Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ronsdorf; Ronsdorfer Sekte; Ronsse; Rood; Roof; Roogen; Roon; Roos

985

Ronsdorf – Roos (Joh. Heinr.)

Par. 1857‒67) und Marty-Laveaux, Bd. 1‒3 (ebd. 1887‒90). Eine Auswahl «Œuvres choisies» gab Sainte-Beuve (Par. 1828) heraus. – Vgl. Sainte-Beuve, Tableau de la poésie française au ⅩⅥ <sup>e</sup> siècle (2. Aufl., Par. 1843); Gandar, R. considéré comme imitateur d’Homère et de Pindare (Metz 1855); Bizos, Ronsard (Par. 1891).

Ronsdorf, Stadt im Kreis Lennep des preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, am Morsbach, im niederrhein. Schiefergebirge, an der Linie Elberfeld-Remscheid-Hasten der Preuß. Staatsbahnen, der Nebenlinie R.- Müngsten der Bergischen Privateisenbahn und der Barmer Bergbahn, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Elberfeld), hat (1890) 11762 (5910 männl., 5852 weibl.) E., darunter 1599 Katholiken und 38 Israeliten, Postamt erster Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, drei Kirchen, Kaiserdenkmal, Rektoratschule, Armen- und Krankenhaus, Volksbank; Kupferwalzwerk, Drahtstiftfabrik, sechs Hammerwerke, Dampfsägewerk, Maschinenfabrik, Eisengießerei, Färbereien und Fabrikation von Bändern.

Ronsdorfer Sekte, s. Ellerianische Sekte.

Ronsse (spr. rongs), Renaix, Stadt im Bezirk Oudenaarde der belg. Provinz Ostflandern, 40 km südlich von Gent, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, mit (1890) 16912 E., geistlichem Seminar, Tabakbau und bedeutender Leinen- und Baumwollindustrie.

Rood (spr. rud), älteres schott. Längenmaß, s. Fall; auch engl. Feldmaß = ¼ Acre (s. d.).

Roof (engl., spr. ruf), das Deckshaus auf Handelsschiffen, der Mannschaftsraum.

Roogen, Fischeier, s. Rogen.

Roon, Albrecht Theodor Emil, Graf von, preuß. Generalfeldmarschall, geb. 30. April 1803 zu Pleushagen bei Kolberg, trat aus dem Kadettenhause 1821 als Sekondelientenant in das 14. Infanterieregiment ein, besuchte 1825‒27 die Allgemeine Kriegsschule und wurde Okt. 1828 als Erzieher zum Berliner Kadettenhause kommandiert. Aus Veranlassung K. Ritters verfaßte R. die «Grundzüge der Erd-, Völker- und Staatenkunde» (Berl. 1833; 3. Aufl., 3 Bde., 1847‒55). Ein Leitfaden für Schüler: «Anfangsgründe der Erd-, Völker- und Staatenkunde» (Berl. 1834; 12. Aufl. 1868), schloß sich an. R. kehrte 1832 zum Regiment nach Münden zurück und wurde sodann zum Topographischen Bureau und 1835 zum Generalstab kommandiert, in den er 1836 als Hauptmann versetzt wurde. Bereits 1835 waren ihm an der Allgemeinen Kriegsschule Vorlesungen über Geographie und Taktik übertragen worden; 1836 trat er auch als Examinator bei der Ober-Militärexaminationskommission in Thätigkeit. Damals schrieb er: «Militär. Länderbeschreibung von Europa» (Berl. 1837), die den 11. Band der «Handbibliothek für Offiziere» bildet, auch begann er eine Monographie: «Die Iberische Halbinsel. Vom Gesichtspunkt des Militärs» (ebd. 1839), von der aber nur die erste Abteilung erschienen ist. 1842 kam R. als Major zum Generalstabe des 7. Armeekorps, wurde jedoch schon 1843 nach Berlin zurückversetzt, um seine Vorlesungen wieder aufzunehmen. Seit 1844 erteilte er dem Prinzen Friedrich Karl Unterricht in der Geographie und Taktik und begleitete ihn 1846 auch nach Bonn zur Universität sowie später auf Reisen. Im März 1848 kehrte R. in den Großen Generalstab zurück und wurde im Mai zum Generalstabe des 8. Armeekorps versetzt und im August zum Chef dieses Stabes ernannt. R. nahm unter General von Hirschfeld an dem Feldzuge in Baden 1849 teil und wurde 1850 Commandeur des 33. Infanterieregiments, worauf er Dez. 1851 zum Oberst aufrückte. 1856 ward er Commandeur der 20. Infanteriebrigade, stieg Okt. 1856 zum Generalmajor auf und wurde Nov. 1858 Commandeur der 14. Division. ^[Spaltenwechsel]

Die Erfahrungen, die er in diesen verschiedenen Stellungen, besonders aber bei den Mobilmachungen von 1832, 1849 und 1850 gesammelt hatte, hatten ihn über die Mängel der preuß. Wehrverfassung belehrt und zu Entwürfen für eine Verbesserung derselben geführt, die er Juni 1858 dem Prinz-Regenten vorzutragen und in einer Denkschrift einzureichen veranlaßt wurde. Im Mai 1859 wurde er Generallieutenant. Die Mobilmachung von 1859 bestätigte R.s Wahrnehmungen aufs neue, weshalb er im Herbst 1859 zum Mitglied zweier Kommissionen ernannt wurde, die über die Organisation der Armee berieten. Noch in demselben Jahre, 5. Dez., wurde R. zum Kriegsminister und 16. April 1861 auch zum Marineminister ernannt. Die große Aufgabe, dem «Volk in Waffen» eine den veränderten Zeitverhältnissen entsprechende Wehrverfassung zu verleihen, hat R. mit Beharrlichkeit und Energie trotz mehrjährigen Widerstandes des Abgeordnetenhauses durchgeführt. (S. Preußen, S. 414 a fg.) Nachdem R. 8. Juni 1866 zum General der Infanterie ernannt worden war, nahm er im Großen Hauptquartier des Königs am böhm. Feldzuge teil. Im Mai 1869 wurde R. zum Vorsitzenden des Bundesrats für den Deutschen Zollverein und im August desselben Jahres zum Vertreter des Bundeskanzlers ernannt. Noch glänzender als 1866 bewährte sich R.s gewaltiges Organisationstalent bei der Kriegserklärung Frankreichs im Juni 1870. Die schnelle Mobilmachung und die außerordentliche Schlagfertigkeit des norddeutschen Bundesheers waren vorzugsweise sein Werk. Auch diesmal begleitete er den König in den Krieg, und dieser erhob ihn 16. Juni 1871 in den erblichen Grafenstand. Nachdem das Marineministerium dem Reichskanzler untergeordnet war, wurde R. 31. Dez. 1871 dieses Portefeuilles enthoben. Zu Neujahr 1873 wurde R. zum Generalfeldmarschall und in Stellvertretung Bismarcks zum preuß. Ministerpräsidenten ernannt, bald darauf ins Herrenhaus berufen; 9. Nov. 1873 genehmigte der König auf R.s wiederholtes Gesuch dessen Entbindung von den Stellungen als Ministerpräsident und Kriegsminister. Seitdem lebte R. auf seinen Gütern. Während eines Aufenthalts in Berlin setzte ein Lungenschlag 23. Febr. 1879 seinem Leben ein Ziel. Nach seinem Tode gab sein Sohn «Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Generalfeldmarschalls Kriegsministers Grafen R. Sammlung von Briefen, Schriftstücken und Erinnerungen» (2 Bde., 1. bis 3. Aufl., Bresl. 1892) und «Kriegsminister von R. als Redner politisch und militärisch erläutert» (Bd. 1, ebd. 1895) heraus. Seinen Namen trägt seit 1864 ein Fort bei Posen und seit 1873 das Fort Nr. 3 (Mandolsheim) bei Straßburg. 1889 wurde auch das ostpreuß. Füsilierregiment Nr. 33 nach ihm benannt. Im Park des Schlosses zu Crobnitz in der Oberlausitz wurde ihm 1893 eine Gedächtniskirche mit dem Denkmal R.s über dem Grufteingang errichtet.

Roos, Joh. Heinr., Landschafts- und Tiermaler, geb. 27. Okt. 1631 zu Ottersberg in der Pfalz, kam im neunten Jahre nach Amsterdam, wo er malen