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Heterokliton – Hethiter
Heteroklĭton (grch.), in der Grammatik ein Substantiv mit Casus nach verschiedenen Deklinationen, z. B. Singular vas, vasis (3. Dekl.) – Plural vasa, vasorum (2. Dekl.).
Heterokrăsie (grch.), verschiedenartige Mischung, namentlich der Säfte.
Heterolălie (grch.), das unrechte Sprechen, Sichversprechen, eine krankhafte Veränderung des Sprechvermögens, welche darin besteht, daß man sich auf bestimmte Worte nicht besinnen kann, sie mit andern verwechselt u. s. w., zuweilen ein Vorbote des Schlagflusses oder ein Symptom der Hirnerweichung; auch eine abnorme Veränderung der Stimme (bei Nervenfieber, Krankheiten des Kehlkopfes u. s. w.).
Heteromēr (grch.), aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt.
Heteromĕra, s. Käfer.
Heteromŏrphie, s. Heteromorphismus.
Heteromorphismus oder Heteromorphie (grch.), die Fähigkeit einer und derselben Substanz, in wesentlich verschiedenen Formenkomplexen zu krystallisieren, bei denen dann auch die physischen Eigenschaften, z. B. das spec. Gewicht, abweichend sind. Meistens handelt es sich nur um das Auftreten einer und derselben Substanz in zwei verschiedenen Gestaltungen (Dimorphismus), doch sind auch Fälle von einer dreifach abweichenden Verkörperungsfähigkeit einer Substanz (Trimorphismus) bekannt. Die erste entschiedene Hinweisung auf diese merkwürdige Erscheinung gab Mitscherlich, indem er zeigte, daß der Schwefel, wenn er aus dem geschmolzenen Zustand herauskrystallisiert, monokline Krystallformen habe, während der natürlich vorkommende, der durch Sublimation gebildete sowie der durch Verdunstung seiner Lösung in Schwefelkohlenstoff erhaltene Schwefel gleicherweise rhombisch krystallisieren. Eine der frühesten Beobachtungen des H. ist dann diejenige am kohlensauren Kalk, der hexagonal (rhomboedrisch) als Kalkspat (spec. Gewicht 2,7), rhombisch als Aragonit (spec. Gewicht 2,9) krystallisiert. Manchmal läßt sich durch das Experiment die heteromorphe Substanz unter verschiedenen Umständen künstlich zur Krystallisation in den abweichenden Gestalten bringen: fällt man ein Kalksalz in der Kälte durch kohlensaures Alkali, so besteht der niedergeschlagene kohlensaure Kalk aus mikroskopischen Rhomboederchen von Kalkspat; nimmt man den Niederschlag in der Siedehitze vor, so erweist er sich als aus rhombischen Aragonitprismen zusammengesetzt. Übrigens kann auch der H. sich auf dem Gebiete eines und desselben Krystallsystems abspielen, sofern nur die Formenkomplexe Grunddimensionen haben, die nicht aufeinander zurückführbar sind, und sofern sie abweichendes spec. Gewicht besitzen. Einige der bemerkenswerten Fälle des H. im Mineralreich sind (die eingeklammerten Zahlen bezeichnen das spec. Gewicht): Kohlenstoff, regulär als Diamant (3,55), hexagonal als Graphit (2,3); Kieselsäure, SiO₂, hexagonal als Quarz (2,66), hexagonal als Tridymit (2,3); Titansäure, TiO₂, tetragonal als Rutil (4,25), tetragonal als Anatas (3,9), rhombisch als Brookit (4,05), ein Beispiel von Trimorphismus; Eisenbisulfid, FeS₂, regulär als Eisenkies (5,1), rhombisch als Markasit (4,86); Antimonoxyd, SB₂O₃, regulär als Senarmontit (5,3), rhombisch als Weißspießglanz (5,6); Thonerdesilikat Al₂SiO₅, rhombisch als Andalusit (3,16), triklin als Disthen (3,66) u. s. w. Bisweilen ist man im stande, die eine Modifikation künstlich in die andere überzuführen; wird z. B. Quarz scharf geglüht, so verwandelt er sich in ein Aggregat von Tridymit unter Erniedrigung seines spec. Gewichts von 2,66 auf 2,3. – Nach unsern heutigen Vorstellungen kann diese Verschiedenheit der Krystallformen bei empirisch gleich zusammengesetzten Körpern zur Erklärung allgemein auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden: zunächst auf die verschiedene Lagerung der Moleküle bei chem. Identität derselben (eigentlicher H., physikalische Isomerie), sodann auf eine abweichende Struktur des chem. Moleküls (chemische Isomerie), endlich auf die verschiedene Größe des Moleküls (Polymerie). ^[Spaltenwechsel]
Heteromorphīt, Federerz, Plumosit, ein Mineral, das vorwiegend filzartige Massen oder zunderähnliche Lappen von schwärzlich-bleigrauer Farbe bildet, die aus äußerst feinen haarförmigen und nadelförmigen Krystallen zusammengewoben sind; es stellt die zartesten faserigen und dichten Varietäten des Jamesonits (s. d.) dar und findet sich zu Wolfsberg, Andreasberg, Clausthal, Freiberg und Bräunsdorf, Felsöbánya in Ungarn.
Heteromyarĭer, s. Muscheltiere.
Heteronŏmie (grch.) heißt in der Ethik seit Kant die Ansicht, daß der sittliche Wille sich sein Gesetz nicht selber gebe (Autonomie, s. d.), sondern es sich von andern Mächten (Lust und Unlust, Glückseligkeitsstreben) diktieren lassen müsse. (S. Ethik.)
Heteropăthie (grch.), soviel wie Allopathie.
Heterophýllisch (grch.), ungleichblätterig.
Heteropōden (Heteropŏda), Kielfüßer, wurde von Lamarck eine Ordnung der Schnecken benannt, bei welcher der Fuß sich zu einer seitlich zusammengedrückten Flosse umgestaltet hat. Die entweder nackten oder mit einer zarten Schale teilweise bedeckten Tiere haben hoch entwickelte Sinnesorgane an einem rüsselartig vorspringenden Kopf; sie sind getrennten Geschlechts und ihre nicht sehr zahlreichen (etwa 100) Arten finden sich besonders in wärmern Meeren auf der Oberfläche lebend und sind hier, da sie meist glasartig durchscheinend sind, nur schwer wahrnehmbar. Sie nähren sich vom Raub und werden, zumal sie häufig in enormen Schwärmen auftreten, ihrerseits ein Nahrungsmittel für Waltiere u. s. w. Eine der größten ist die rosenrote Pterotrachea coronata Forsk. des Mittelmeers.
Heteroptēren, s. Wanzen.
Heteropygĭi, eine merkwürdige Familie der Schlundblasenfische (s. d.), die lebendig gebärend ist und deren Arten zum Teil nur rudimentäre Augen haben und subterran leben. (S. Höhlentiere.)
Heteroscĭi (grch.), die nur nach einer Seite Schatten Werfenden, s. Ascii.
Heterospōr (grch.) heißen die Gefäßkryptogamen mit zweierlei Sporen, Makro- und Mikrosporen.
Heterosty̆lie (grch.), die Eigentümlichkeit mancher Blüten derselben Pflanzenart, Staubgefäße und Griffel von verschiedener Länge zu entwickeln. Man nennt diese Erscheinungen auch oft Dimorphismus und Trimorphismus. (S. Bestäubung, Bd. 2, S. 892 a.)
Heterotrĭcha, s. Wimperinfusorien.
Heterotrōp, s. Isotrop.
Heteroŭsie, Heterousiásten (grch.), s. Arianer und Arianischer Streit.
H. et G., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung von William Jackson Hooker (s. d.) und Robert Kaye Greville (s. Grev.).
Hethīter (diese Schreibweise ist als die Luthers wegen ihrer weiten Verbreitung den vielen sonst ge- ^[folgende Seite]