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Hexagonales Krystallsystem – Hexameter
pyramiden, krystallographisches Zeichen: P), bei denen die Mittelecken, und in solche zweiter Ordnung (Deuteropyramiden, krystallographisches Zeichen: P2), bei denen die Halbierungspunkte je zweier gegenüber liegender Mittelkanten durch die Nebenachsen verbunden werden. (S. Tafel: Krystalle Ⅱ, Fig. 1 u. 2.)
Hexagonāles Krystallsystem, das einzige vierachsige Krystallsystem, s. Krystalle.
Hexagonāles Prisma, Krystallform des hexagonalen Systems, eine offene, von sechs Rechtecken begrenzte Säule darstellend. Krystallographisches Zeichen: ∞P. (S. Tafel: Krystalle Ⅱ, Fig. 3 u. 4.)
Hexagonāles Skalenoēder, Krystallform des hexagonalen Systems, Hälftflächner der dihexagonalen Pyramide, umschlossen von zwölf ungleichseitigen Dreiecken. Die 6 Mittelkanten der H. S. liegen, wie jene des Rhomboeders, nicht in einer Ebene, sondern steigen im Zickzack auf und ab; die Polkanten sind schärfer und stumpfer, eine obere schärfere liegt über einer untern stumpfern, und umgekehrt. Krystallographisches Zeichen: m R n, statt m P n /2. (S. Tafel: Krystalle Ⅱ, Fig. 9.)
Hexagonālzahlen, s. Figurierte Zahlen.
Hexagy̆nus (grch., d. i. sechsweibig) oder hexagȳnisch nennt man die Blüten, die sechs Griffel oder Narben besitzen. Hexagynĭa ist im Linnéschen System die 6. Ordnung in den Klassen Ⅰ‒ⅩⅢ.
Hexăkisoktaēder (grch.) oder Achtundvierzigflächner, Krystallform des regulären Systems, begrenzt von 48 ungleichseitigen Dreiecken. Krystallographisches Zeichen: m O n (S. Tafel: Krystalle Ⅰ, Fig. 7.)
Hexăkistetraēder (grch.), Krystallform des regulären Systems, die von 24 ungleichseitigen Dreiecken umschlossen wird und die hemiëdrische Gestalt des Hexakisoktaeders (s. d.) nach dessen in den abwechselnden Oktanten gelegenen sechszähligen Flächenkomplexen darstellt. Krystallographisches Zeichen: m O n / 2 H. treten z. B. am Diamant selbständig, am Fahlerz und Boracit in Kombination mit andern tetraedrisch-hemiëdrischen Formen auf. (S. Tafel: Krystalle Ⅰ, Fig. 20.)
Hexaktinellīden (Hexactinellĭdae), Ordnung der Schwämme, s. Glasschwämme.
Hexaktinĭen oder Zoantharien (Zoantharia), eine Ordnung der Korallenpolypen oder Anthozoen (s. d.), deren Tentakelzahl sechs oder ein Mehrfaches von sechs ist, welcher Zahl auch diejenige der Magentaschen des Polypen entspricht. Es gehören hierher die sechsstrahligen Rindenkorallen der Gattung Antipathes, welche gleich den Gorgoniden (s. Oktaktinien) eine biegsame, hornige Achse besitzen, die von der weichern polypentragenden Rindenschicht umgeben ist und von einigen Arten als sog. schwarze Edelkoralle zu Schmucksachen verarbeitet wird. Ferner die Steinkorallen (Madreporaria), eine überaus formenreiche und hervorragende Gruppe von Korallentieren, welche teils als Einzelindividuen, teils zu Stöcken vereinigt leben und sich durch die massenhafte Entwicklung ihres Kalkskeletts auszeichnen. Bei diesen Tieren, deren zahlreiche Gattungen sich in erster Linie an der Bildung der Koralleninseln und Riffe in den tropischen Meeren beteiligen, verkalken die untern Teile des Polypenleibes in der Weise, daß sowohl das die Basis bildende Fußblatt als auch die angrenzende Körperwand samt den Scheidewänden der Magentaschen durch Kalkablagerungen erhärten. Es entsteht so ein gefächerter Becher, in dem der Polyp mit seiner Unterhälfte steckt. Ebenso verkalkt auch das die Einzeltiere verbindende Gewebe, wodurch die Stöcke im Laufe ihres beständig fortschreitenden Wachstums und bei ihrer großen Widerstandskraft jene gewaltigen Bildungen in den Korallenmeeren hervorgebracht haben (s. Korallenbauten). Die Familien der Steinkorallen werden in die zwei Hauptgruppen der Perforata oder Durchbohrten und der Aporosa oder Porenlosen geteilt. Die erstern bilden die geologisch ältere Gruppe und sind durch die unvollkommene Entwicklung ihrer Scheidewände und die zahlreichen Poren, welche die gesamte Kalkmasse durchsetzen, charakterisiert. Die vielen Arten der Buschkoralle (Madrepora), deren weiße, verästelte Skelette in Museen und Naturalienhandlungen so häufig zu sehen sind, gehören zu dieser Gruppe. Auch Goniopora columna Dana (s. Tafel: Cölenteraten Ⅰ, Fig. 6) ist eine durchbohrte Steinkoralle. Zu den Porenlosen, welche in der Triasperiode zuerst auftreten, gehören die kugeligen und massigen Stöcke der Sternkorallen (Astraea), deren mit vollkommen entwickelten Septen versehene Kelche wie die Zellen einer Bienenwabe aneinander liegen, die Hirnkorallen (z. B. Maeandrina cerebriformis Lmk., s. Tafel: Cölenteraten Ⅰ, Fig. 2), bei denen durch Verschmelzung der Kelche den Windungen eines Gehirnes ähnliche Figuren entstehen, und viele andere Formen, deren Gestalten wiederum durch die verschiedenartigen Verkalkungsprozesse, die Art der Vereinigung der Polypen und der Knospenbildung bedingt werden. Einzeltiere von bedeutender Größe, welche sich durch abfallende Knospen vermehren, sind die Pilzkorallen (Fungia). – Eine dritte, und zwar die höchstentwickelte Unterordnung der H. sind die Seerosen oder Aktinien (s. d.). ^[Spaltenwechsel]
Über Korallentiere vgl. Dana, Corals and coral-islands (neue Aufl., Lond. 1879); Haeckel, Arab. Korallen (Berl. 1876); Darwin, The structure and distribution of coral-reefs (2. Aufl., Lond. 1874; deutsch von Carus, Stuttg. 1876).
Hexamĕron (grch.), Titel von Sammlungen von Novellen, die an sechs Tagen erzählt werden. Bekannt ist Wielands «H. von Rosenhayn».
Hexamĕter (grch.), ein von den Griechen erfundener Vers, wegen der frühesten Anwendung im Heldengedicht auch Heroischer Vers genannt, gehört zu den daktylischen Versen und besteht aus sechs Versfüßen, nämlich fünf Daktylen (‒ ⏑ ⏑) und einem Spondeus oder Trochäus (‒ ‒ oder ‒ ⏑). Die ersten vier Daktylen können beliebig durch Spondeen ersetzt werden, beim fünften Daktylus findet das nur selten statt; Verse letzterer Art pflegt man spondaici oder spondiaci zu nennen. Das regelmäßige Schema eines H. ist also z. B.:
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Sei mir gegrüßt mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel
Notwendig ist in jedem H. eine Cäsur (s. d. und Bukolisch). Von den Griechen kam der H. zu den Römern, wo ihn zuerst Ennius anwandte, und verdrängte den alten volkstümlichen versus Saturnius vollständig. Fast alle modernen Litteraturen haben den Versuch gemacht, in Nachahmung der antiken Poesie den H. bei sich einzubürgern; es mußte dieser