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Delaporte – De la Rue
Formenbehandlung. Sodann hat D. die plastische Ausschmückung für die Kirchen St. Eustache und St. Joseph in Paris geliefert. Für die Neue Oper schuf er die sitzende Marmorfigur des Komponisten Auber (1881) und für den Palast des Trocadéro (an der Balustrade) die vergoldete Bronzefigur Afrika. Er starb 11. Jan. 1891 in Paris.
Delaporte (spr. -pórt), Marie, franz. Schauspielerin, geb. 27. Sept. 1838 zu Paris, wurde im Konservatorium daselbst ausgebildet und war seit 1855 Mitglied des Gymnase dramatique, seit 1868 des Michael-Theaters in Petersburg. Zu ihren vorzüglichsten Rollen gehören Cécile in «Montjoye», Camille in «Héloise Paranquet», Jeannine in «Ideen der Madame Aubry» und Froufrou.
Delaporte (spr. -pórt), Michel, franz. dramat. Dichter, geb. im Sept. 1806 zu Paris, studierte auf dem Collège in Amiens, schrieb kritische Artikel und Novellen, besonders für «Europe monarchique», und verfaßte seit 1835 viele Theaterstücke, die fast alle dem Gebiete des Vaudeville angehören: «Touchatout» (1835), «Un premier ténor» (1841), «Cabrion ou les infortunes d’un pipelet» (1845), «La femme de ménage» (1851), «Toinette et son carabinier» (1856) u. s. w. D. arbeitete vielfach mit Varin zusammen, so in «Les trois fils de Cadet-Roussel» (1860), «Un Hercule et une jolie femme» (1861), «Ah que l’amour est agréable» (1862), «Une femme qui bat son gendre» (1864), «Madame Pot-au-feu» (1869) u. s. w. D. starb 30. Sept. 1872.
De la Rive (spr. rihw), Aug. Arthur, Physiker, geb. 9. Okt. 1801 in Genf, wurde 1823 Professor der Physik an der Akademie daselbst und starb dort 27. Nov. 1873. Seine Untersuchungen beziehen sich meist auf Elektricität und Magnetismus; durch seine Erfindung, Silber und Kupfer in alkalischen Bädern galvanisch zu vergolden, legte er den Grund zur weitern Ausbildung der Galvanoplastik. Er lieferte auch Untersuchungen über Probleme der Wärme- und Lichtlehre. D. redigierte 1836‒41 die «Bibliothèque universelle de Genève», 1841‒45 die «Archives de l’électricité», 1846‒60 die «Archives des sciences physiques et naturelles». Außerdem schrieb er «Traité d’électricité théorique et appliquée» (3 Bde., Par. 1854‒58).
Delaroche (spr. -rósch), Paul, franz. Historienmaler, geb. 17. Juli 1797 zu Paris, war ein Schüler von Gros. In seinen ersten Arbeiten, wie: Joas – als Kind von Josabeth dem Tod entrissen (1822), Jeanne d’Arc im Gefängnis vom Kardinal Winchester verhört (1824), blieb er den akademischen Grundsätzen seines Lehrers treu, fühlte sich aber bald zu der neuen romantischen Richtung hingezogen. Dies bekunden die Gemälde: Scene aus der Bartholomäusnacht (1827; Museum in Königsberg), Tod der Königin Elisabeth von England (1828; im Louvre, Stich von Jazet). In derselben Zeit schuf er das an dramat. Bewegung reiche Bild: Die Ermordung des Präsidenten Duranti durch den Pöbel, das seinen Ruf als begabten Maler sicherte. Im Salon von 1831 stellte er dann vier Hauptwerke aus: Richelieu, die Verschwörer de Thou und Cinq-Mars im Nachen die Seine hinauf zum Tode führend; Mazarin auf dem Krankenbett, am Kartenspiel seines Hofkreises teilnehmend; zwei durch Girards Kupferstiche bekannte Gemälde. Ferner: Cromwell am Sarge Karls Ⅰ. (Museum zu Nîmes) und Die Kinder Eduards Ⅳ. im Tower (1830; im Louvre). D. zeigte in diesen Bildern große Genauigkeit in der Behandlung aller Teile und eigentümliche Zartheit in der Darstellung schrecklicher Vorgänge. Sodann schuf er in schneller Aufeinanderfolge: Die heil. Amalie (gestochen von Mercuri), Die Hinrichtung der Jane Gray (1834), Ermordung des Herzogs von Guise (1835; im Besitz des Herzogs von Aumale), letzteres ein Meisterwerk des Künstlers; Karl Ⅰ. von Cromwells Soldaten verhöhnt; Lord Strafford zu seiner Hinrichtung geführt (1835; im Sutherlandhouse zu London). Von der Regierung 1837 mit der Ausschmückung eines Saals in der Pariser Kunstschule beauftragt, malte D. an der halbrunden Wand desselben eine Art Kunstareopag, bestehend aus den Hauptmeistern aller Länder und Zeiten, fünf Gruppen mit 75 Figuren. Seit diesem Werke, das ihn 4 Jahre beschäftigte, aber bei dem Brande von 1855 stark beschädigt wurde, sandte er keine Bilder mehr zu den Ausstellungen. Seit dem Tode seiner Gemahlin verließ er die romantische Richtung und wandte sich mehr dem religiösen Gebiete zu; hierher gehören: Eine Pietà, Maria am Kreuzigungstag in ihrer Kammer, Maria am Fuße des Kreuzes, Marias Heimgang von Golgatha, Maria in Betrachtung der Dornenkrone, Heilige Familie (Antwerpen; Galerie Notebohm). Diese kleinen Passionsdramen sind von innigem Gefühl und zarter Färbung. Von seinen spätern histor. Gemälden sind zu nennen: Napoleon Ⅰ. nach der Abdankung zu Fontainebleau (1845; Museum zu Leipzig; s. Tafel: Französische Kunst Ⅵ, Fig. 2), Bonaparte auf einem Maultier gedankenvoll über den St. Bernhard reitend, Marie Antoinette vor dem Revolutionstribunal (1852), Die Girondisten im Gefängnis (1855). Die Hertford Collection in London besitzt 13 Hauptwerke des Künstlers. Auch als Bildnismaler war D. sehr thätig; er malte unter andern Papst Gregor ⅩⅥ., Guizot, Thiers. D. war seit 1832 Mitglied des Instituts; er starb 4. Nov. 1856 zu Paris. Mehr als 200 Schüler arbeiteten unter der Aufsicht des Meisters, an den sich auch viele von den in Paris studierenden deutschen Malern anschlossen. Die besten franz. Kupferstecher, wie Mercuri, Prudhomme, Prévost, Gérard, haben seine Werke gestochen und so in weiten Kreisen bekannt gemacht. – Vgl. Delaborde, Œuvre de Paul D. (86 photogr. Blätter, Fol., Par. 1858); Meyer, Geschichte der franz. Malerei (Lpz. 1867); Rosenberg, Geschichte der modernen Kunst, Bd. 1 (ebd. 1882).
De la Rue (spr. rüh), Warren, engl. Naturforscher, geb. 18. Jan. 1815 auf der Insel Guernsey, beschäftigte sich mit den Naturwissenschaften und besonders mit der Astronomie, zu welchem Zwecke er in Cranford in Middlesex ein eigenes Observatorium errichtete. Bekannt machte er sich besonders durch die Anwendung der Photographie auf die Beobachtung astron. Vorgänge, ein Verfahren, das sich zuerst bei Gelegenheit der von D. beobachteten Sonnenfinsternis vom 18. Juli 1860 glänzend bewährte. Später beteiligte D. sich in hervorragender Weise an den photogr. Vorbereitungen für die Beobachtung des Venusdurchgangs 1874. In demselben Jahre errichtete er ein physik. Laboratorium mit einer elektrischen Batterie von 11000 Elementen, die von ihm in Gemeinschaft mit Hugo Müller zu wichtigen Experimenten benutzt wurde. Mit Balfour Stewart und Loewy gab er die Resultate späterer astron. Beobachtungen u. d. T. «Researches on solar physics» (2 Tle., Lond. 1869‒70) heraus. 1881 erschien «On the phenomena of the electric