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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Delphinoïdīn; Delphīnus; Delphis; Delphisīn; Delphos; Delpīno; Delpit; Delsberg; Delta

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Delphinoidin – Delta (geographisch)

Man kennt gegen 40 in der nördl. gemäßigten Zone weit verbreitete Arten. Es sind ein- oder mehrjährige Gewächse mit handteiligen und gespaltenen Blättern und zu Ähren, Trauben oder Rispen vereinigten Blüten von vorherrschend blauer oder violetter Farbe. Die Blumen besitzen einen fünfblätterigen, unregelmäßigen, kronartigen Kelch, dessen oberes, unpaariges Kelchblatt gespornt ist, und eine vier- oder verwachsenblätterige Blumenkrone mit honigtragender Nebenkrone im Sporn. Zu dieser Gattung des Rittersporns gehören mehrere unserer beliebtesten Gartenzierpflanzen, z. B. D. Ajacis L., der in den Umgebungen des Mittelmeers wildwachsende Gartenrittersporn, und D. consolida L., der in Deutschland häufig als Unkraut unter dem Getreide vorkommende Feldrittersporn. Von beiden einjährigen Sommergewächsen sind in den Gärten zahllose Sorten mit einfachen, halb- und ganzgefüllten Blumen in den verschiedensten Farben entstanden. Bei D. Ajacis stehen die Blumen in einer reichen, dichten, bei D. consolida in einer lockern, ästigen Endtraube. Außer diesen und andern einjährigen werden in den Gärten ziemlich viele ausdauernde Ritterspornarten von ausgezeichneter Schönheit kultiviert. Von ihnen sind zu nennen: D. formosum v. Houtte, dessen Flor leider nur zu häufig durch Meltau zerstört wird, D. grandiflorum L. und D. elatum L., alle drei mit großen, prächtig azur- oder indigoblauen Blumen, vor allem aber D. hybridum Willd., der Bastardrittersporn, in vielen Varietäten mit einfachen oder gefüllten, in den verschiedensten blauen Nuancen strahlenden Blüten; ferner D. cardinale Hook. und D. nudicaule Torr. et Gr., aus Kalifornien, mit scharlachroten Blumen, welche ebenfalls häufig durch den Meltaupilz verunstaltet werden; sie sind beide etwas empfindlich für die Kultur im freien Land. Die einjährigen Arten werden schon im Herbst in das freie Land gesät, die niedrigen vorzugsweise als Einfassung, die höhern beet- oder gruppenweise. Die ausdauernden Arten vermehrt man am leichtesten durch Stockteilung. Von dem im südl. Europa, besonders in Griechenland, vorkommenden sog. Läuse- oder Stephanskraut, D. staphisagria L., waren früher die giftigen Samen (Semina staphisagriae) offizinell (s. Delphinin).

Delphinoïdīn, s. Delphinin.

Delphīnus, s. Delphine; D. als Titel, s. Dauphin.

Delphis, Berg, s. Euböa.

Delphisīn, s. Delphinin.

Delphos, Ort im County Allen des nordamerik. Staates Ohio, am Miami-Eriekanal, ist Eisenbahnknotenpunkt, hat 5500 E. und Holzindustrie.

Delpīno, Frederigo, ital. Botaniker, geb. 27. Dez. 1833 zu Chiavari in der Provinz Genua, studierte auf der Universität zu Genua Mathematik und Naturwissenschaften, war längere Zeit als Finanzminister thätig, trieb aber nebenbei eifrig Botanik und widmete sich hauptsächlich der Untersuchung über die wechselseitigen Beziehungen zwischen Tieren und den der Bestäubung dienenden Blüteneinrichtungen. 1871 wurde er Professor der Naturgeschichte an der Forstakademie zu Vallombrosa, 1873 begleitete er die Fregatte Garibaldi zu einer Erdumsegelung, brach aber die Reise schon in Rio de Janeiro ab und kehrte 1874 nach Italien zurück, wo er 1875 Professor der Botanik an der Universität zu Genua wurde. Er schrieb u. a.: «Sugli apparecchi della fecondazione nelle piante antocarpe» (Flor. 1867), «Ulteriori osservazioni sulla dicogamia nel regno vegetale», «Teoria generale della fillotassi» (Genua 1883), «Funzione mirmecofila nel regno vegetale» (2 Tle., Bologna 1886‒88).

Delpit (spr. -pih), Albert, franz. Romanschriftsteller und Dramatiker, geb. 30. Jan. 1849 zu Neuorleans, widmete sich früh der Litteratur. Er war zuerst Mitarbeiter der von Alexander Dumas begründeten Blätter «Mousquetaire» und «D’Artagnan»; dann verfaßte er Dichtungen, die von der Französischen Akademie mit einem Preis ausgezeichnet wurden: «L’apothéose de Lamartine» (1869), «L’Invasion» (1871), «Le repentir, ou récit d’un curé de campagne» (1873). Einige Theaterstücke hatten keinen Erfolg: «Rodert Pradel» (1873), «Jean-Nu-Pieds» (1875), «Le message de Scapin» und «Les chevaliers de la patrie» (1876); dagegen wurde sein dramat. Roman «Le fils de Coralie» (1880) oft aufgeführt. In seinen übrigen zahlreichen, seit 1877 meist in der «Revue des Deux Mondes» veröffentlichten Romanen verbindet er eine glatte Schilderung des Lebens der vornehmen Gesellschaft mit grellen Effekten und tragischen Ausgängen: «Les compagnons du roi» (1873), «La vengeresse» (1874), «Le mystère du Bas-Meudon» (1876), «Les fils de joie» und «Le dernier gentilhomme» (1877), «La famille Cavalié» (1878), «La Marquise» (1882), «Solange» (1885), «Thérésine» (1888), «Toutes les deux» (1889), «Belle-Madame» (1892). «Le mariage d’Odette» (1880) erwarb ihm den Beifall der gut katholisch gesinnten vornehmen Gesellschaft. Seine patriotischen «Poésies» (1891) wurden von der Französischen Akademie gekrönt. Er starb 4. Jan. 1893 in Paris.

Delsberg. 1) Bezirk im schweiz. Kanton Bern, hat 266 qkm, (1888) 13979 meist franz. sprechende E., darunter 1850 Evangelische und 89 Israeliten in 23 Gemeinden. Die Haupterwerbsquellen sind Land- und Alpwirtschaft, Holzhandel und Glasfabrikation. Zahlreiche Steinbrüche geben gute Bausteine (Kalk) und mehrere, neuerdings weniger ergiebige Bohnerzgruben liefern den Hochöfen und Eisenwerken von Choindez und Undervelier das nötige Erz. – 2) D., franz. Delémont, Hauptstadt des Bezirks D., in 436 m Höhe, 26 km nordnordöstlich von Biel am linken Ufer der Sorne, die sich 1½ km unterhalb der Stadt in die Birs ergießt, in einem weiten fruchtbaren Kessel des bernischen Jura, an den Linien Biel-D.-Basel (89,58 km) und D.-Delle-Grenze (39,97 km) der Jura-Simplon-Bahn, ist regelmäßig angelegt, mit breiten geraden Straßen und hat (1888) 3638 E., darunter 1084 Evangelische und 87 Israeliten, Post, Telegraph, zwei kath., eine prot. Kirche, ein Progymnasium, ein kath. Lehrerseminar, ein 1719 erbautes Schloß und ein Waisenhaus, ehemals Ursulinerkloster. In der Nähe am Zusammenfluß der Birs und Sorne Überreste von röm. Bädern. Die bemerkenswertesten Punkte der Umgegend sind die wilde Klus Val des Roches, durch welche 4 km südlich von D. bei Courrendlin die Birs aus dem Münsterthale in den Thalkessel von D. eintritt, und etwa 2 km nördlich von D. die Schloßruine und Kapelle Vorburg oberhalb der Schlucht, durch welche die Birs den Kessel verläßt.

Delta, griech. Buchstabe, s. D.

Delta, Bezeichnung für solche Flußmündungen, vor welchen sich die vom Fluß mitgeführten Sedimente ablagern, sodaß sie entweder Untiefen bilden (submarine D.) oder, wenn sie über den Wasser- ^[folgende Seite]