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Delme – Delord
Delme, Nebenfluß der Ochtum (s. d.), entspringt bei Twistringen in der hannov. Grafschaft Hoya, fließt durch die Grafschaft Delmenhorst, nimmt die Welse auf und mündet nach einem Laufe von 59 km unterhalb des Ortes Hasbergen.
Delme, Dorf und Hauptort des Kantons D. (205,79 qkm, 35 Gemeinden, 9449 E.) im Kreis Château-Salins des Bezirks Lothringen, 12 km nordwestlich von Château-Salins, hat (1890) 658 meist kath. E., 136 Israeliten, Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Metz); keltisch-röm. Reste und wird 990 als Duodecimus Villa, 1016 als Dodeismes, 1566 als Delmes erwähnt.
Delmenhorst. 1) Amt im oldenb. Verwaltungsbezirk Oldenburg, hat 320,28 qkm, (1890) 26153 (12798 männl., 13355 weibl.) E., darunter 1919 Katholiken und 107 Israeliten, 7 Gemeinden mit 36 Bauerschaften. – 2) Stadt und Hauptort des Amtes D., 12 km westlich von Bremen, am Flüßchen Delme und an der Linie Bremen-Oldenburg der Oldenb. Staatsbahnen, hat (1890) 6828 (3204 männl., 3624 weibl.), als Stadtgemeinde 9372 E., Post zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Oldenburg), Spar- und Vorschußverein, höhere Bürgerschule; Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, Jutespinnerei und ‑Weberei, Eisengießerei, Kork-, Tabak- und Cigarrenfabriken, 2 Linoleumfabriken, Dampfmahl- und Sägemühlen, Ziegeleien, vier bedeutende Pferde- und Viehmärkte. Auf dem Schloßberg steht an der Stelle der alten Burg D., die 1247 vom Grafen Otto erbaut und 1787 abgetragen wurde, seit 1878 ein Krankenhaus. – 1371 erhielt D., das schon 1231 erwähnt wird, bremisches Recht. Drei Nebenlinien des oldenb. Hauses wurden nach D. benannt, die dritte erlosch 1647. Zur alten Grafschaft D. gehörten außer der Stadt- und Landvogtei D. die Marschvogteien Altenesch und Berne, die das Stedingerland (s. Stedinger) bildeten.
Delmotte (spr. -mótt), Henri Philibert Joseph, belg. Dichter, geb. 14. Mai 1822 in Boudour im Hennegau, studierte die Rechte und war einige Zeit Beamter in Nivelles, zog sich aber bald ins Privatleben zurück und lebt seitdem in Brüssel. D. verfaßte viele Lustspiele, in denen er den Mittelstand Belgiens treffend schildert. Es erschienen von ihm «Poésies» (Brüss. 1846) und einige seiner Lustspiele u. d. T.: «Comédies» (ebd. 1873).
Deloche (spr. -lósch), Maximin, franz. Archäolog, geb. 27. Okt. 1817 zu Tulle, studierte die Rechte in Bordeaux, wurde im Ministerium der öffentlichen Arbeiten angestellt, ging 1846 nach Algerien, wo er 1848 zum Generalsekretär der Präfektur Constantine ernannt ward, kehrte 1850 nach Paris zurück und rückte allmählich zum Bureauchef im Ministerium der öffentlichen Arbeiten auf. 1871 wurde er Mitglied der Akademie der Inschriften. Er veröffentlichte unter anderm: «Étienne Baluze, sa vie et ses œuvres» (Par. 1858), «Cartulaires de l’abbaye de Beaulieu» (ebd. 1859), «De la forêt royale de Ligurium mentionnée dans le capitulaire de Kiersi» (ebd. 1859), «Description des monnaies mérovingiénnes du Limousin» (ebd. 1863), «Études sur la géographie historique de la Gaule et spécialement sur les divisions territoriales du Limousin au moyen-âge» (ebd. 1864), «La Trustis et l’antrustion royal sous les deux premières races» (ebd. 1873).
Delogement (frz., spr. -losch’máng), das Aus-, Abziehen, Aufbruch, Abmarsch; delogieren, ausziehen, aufbrechen; auch ausquartieren, vertreiben. ^[Spaltenwechsel]
Delolme (spr. -lólm), Jean Louis, Staatsrechtslehrer, geb. 1740 zu Genf, war Advokat in seiner Vaterstadt, ging aber wegen der Angriffe, die seine Schrift «Examen des trois points des droits» erfuhr, nach England, wo er in großer Dürftigkeit lebte. Gegen 1775 kehrte er in sein Vaterland zurück und starb 16. Juli 1806 in Seewen (Schwyz). Als er nach England kam, hatte die aristokratische Anarchie in Schweden und Polen ihren Höhepunkt erreicht, und in England fürchtete man, auf dem Wege zu einem ähnlichen Ziele zu sein. Dies gab ihm Veranlassung, in seinem berühmten Buche «Constitution de l’Angleterre» (Amsterd. 1771 u. ö.), welches er selbst ins Englische (Lond. 1775; 4. Aufl., mit Anmerkungen von Coote, 1784; neue Ausgabe mit D.s Biographie von Macgregor, ebd. 1853) und ins Deutsche (Altona 1776) übersetzte, und in der «Parallel between the English government and the former government of Sweden» (Lond. 1772) die Vorzüglichkeit und Kraft der engl. Staatsverfassung auseinanderzusetzen. Auch verdienen seine «History of the flagellants, or memorials of human superstition» (ebd. 1782) und «An essay containing a few strictures on the union of Scotland with England» (ebd. 1787) Erwähnung.
De Long, George Washington, Nordpolreisender, geb. 22. Aug. 1844 zu Neuyork, trat 1861 in die Naval Academy ein und wurde 1869 Lieutenant. 1873 nahm er an der Expedition nach der Baffinbai teil, um nach der Mannschaft der Polaris zu forschen. 1879 leitete er als Lieutenant-Commander die von J. G. ^[James Gordon] Bennett ausgerüstete Jeannette-Expedition durch die Beringstraße (s. Nordenskiöld). Auch hatte nebenbei D. L. den Auftrag, nach der Expedition Nordenskiölds auszuschauen. Da er aber bereits 31. Aug. das Winterquartier der Vega fand, erlangte er damit auch Gewißheit von der glücklichen Umsegelung Nordasiens durch die Schweden. Von da steuerte die Jeannette auf Wrangelland zu, wurde aber 5. Sept. in der Nähe der Heraldinsel vom Eise besetzt und trieb 21 Monate lang nach Nordwesten. Man fand dabei die Jeannette- und Henrietta-Insel nordöstlich von Neusibirien; aber 13. Juni 1881 versank das vom Eise zerdrückte Schiff, nachdem man Boote, Schlitten, Provisionen u. s. w. glücklich aufs Eis gerettet hatte. Man suchte die sibir. Küste zu gewinnen, wurde aber auf den Eisschollen nach Nordwesten bis 77° 42′ nördl. Br. getrieben. Am 29. Juli wurde die große Bennett-Insel entdeckt und von dort die Reise in den Booten fortgesetzt. Auf der Fahrt nach der Lenamündung wurden die Boote 12. Sept. durch Sturm voneinander getrennt. D. L. erreichte bei Sagastyr die Mündung der Lena, Melville einen weiter südöstlich gelegenen Mündungsarm. D. L. erlag mit seinen elf Leuten dem Hunger, während die Leute von Melvilles Abteilung durch Tungusen gerettet wurden. Erst im März 1882 wurden die Leichen D. L.s und seiner Gefährten aufgefunden. – Vgl. Die Polarexpedition der Jeannette, in «Petermanns Mitteilungen» 1882, S. 241; The voyage of the Jeanette. The ship and ice Journals of G. W. de Long (2 Bde., Boston 1883); Melville, In the Lena delta (ebd. 1884); Gilder, In Eis und Schnee (Lpz. 1884).
Delonĭa, s. Delvino.
Delopulo, s. Delos.
Delord (spr. -lohr), Taxile, franz. Publizist und Abgeordneter, geb. 25. Nov. 1815 zu Avignon, be- ^[folgende Seite]