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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rosenäpfel – Rosenbusch

8 Bände) dieser Sektion, welche er redigiert, ein würdiges Organ zu begründen.

Rosenäpfel, vierte Klasse des Diel-Lucasschen Apfelsystems (s. Apfel, Bd. 1, S. 732 a). Über R. als Frucht der apfelfrüchtigen Rose s. Rose (S. 991 b). Auch die durch den Stich der Rosengallwespe hervorgerufenen Auswüchse an Rosen nennt man R. (S. Rose, S. 991 a.) – Über die R. genannten Früchte der Jambuse s. Jambosa.

Rosenapfelbaum, s. Dillenia.

Rosenau, Lustschloß bei Coburg (s. d.).

Rosenau, ungar. Rozsnyó, Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Gömör, am Sajofluß und der Linie Bánréve-Dobschau der Ungar. Staatsbahnen, Sitz eines kath. Bischofs und eines evang.-luth. Superintendenten, hat (1890) 4812 meist kath. magyar. E., in Garnison eine Eskadron des 1. Husarenregiments «Kaiser», eine Domkirche, bischöfl. Schloß, kath.-theol. Lehranstalt, ein kath. und ein luth. Obergymnasium, mehrere Klöster; viele Fabriken, darunter eine Fayencefabrik und Leinwandbleicherei. In der Nähe im Czucsomer Thal das Rosenauer Bad und Eisenquelle.

Rosenberg in Oberschlesien. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Oppeln, hat 898,58 qkm und (1890) 47650 (22342 männl., 25308 weibl.) E., 2 Städte, 78 Landgemeinden und 71 Gutsbezirke. – 2) R., poln. Oleśna, Kreisstadt im Kreis R., an den Quellen der Stober und der Linie Breslau-Kattowitz der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Oppeln), hat (1890) 3740 E., darunter 540 Evangelische und 216 Israeliten, Post zweiter Klasse, Telegraph, zwei kath., eine evang. Kirche, zwei Wallfahrtskirchen, Synagoge, kath. Lehrerseminar nebst Präparandenanstalt, Krankenhaus, Gasanstalt; Lederfabrik, Dampfmolkerei, Dampfsägewerk, Ziegeleien, Brauereien, bedeutende Viehmärkte, Holzhandel; in der Umgegend Eisenerzlager, Knochenmehl- und Stärkefabriken sowie Brennereien.

Rosenberg in Westpreußen. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Marienwerder, hat 1038,92 qkm und (1890) 49001 (24808 männl., 24193 weibl.) E., 5 Städte, 65 Landgemeinden und 72 Gutsbezirke. – 2) Kreisstadt im Kreis R., an der Marienburg-Mlawkaer Eisenbahn, Sitz des Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Elbing), hat (1890) 2909 E., darunter 206 Katholiken und 120 Israeliten, in Garnison die 2. Eskadron des Kürassierregiments Herzog Eugen von Württemberg Nr. 5, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, Reste der alten Befestigungen, mittelalterliche Stadtmauern; Sparkasse, Kreditverein, Schlachthaus; Wurstfabrik, zwei Dampfschneidemühlen, zwei Dampfmolkereien und Ziegeleien, Gerbereien.

Rosenberg, ungar. Liptó-Rózsahegy. 1) Groß-Gemeinde und Hauptort eines Stuhlbezirks (21311 E.) im ungar. Komitat Liptau, an der Mündung der Revucza in die Waag und an der Kaschau-Oderberger Eisenbahn, Sitz eines Gerichtshofs und Bezirksgerichts, hat (1890) 6879 meist kath. slowak. E., ein Piaristen-Obergymnasium, höhere Mädchenschule; zwei große Holzstofffabriken, Baumwollspinnerei und ‑Weberei und in der Nähe verfallene Marmorbrüche und die Ruinen der Burg Likavka des Königs Matthias Corvinus. – 2) R., czech. Rožmberk, Stadt im Gerichtsbezirk Hohenfurth der österr. Bezirkshauptmannschaft Kaplitz in Böhmen, an der Moldau, hat (1890) 1296 E., gotische kath. Kirche, Rathaus, altes Schloß mit Sammlungen, 1243 von den Grafen von R. erbaut und 1851 durch einen Neubau von dem Grafen Buquoy bedeutend erweitert; Tuch- und Flanellfabrikation (Handbetrieb), Wollspinnereien, Töpfereien, Brauereien, Landwirtschaft, Holz-, Flachs-, Vieh- und Getreidehandel. R. ist ein Familienfideïkommiß der Grafen von Buquoy-Longueval. Vok von R. ist der Stammvater des einst mächtigen und in die Geschichte von Böhmen bedeutsam eingreifenden Geschlechts der Herren von R. – 3) Basaltkegel (616 m) bei Tetschen in der Böhmischen Schweiz, mit Aussichtsturm. ^[Spaltenwechsel]

Rosenberg, Bertha von, s. Weiße Frau.

Rosenblattlaus (Aphis rosae L.), eine 2,5‒3 mm lange, grüne oder bräunliche Blattlaus, die an Rosen großen Schaden anrichtet; am besten zu vertreiben durch Einpinseln mit Petroleum oder Bestäuben mit Insektenpulver.

Rosenblattwespe, schwarze (Cladius difformis L.), eine Art der Blattwespen (s. d.) von schwarzer Farbe mit gelbweißen Beinen, 5‒6 mm lang. Die hellgrüne Larve lebt im Hochsommer an Rosenblättern und wird bisweilen schädlich.

Rosenblut, Rosenplüt, Hans, eigentlich Schnepperer, Dichter, Rotschmied (Gelbgießer) zu Nürnberg, nahm 1427 und 1431 an den unglücklichen Hussitenzügen teil, wurde 1444 städtischer Büchsenmeister, war beim Treffen von Hempach (1450) gegen Albrecht Achilles und starb nach 1460, vielleicht als Mönch. R. beherrscht alle poet. Gattungen der Zeit außer dem Meistergesang. Virtuos handhabt er die Priamel (s. d.); auch Weingrüße (hg. in Haupts und Hoffmanns «Altdeutschen Blättern», Bd. 1, Lpz. 1835, S. 401 fg.) und Fastnachtlieder glücken ihm. Seine Fastnachtspiele sind undramatisch und unflätig, aber von socialem Interesse (so «Der Türken Vasnachtspiel»). Die Erzählungen und Schwänke beruhen vielfach auf ältern Vorbildern. Die Zeitgedichte (hg. in R. von Liliencrons «Histor. Volksliedern», Bd. 1, Lpz. 1865) zeigen demokratische Tendenz. Als Wappendichter hat R. nicht nur Fürsten, sondern auch Jesus, Maria und seine Vaterstadt (sein «Spruch von Nürnberg», hg. von Lochner, Nürnb. 1854) gefeiert. Am meisten Wert legte er auf seine ernsthaften Lehrsprüche. Seine Dichtungen stehen, soweit sie gedruckt waren, größtenteils in Kellers «Fastnachtsspielen aus dem 15. Jahrh.» (4 Bde., in der «Bibliothek des Litterarischen Vereins», Stuttg. 1853‒58).

Rosenbrustknacker, Vogel, s. Kernknacker.

Rosenbrustsittich, s. Plattschweifsittiche.

Rosenbusch, Karl Harry Ferd., Mineralog, geb. 24. Juni 1836 zu Einbeck in Hannover, habilitierte sich 1869 zu Freiburg in Baden, wurde darauf als außerord. Professor für Petrographie und geschäftsführendes Mitglied der Kommission für die geolog. Landesuntersuchung von Elsaß-Lothringen 1873 nach Straßburg berufen und 1878 zum ord. Professor für Mineralogie und Geologie in Heidelberg ernannt. R. hat sich vor allem um die mikroskopische Gesteinskunde große Verdienste erworben. Die 1888 gegründete Großherzoglich Badische Geologische Landesanstalt wurde von ihm organisiert und steht unter seiner Leitung. Er veröffentlichte: «Mikroskopische Physiographie der petrographisch wichtigen Mineralien» (Stuttg. 1873; 3. Aufl. 1892), «Mikroskopische Physiographie der massigen Gesteine» (ebd. 1877; 2. Aufl. 1887), «Die Steiger Schiefer und ihre Kontaktzone an den Granititen von Barr-Andlau