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Indre - Induktion
neuerer Zeit mit solchem Erfolg bekämpft und erschüttert worden, daß heute wohl die Mehrzahl der Forscher der Annahme eines europäischen Ursprungs zuneigt. Die Gründe sind zum Teil ethnologischer, zum Teil sprachlicher Natur und vielfach sehr schwer wiegender Art. Der erste, welcher die ältere Meinung bekämpfte, scheint der Engländer Latham gewesen zu sein, sofern er in seiner Ausgabe der »Germania« (1851) des Tacitus hervorhob, wie sonderbar es wäre, die blonden Eroberer, welche vor ca. 4000 Jahren in Indien eindrangen, aus Asien herzuleiten, wo es doch keine blonden Völker gibt, und wo sich arische Sprachen nur auf der Straße von Europa nach Indien finden, während ganz Europa von arischen Sprachfamilien erfüllt ist. Da nun die blonden und blauäugigen Stämme, soweit die geschichtliche Forschung zurückreicht, nur in Nordeuropa ihre Heimatsitze gehabt haben und sich auch heute nur dort rein erhalten, im Süden überall allmählich dunkler werden, so ist nach Penka der Schluß berechtigt, daß sie auch dort ihr Entstehungs- und Verbreitungszentrum zu suchen haben.
Zu ähnlichen Schlüssen führten seit etwa 20 Jahren vergleichende sprachliche Studien. In Deutschland haben zuerst Th. Benfey (1869) und L. Geiger (1871) darauf hingewiesen, daß die arischen Völker der ältesten Zeiten den gemeinsamen Sprachwurzeln zufolge nur nordische Tiere und Pflanzen, wie Bär und Wolf, Birke, Buche und Eiche, Gerste und Roggen, gekannt haben, nicht aber den Löwen, Tiger und die Palmen Indiens oder den Weizen südlicher Striche. A. Pictet deutete darauf hin, daß die Worte für Schnee und Winter allen arischen Sprachen gemeinsam sind. Über den engern Heimatsbezirk sind aber die Meinungen sehr schwankend. Während Spiegel noch an Armenien, Peschel an den Kaukasus dachte, suchte ihn Benfey zwischen dem Asowschen und Kaspischen Meer, Fligier in Südrußland, Pösche in den Rokitnosümpfen zwischen Dnjepr und Niemen, Latham in Polen, Cuno in Nordeuropa, Geiger in Nordwest- und Friedrich Müller in Nordosteuropa. O. Schrader plaidiert dagegen für den Mittellauf der Wolga, deren alten Namen Ra er aus dem sanskritischen srava (»Fluß«) erklärt, und die südosteuropäischen Teile des russischen Reichs als Urheimat der I., die nach Ausweis der Sprache früh mit den finnischen Völkern in Berührung gekommen seien; von dort aus konnten einerseits die Vorfahren der europäischen Kulturvölker sich zunächst bis nach den Karpathen hin verbreiten und in diesen Gegenden die ihren Sprachen gemeinsamen Ausdrücke für Ackerbau entwickeln, anderseits die Arier m ihre vorgeschichtlichen Wohnsitze am Oxus und Jaxartes gelangen. In neuester Zeit sind übrigens auch wieder mehrere namhafte Sprachforscher als Verfechter der asiatischen Urheimat aufgetreten: so Max Müller, der auf die spärliche Bevölkerung Europas und besonders Skandinaviens in der ältesten Zeit hinwies und auf die Hochebene Pamir als Urheimat zurückgriff, und Johannes Schmidt, der in einem auf dem internationalen Orientalistenkongreß zu Stockholm 1889 gehaltenen Vortrag die Durchkreuzung des indogermanischen Dezimalsystems der germanischen Sprachen durch ein Duodezimalsystem nachwies und auf babylonische Einflüsse zurückzuführen suchte. Penka hält Skandinavien im weitern Sinn für die wahrscheinlichste Urheimat der I. Er macht mit Gründen, die allerdings auch für England und Norddeutschland zutreffen, geltend, daß die blonde lymphatische Konstitution der körperliche Ausdruck eines nebeligen, wälder- und regenreichen Landes ist und sich dort in der quaternären Zeit, als diese Länder nach der Eiszeit bewohnbar wurden, ausgebildet haben muß. In der That haben Abbo und Faye (1889) nachgewiesen, daß die norwegische Bevölkerung einen höhern Prozentsatz von Helläugigen, aufweist als irgend ein andres Land der Welt. Von Skandinavien aus, welches schon Jornandes die vagina gentium nannte, hätte sich dann nach Penka der arische Strom in mehreren nacheinander erfolgten Wellen über Südeuropa, Asien und selbst bis nach Afrika ergossen, und die ethnologische Untersuchung der ägyptischen Denkmäler durch Flinders Petrie (1887-88) hat ergeben, daß blonde und blauäugige Stämme schon vor mehr als 3000 Jahren den Ägyptern sowohl in Nordafrika als in Palästina entgegentraten. Durch Körperkraft und Heldensinn ausgezeichnet, vertrieben oder unterwarfen sie im Süden die brachykephalen schwarzhaarigen Stämme, verschwanden aber mit der Zeit durch Vermischung und »klimatische Auslese« (wie E. Krause diesen Vorgang genannt hat) als blonde Rasse in allen südlichen Ländern. Vgl. A. Pictet, Les origines indo-européennes ou les Aryas primitifs (2. Aufl. 1878, 3 Bde.); Pösche, Die Arier (Jena 1878); Penka, Origines aracae (Teschen 1883); Derselbe, Die Herkunft der Arier (das. 1886); Schrader, Sprachvergleichung und Urgeschichte (2. Aufl., Jena 1890); Max Müller, Three lectures on the science of language (Lond. 1889).
Indre, Gemeinde, (1886) 3411 Einw.
Induktion. Hertz hat nachgewiesen, daß sich die elektrodynamischen und Induktionswirkungen als Wellenbewegung oder als Strahlen elektrischer Kraft durch den Raum und durch nichtleitende Körper (Dielektrika) fortpflanzen und zwar mit einer Geschwindigkeit, welche in Luft derjenigen des Lichts (300,000 km) nahezu gleich ist. Es gelang ihm, die Grundversuche, welche man mit Licht und strahlender Wärme anzustellen pflegt, auch mit Strahlen elektrischer Kraft auszuführen. Zur Erzeugung elektrischer Schwingungen diente ein primärer Leiter, ein cylindrischer Messingkörper von 3 cm Durchmesser und 26 cm Länge, der in der Mitte durch eine Funkenstrecke von 3 mm unterbrochen war, deren Pole durch Kugelflächen von 2 cm Radius gebildet wurden. Die Entladungen eines Induktionsapparats (Funkeninduktors) wurden durch isolierte Drähte diesen Kugeln zugeführt. In diesem primären Leiter bilden sich alsdann elektrische Schwingungen, d. h. ein periodisches Hin- und Hergehen der Elektrizität, deren Schwingungsdauer durch die Länge des Leiters bedingt ist, so daß die zugehörige halbe Wellenlänge nahezu dieser Länge gleichkommt. Der Nachweis der elektrischen Kräfte im Raum geschah mit Hilfe der feinen Funken, welche jene Schwingungen in einem sekundären Leiter hervorrufen. Als solcher dienten zwei 50 cm lange, 5 mm dicke Drahtstücke, die in einer und derselben Geraden so angeordnet waren, daß die einander zugekehrten Endpunkte einen Abstand von 5 cm hatten. Von diesen Endpunkten führten zwei 15 cm lange, 1 mm starke Drähte parallel miteinander und senkrecht zu den erstgenannten Drahtstücken zu der sehr kurzen sekundären Funkenstrecke.
Der primäre Leiter wurde nun so aufgestellt, daß seine Funkenstrecke in die Brennlinie eines großen, aus Zinkblech hergestellten hohlen parabolischen Cylinderspiegels fiel, der bei 2 m Höhe, 1,2 m Öffnung und 0,7 m Tiefe eine Brennweite von 12,5 cm besaß; der Induktionsapparat befand sich hinter dem