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Heyducken – Heyne (Christian Gottlob)
burg übernahm er die Vertretung des Wahlkreises Elberfeld und wurde 6. Dez. 1848, bei Auflösung der preuß. Nationalversammlung, Mitglied des Kabinetts Brandenburg-Manteuffel als Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Als solcher that er ungemein viel auf dem Gebiete des Eisenbahn-, Post-und Telegraphenwesens; so führte er u. a. den elektrischen Telegraphen ein und regelte den Betrieb der Privatbahnen. Er wurde bei der Entlassung des Ministeriums Manteuffel im Amte gelassen, trat auch 1862 in das neue Ministerium Hohenlohe ein und übernahm die Finanzen. In dem Konflikt zwischen der Krone und dem Abgeordnetenhause wegen der Militärreorganisation suchte er zu vermitteln und riet dem Kriegsminister zu Ersparnissen am Militäretat. Seine Vermittelungspolitik schlug aber doch nicht durch, und als Bismarck 24. Sept. 1862 an die Spitze des Kabinetts trat, legte H. sein Portefeuille nieder, unterstützte aber als Abgeordneter die Regierung. Nachdem H. 31. Jan. 1863 in den Freiherrenstand erhoben worden, trat er 5. Juni 1866, als es galt, ohne Anlehen Mittel zum Kriege zu beschaffen, als Finanzminister wieder ein und löste seine schwierige Aufgabe vollkommen. Im Aug. 1866 legte H. dem Landtage das Indemnitätsgesetz vor, dessen Annahme den Konflikt beendete. Zugleich wurde auf H.s Vorschlag die Dotierung des Staatsschatzes auf neuen gesetzlichen Grundlagen geregelt. Die schwierigere Finanzlage Preußens in den folgenden Jahren führte dazu, daß H. 26. Okt. 1869 seine Entlassung nahm; er starb 13. Juni 1874 in Berlin.
Heyducken, s. Haiduken.
Heyduk, Adolf, czech. Lyriker, geb. 7. Juni 1835 zu Richenburg bei Hohenmauth, studierte in Brünn und Prag Technologie und ist seit 1860 Professor an der Realschule in Pisek. Seine Gedichte treffen gut den Volkston; Sammlungen erschienen schon 1859 in Brünn und 1864 und 1865 in Prag; dann folgten eine Reihe weiterer poet. Werke zum Teil epischen Charakters: «Lesní kvíti» («Waldblumen», 1875) und «Dřevorubec» («Der Holzhauer», 1882) beziehen sich auf den Böhmerwald; «Cymbal a husle» («Zymbal und Geige», 1876), Bilder aus dem Slowakenlande, gelten für H.s bestes Werk; ferner sind zu nennen: «Dědův odkaz» («Des Großvaters Vermächtnis»), «Milota», die Idylle «Oldřich a Božena», «Za volnost’ a víru» («Für Freiheit und Glauben»), «Pisně» («Lieder», 1885), «Zaváté listy» («Verwehte Blätter», 1886), «Na vlnach» («Auf Wellen», 1890) u. s. w.
Heye, s. Handramme.
Heyer, Gust., Forstmann, Sohn des folgenden, geb. 11. März 1826 zu Gießen, besuchte die dortige Universität, an welcher er sich als Privatdocent der Forstwissenschaft 1849 habilitierte, wurde 1853 außerord., 1857 ord. Professor, 1868 Direktor der Forstakademie zu Münden. 1878 übernahm er eine Professur für Forstwirtschaft an der Universität München. Er starb 10. Juli 1883. Auf seinem Grabe in München wurde ihm 1887 ein Denkmal (Marmorbüste) errichtet. Von 1856 bis 1878 redigierte H. die «Allgemeine Forst- und Jagdzeitung». Außer den neuen Auflagen der Schriften seines Vaters schrieb er: «Das Verhalten der Waldbäume gegen Licht und Schatten» (Erlangen 1852), «Ermittelung der Masse, des Alters und des Zuwachses der Holzbestände» (Dess. 1852), «Lehrbuch der forstlichen Bodenkunde und Klimatologie» (Erlangen 1856), «Anleitung zur Waldwertrechnung» (Lpz. 1865; 4. Aufl., von Wimmenauer, 1892), «Handbuch der forstl. Statik» (Abteil. 1, auch u. d. T. «Die Methoden der forstl. Rentabilitätsrechnung», ebd. 1871). ^[Spaltenwechsel]
Heyer, Karl Justus, Forstmann, geb. 9. April 1797 zu Bessungen bei Darmstadt, studierte in Gießen und Tharandt und war seit 1818 teils als Lehrer, teils als praktischer Forstmann in Darmstadt und auf hess. Revieren thätig. 1825 wurde er Lehrer an der Forstlehranstalt zu Gießen, trat 1831 als Forstmeister in die Dienste des Grafen Erbach-Fürstenau und wurde 1835 Professor an der Universität Gießen, wo er bis zu seinem 24. Aug. 1856 erfolgten Tode wirkte. 1892 wurde ihm in Gießen ein Denkmal errichtet. Er veröffentlichte namentlich: «Die Waldertragsregelung» (Gieß. 1841; 3. Aufl., bearbeitet von seinem Sohne G. Heyer, Lpz. 1883), worin er ein besonderes Verfahren der Ertragsregelung entwickelte (s. Kombinierte Methoden); «Der Waldbau oder die Forstproduktenzucht» (Lpz. 1851; 4. Aufl. von Heß, 1891 fg.), «Anleitung zu forststatischen Untersuchungen» (Gieß. 1846), «Die Hauptmethoden zur Waldertragsregelung» (ebd. 1848), «Beiträge zur Forstwissenschaft» (2 Hefte, ebd. 1842 u. 1847).
Heygendorf, Frau von, s. Jagemann, Karoline.
Heymanns Verlag, Carl, in Berlin, wurde als Sortimentsbuchhandlung 1815 zu Glogau von Karl Heymann (gest. 1862 zu Berlin) gegründet, wozu allmählich populärwissenschaftlicher Verlag kam. Dieser wurde (nach Auflösung des Sortiments) 1836 nach Berlin verlegt, und 1871 übernahm den rechtswissenschaftlichen Teil desselben mit der Firma der Enkel von Karl Heymann, Dr. Otto Loewenstein, der zugleich Besitzer der Buchdruckerei von Julius Sittenfeld (Dampfmaschine von 30 Pferdestärken, 25 Pressen, 14 Hilfsmaschinen, 130 Personen) in Berlin ist. Für das Personal beider Firmen besteht eine Hauskasse. Der Verlag umfaßt vorwiegend Rechts- und Staatswissenschaft, ferner Social- und Kolonialpolitisches, Heraldik u. a. Bemerkenswert ist eine große Zahl von Zeitschriften und periodischen Unternehmungen, darunter viele amtlichen Charakters, wie: «Centralblatt für das Deutsche Reich» (1873 fg.), «Eisenbahn-Verordnungsblatt» (1878 fg.), «Patentblatt» (das kleine, 1877 fg.; das große, 1880 fg.); ferner «Deutsche Kolonialzeitung» (1887 fg.), «Jurist. Litteraturblatt» (1889 fg.), «Verwaltungsarchiv» (1892 fg.) u. a. Mit dem Verlag ist ein Sortimentsgeschäft und ein Magazin von Formularen der Behörden verbunden.
Heyne, Christian Gottlob, Altertumsforscher, geb. 25. Sept. 1729 zu Chemnitz als Sohn eines Leinwebers, studierte in Leipzig, erhielt 1753 die Stelle eines Kopisten an der Bibliothek des Ministers Grafen von Brühl in Dresden und begab sich 1759 als Führer eines jungen Mannes auf die Universität Wittenberg, mußte aber wegen der Kriegsunruhen diese Stadt bald wieder verlassen und kehrte nach Dresden zurück, wo er während der Beschießung 1760 seine ganze Habe verlor. Seinen Unterhalt suchte er sich jetzt durch Bearbeitung eines Teils des lat. Textes zu Lipperts «Daktyliothek» zu erwerben, bis er 1763 als Professor der Beredsamkeit nach Göttingen berufen wurde, wo er 1764 zugleich die Aufsicht über die Universitätsbibliothek erhielt, deren schnelles Emporblühen wesentlich sein Verdienst ist. Hier wirkte er bis an seinen Tod,