagnerröschen (Rosa pulchella Hort.) mit hellroten und das Dijonröschen (Rosa divionensis Hort.) mit fast weißen Blumen; die Moosrose (Rosa muscosa Mill., Fig. 11) mit moosartig verbreiterten Drüsenborsten des Blütenstiels, Fruchtbechers und Kelchs, besonders als Knospe sehr schon, mit zahlreichen Varietäten, mit roten und weißen, kleinen und großen Blumen, ein- und mehrmals blühend (var. bifera). Zu den verbreitetsten der ältern Gartenrosen gehört ferner die französische R. (Rosa gallica L.), die, weil ihre Blumenblätter früher zur Bereitung des Rosenessigs verwendet, auch wohl in Zucker eingelegt wurden, auch Essig-, Zucker- oder rote Apothekerrose genannt wird. Ihre zahlreichen, meist dunkelroten Formen sind alle völlig winterhart und gedeihen bei ganz geringer Pflege als Ziersträucher in jedem Boden. Die Damascener R. (Rosa damascena Mill.) kam schon im grauen Altertum aus Syrien nach Unteritalien, von wo sie sich später nordwärts ausbreitete. Sie ist wahrscheinlich die berühmte R. von Pästum und blühte schon in altröm. Zeit mehrmals im Jahre Rosa Paesti bis florens). Im Mittelalter wurde sie aufs neue aus Damaskus in Europa eingeführt und später wiederholt. Ihre Varietäten sind durch hübsche Laubfärbung sowie durch gefällige Modellierung der Blumen und reines, bald feuriges, bald zartes Kolorit ausgezeichnet und halten in Deutschland die Winter meist ohne Bedeckung aus. Die weiße R. (Rosa alba L.), in ihrer Urform wahrscheinlich in Transkaukasien zu Hause, und die Rosa campagna des Plinius, wurde später infolge der Kreuzung der Centifolie und der Damascener R. der Ausgangspunkt einer größern Anzahl von Blendlingsformen. Ihr Hauptverdienst besteht in der Schönheit der Blumen, welche im schneeigsten Weiß erglänzen oder von den zartesten Nuancen des Rot angehaucht sind, und in ihrer völligen Winterhärte und Anspruchslosigkeit. Man verwendet sie als Zierstrauch im Landschaftsgarten. Die Kapuzinerrose, auch gelbe R., Eglantine, Feuerrose, Fuchsrose, Wiener oder türkische R. genannt (Rosa lutea Mill.), soll aus der asiat. Türkei stammen und ist etwas kletternden Wuchses, weshalb sie früher häufig zur Bekleidung von Mauern, Lauben u. s. w. benutzt wurde. Sie besitzt weinduftiges Laub und meist gelbe oder strahlend ponceaurote (var. punicea) Blumen oder zweifarbige, innen brennendrote, außen gelbe Blumenblätter (var. bicolor). Eine schöne gefüllt blühende Varietät ist Persian yellow mit kugeligen, tiefgelben Blumen, die aber bei regnerischer Witterung oder bei sehr trockner Luft nicht immer zur vollkommenen Entwicklung gelangen. Die schwefelgelbe, gefüllte R., gelbe Centifolie (Rosa sulphurea Ait.), ist an ihrem hellen, meergrünen Laube leicht zu erkennen. Die Blumen blühen selten gut auf, weder bei regnerischem noch hellem Wetter. ^[Spaltenwechsel]
Von der Kriechrose, Feldrose (Rosa arvensis Scop.) aus Südeuropa, mit auf dem Boden hinkriechenden oder kletternden, stark bewehrten Stengeln, wird die schönere Form, die Ayrshirerose, mit halb oder ganz gefüllten weißen oder hellroten Varietäten, in den Gärten benutzt, um Steinpartien damit zu überziehen oder durch Okulieren auf hohe Stämme der Hundsrose sog. Trauerrosen zu bilden. Ihr ähnlich und noch mehr aber zur Bekleidung von Wänden, Spalieren und Lauben sowie zur Bildung von Festons benutzt ist die Prairierose (Rosa rubifolia R. Br.), welche aus Nordamerika stammt, viele Varietäten erzeugt hat und sich mit reichen Doldentrauben dichtgefüllter, meist zartrosiger Blumen schmückt. Ihre Blätter gleichen den Brombeerblättern, die Triebe werden bis zu 5 m lang und sind mit wenigen Stacheln besetzt. Von beiden Kletterrosenarten hat man mehrere schöne Varietäten und Hybriden erzielt. Besonders empfehlenswert sind: Beauty of the prairies, Blumen leicht gefüllt, lilarosa, Wuchs stark; Queen of the prairies, Blumen rosenrot, in Büscheln stehend; Belle de Baltimore, Blumen mittelgroß, gefüllt, milchweiß mit gelblichem Schein; Ruga, Blume schalenförmig, hellfleischfarbig, theeartig duftend, Zweige dünn und lang. Leider sind alle Sorten in Deutschland nicht winterhart und müssen gut gedeckt werden. Dagegen sollen die Varietäten einer neuen in Ungarn gezüchteten Rasse, ungarische Kletterrosen genannt, völlig winterhart sein. Unter den gezüchteten Varietäten finden sich auch solche mit scharlach- und karmin- bis purpurblauen Blumen.
Die Chinarose, Rosa chinensis Jacq. (zu unterscheiden von der chinesischen R., s. Hibiscus), stammt aus China und wurde von dort auch in Ostindien eingeführt, wo sie sich einbürgerte (woher die gewöhnliche Bezeichnung Rosa indica L.). Sie besitzt meist schwache Äste und Zweige und aus fünf oder drei völlig unbehaarten Blättchen zusammengesetzte Blätter. Aus ihr entstanden zum Teil schon in ihrer ursprünglichen Heimat während einer langen Kulturperiode mehrere Abarten, die später in Europa eingeführt wurden. Die blumistisch wichtigsten sind folgende: Die Bengalrose (Monatsrose, Rosa semperflorens Curt.), mit dem ziemlich zahlreichen Bestande von Varietäten den ganzen Sommer und Herbst hindurch in ununterbrochener Folge und sehr reichlich blühend, hinter einem sonnigen Fenster selbst im Winter. Die empfehlenswerten Varietäten sind: die gewöhnliche Monatsrose (pallida) mit hellroten locker gebauten Blumen, Hermosa (Fig. 3) mit hellroten dichtgefüllten Blüten, Fellemberg und Cramoisi supérieur mit leuchtendroten und Ducher mit weißen Blumen. Die Sorte viridiflora hat vollständig grüne Blumen. Die Theerose (Rosa fragrans Red.) ist in den blumistisch entwickeltsten Spielarten die Krone der R., ausgezeichnet durch reine und zarte Umrisse der Blumen, große, stoffreiche Petalen, eigentümlichen, milden Wohlgeruch und zartes, doch stets frisches Kolorit, in dem die gelblichen Tinten, abgesehen von der Kapuziner- und der Schwefelrose, häufiger als in den übrigen Gruppen der R. auftreten, die leuchtendroten Färbungen aber gänzlich fehlen, und endlich durch die Grazie, mit der die Blu- ^[folgende Seite]