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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sägen-Egreniermaschine - Sagittaria
steifenden Fassung ausgeführt wird; die Grat- oder
Kerbsäge zum Schneiden von Einkerbungen; die
Loch- oder St ich säge mit schmalem, spitz zulaufen-
dem Blatt, zum Aussägen von Lüchern und Krüm-
mungen ; die zweihändige Vauch -, Quer -,S ch ro t -,
Treck-, Trumm-, Wald-oder Bauern säge zum
Fällen und Querschneidcn von Baumstämmen, mit
bogenförmiger Zahnspitzenlinie, welche ein leichtes
Eindringen der Zähne bewirkt; die^vertikal zu füh-
rende Brett-, Dielen- oder Spaltsäge zum
Schneiden in der Längsrichtung der Holzfaser; die
Kettensäge aus gelenkig verbuudenen Gliedern,
von Cbirurgen und Pionieren benutzt.
Alle Sägeblätter sind aus gutem gehärtetem Stahl.
In dem Härteverfahren ist von Dominicus H Söhne
in Nemscheid ein erheblicher Fortschritt dadurch ge-
macht worden, daß die Blätter unter Druck gehärtet
und angelassen werden. Dadurch wird ein Verziehen
der Blätter beim härten und das damit verbundene
mühsame Geraderichten sowie ein durch Heißlaufen
bewirktes Verziehen der Blätter vermieden.
Vgl. Exner, Werkzeuge und Maschinen zur Holz-
bearbeitung, Bd. 1 u. 2: Die Handsügen und Säge-
maschinen (Wenn. 1878 u. 1881); Dominicus &
Söhne, Illustriertes Handbuch der S. für die Holz-
industrie (2. Aufl., Verl. 1891).
Sägen-Egreniermaschine, s. Baumwollspin-
nerei (Bd. 2, S. 538 a) und Tafel: Baumwoll-
spinncrei, Fig. 3.
Säger, Vogel, s. Sägetaucher.
Sägeraken (Nomoti^as), Sägeschnäbler,
Familie der Kuckucksvögel (s. d.), mit über kopf-
langcm, schwach gekrümmtem, in der Regel seitlich
zusammengedrücktem Schnabel mit sägeartig ent-
wickelten Rändern; an den Mundwinkeln befinden
sich die Borsten, die kurzen Flügel sind abgerundet,
die vierte bis sechste Schwinge sind die längsten. Der
Schwanz hat 10-12 Steuerfedern, von denen die
äußersten sehr kurz, die mittlern meist sehr lang und
nur in der ersten Zeit ihres Daseins vollständig
sind, da die S. die Gewohnheit haben, einen großen
Teil der Fahne abzubeißen, so daß nur an der
Wurzel und am freien Ende der Mittelfedern ein
Teil von ihr stehen bleibt. An den kurzen Läufen
ist die äußere Zehe lang und mit der mittlern durch
eine Spannhaut verbunden. Die Farbe des Ge-
fieders ist meist grün und blau, oft stark glänzend.
An der Kehle steht ein Büschel besonders gestalteter,
meist ganz schwarzer oder blau eingefaßter Federn.
Die S. führen am Boden des dämmerigen Ur-
waldes ein fast nächtliches Leben und ernähren sich
von kleinen Wirbeltieren, Insekten und saftigen
Früchten. Man kennt 17 Arten, die man auf 6 Gat-
tungen verteilt hat und die das südl. Amerika von
Mexiko bis Paraguay bewohnen. Die bekannteste
Art ist der Momot ftlomotuä dlH8i1i6N8i8^tMttm),
nach seinem Ruf auch Hu tu genannt, 50 cin lang,
wovon 22 cm auf die langen Mittelfedern des
Schwanzes entfallen.
Sägesalmler (86ri-08Him0),S ägezahnlachfe,
Gattung der Schlundblasenfische (s. d.), mit Fett-
flosfe, ziemlich großer, hinter der Mitte des Körpers
gelegener Rückenflosse; der klcinbeschuppte Körper
ist seitlich zusammengedrückt und ziemlich hoch, die
Vauchkante ist gcfägt, das Gebiß kräftig mit spitzen,
scharfen, in einer Reihe stehenden Zähnen im
Zwifchen- und Unterkiefer. Die S. sind nicht sehr
groß (bis 30 cm) und bewohnen in großen Schwär-
men in 30 Arten die Gewässer des kontinentalen
tropischen Südamerika. Sie sind für Menschen und
Tiere, die in das Wasser geraten, äußerst gefähr-
lich, indem sie dieselben zu Tausenden umgeben und
ihnen Haut und Fleisch in Fetzen vom Leibe reißen.
Hierher gehört der Piraya (s. d.).
Sägeschnäbler, Vogelgattung, s. Sägeraken.
Sägespäne oder Säge niehl, die beim Zer-
sägen von Holz entstehenden kleinfaserigen Abfälle.
Man benutzt sie als Heizmaterial, als schlechte
Wärmeleiter zur Füllung von Eisbehältern, fein-
gesiebt an Stelle des Streusands, gefärbt statt des
Wollstaubs bei der Fabrikation der Velourstapeten,
ferner als Schutzmittel gegen die Bildung von Kessel-
stein, zur Darstellung künstlicher Holzmasscn (s. Holz,
künstliches), zur trocknen Destillation (Kreosotgewin-
nung), als Verpackungsmaterial, angefeuchtet beim
Kebren von Fußböden u. s. w.
Sägetaucher (Nei-^8), ein aus sechs Arten be-
stehendes, in den nördlich gemäßigten und kalten
Gegenden der Alten und Neuen Welt, in Brasilien
und auf den Aucklandinseln vorkommendes Ge-
schlecht der entenartigen Vögel mit vcrschmälertem,
nahezu cylindriscbem Schnabel, der im Ober-und
Unterkiefer eine Seitenreihe von Hornpapillen hat,
die eine Art Säge bilden. Meist sind die Federn
auf dem Kopf zu einer Haube entwickelt. Die in den
nördl. und gemäßigten Gegenden Europas, Asiens
und Amerikas brütenden S. wandern bei strenger
Kälte südlich. Ihre Hauptnahrung bilden kleinere
Fische, nach denen sie äußerst geschickt tauchen. Die
bekannteste Art ist der Gänse tauch er, grohe
Säger oder Gänsesäger (NQi'FN3 m6r3HN86r ^.,
s. Tafel: Schwimmvögel I, Fig. 3), ein schöner
Vogel mit prächtigem grünschwarzem und weißem,
in der Brunftzeit rosig überhauchtem Gesieder. Er
wird an der norddeutschen Küste fast regelmäßig in
einigen Paaren angetroffen, geht in strengen Win-
tern auch nach Süddeutschland. Er nistet in Baum-
Höhlen oder in Erdlöchern. Sein Fleisch ist des
Thrangeschmacks halber ungenießbar.
Sägewerk, s. Sägemühle.
Sägezahnlachse, Fischgattung, s. Sägesalmler.
Sägezüge, in gezogenen Waffen Züge von an-
nähernd rechtwinklig-dreieckigem Querschnitt, der
häusig anstatt der geradlinigen Hypotenuse einen
Kreisbogen hat; oft auch excentrische Vogen-
züge oder Reliefzüge genannt.
Saginaw (spr.ßägginah),Hauptstadtdes County
S. im nordamcrik. Staate Michigan, am linken
Ufer des Saginawftusses, 25 kni oberhalb der
Saginawbai des Huronsees, mit East-Saginaw
(3 km) am Ostufer durch Straßenbahn verbunden,
hat (1890) 46322 E., ein Gerichtsgebäude und höhere
Unterrichtsanstalten; bedeutenden Holz- und Salz-
handel, viele Holzmühlen und Salzwerke, Möbel-
fabriken. - Vgl. IIi3t0i'7 ol 8. (Chicago 1881).
Va^itta, Gattung der Pfcilwürmer (s. d.).
3a.Fitt2. (lat., "Pfeil"), ein kleines Sternbild der
Milchstraße.
8a.31tta.r12. !>., Pfeilkraut, Pflanzengattung
aus der Familie der Alismaceen (s. d.) mit gegen
15 in den gemäßigten Zonen und in den wärmern
pflanzen mit pfeilförmigen Blättern. Die bekann-
teste Art ist das in Deutschland in Teichen und
langsam fließenden Wassern häusige gemeine
Pfeilkraut (3. L^itwofolia ^., s. Textsig. 3
zu Artikel Helobien), eine stattliche, ausdauernde,
im Schlamme wurzelnde Pflanze mit langgestielten,