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Kobaltchlorür – Kobaltsulfat
Fällen von Kobaltlösungen mit kohlensaurem Natrium als pfirsichfarbener Niederschlag. Es wird von den sächs. Blaufarbenwerken mit der Marke KOH in den Handel gebracht (das Kilogramm kostet 17 M.) und dient zur Darstellung von Kobaltsalzen und Kobaltfarben.
Kobaltchlorür, Chlorkobalt, CoCl₂, entsteht beim Lösen von Kobalt oder Kobaltoxydul in Salzsäure und scheidet sich beim Verdunsten der Lösung mit 6 Molekülen Krystallwasser verbunden in schönen rot gefärbten Krystallen aus; das wasserfreie Salz ist blau. Schreibt man mit einer Lösung von K., so sind die Schriftzüge auf dem Papier nach dem Trocknen kaum sichtbar; sie erscheinen aber beim Erwärmen, wobei das Salz sein Krystallwasser verliert, mit blauer, oder bei einem Nickelgehalt des Salzes mit grüner Farbe, um beim Erkalten allmählich durch Wasserabsorption wieder zu verschwinden (Sympathetische Tinte). Das Kilogramm kostet 7 M.
Kobaltcyankalĭum oder Kobaltidcyankalium, s. Kobaltcyanür.
Kobaltcyanür, Co(CN)₂, die Verbindung von Kobalt und Cyan, wird durch Cyankalium aus Kobaltlösungen als schmutzigroter Niederschlag gefällt, der im Überschuß von Cyankalium zu Kobaltocyankalium, CoK₄(CN)₆, löslich ist; beim Erhitzen der Lösung bildet sich unter Wasserstoffentwicklung Kobaltidcyankalium, CoK₃(CN)₆, das dem Ferridcyankalium oder dem roten Blutlaugensalz entspricht.
Kobaltgelb, s. Kobaltnitrit.
Kobaltglanz, Mineral, s. Glanzkobalt.
Kobaltglas, s. Smalte.
Kobaltgrün, s. Rinmanns Grün.
Kobaltīdcyankalĭum, s. Kobaltcyanür.
Kobaltīn, Mineral, s. Glanzkobalt.
Kobaltiverbindungen (Kobaltīdverbindungen), die dem Kobaltoxyd entsprechenden Kobaltverbindungen.
Kobaltkies oder Linneït, ein reguläres, in Oktaedern, Würfeln und Oktaederzwillingen krystallisierendes Erz von rötlich-silberweißer Farbe und dem spec. Gewicht 4,9, besteht einerseits aus Kobalt und Nickel in verschiedener Beteiligung, andererseits aus Schwefel, entsprechend der Formel R₃S₄, worin R = Co, Ni und wenig Fe; die an Nickel reichern Varietäten werden Kobaltnickelkies genannt. Das Mineral findet sich zu Riddarhytta in Schweden (eingesprengt in Kupferkies), bei Müsen im Kreis Siegen, auch in Maryland und Missouri.
Kobaltmanganerz, s. Erdkobalt.
Kobaltnickelkies, s. Kobaltkies.
Kobaltnitrāt, salpetersaures Kobaltoxydul, krystallisiert Co(NO₃)₂ + 6H₂O, bildet rote, zerfließliche, monokline Prismen. Es verliert beim Erhitzen unter Braunfärbung sein Wasser und verwandelt sich bei stärkerer Hitze in schwarzes Kobaltoxyd. Die Lösung, Kobaltsolution, dient bei Lötrohrproben als Erkennungsmittel für Thonerde, Zinkoxyd, Zinnoxyd und Magnesia.
Kobaltnitrīt, salpetrigsaures Kobaltoxydul, Co(NO₂)₂, ist im reinen Zustande nicht bekannt. Kobaltoxydkaliumnitrit, Co(NO₂)₆·6K(NO₂), Kobaltgelb, Fischers Salz, entsteht als gelber krystallinischer Niederschlag beim Vermischen einer mit Essigsäure angesäuerten Lösung eines Kobaltoxydulsalzes mit salpetrigsaurem Kalium, oder beim Einleiten von Untersalpetersäure in eine mit Kalihydrat versetzte Lösung von Kobaltnitrat; es dient als Wasserfarbe. Das Kilogramm kostet 9 M. ^[Spaltenwechsel]
Kobaltocyankalĭum, s. Kobaltcyanür.
Kobaltoverbindungen, die dem Kobaltoxydul entsprechenden Kobaltverbindungen.
Kobaltoxȳd, Co₂O₃, entsteht als schwarzes Pulver beim Erhitzen von Kobaltnitrat oder Kobaltoxydhydrat. Kobaltoxydhydrat, Co₂(OH)₆, bildet sich, wenn in eine alkalische Flüssigkeit, in der Kobaltoxydulhydrat suspendiert ist, in der Kälte so lange Chlor eingeleitet wird, bis nur noch wenig überschüssiges Alkali vorhanden ist. Das K. löst sich in Säuren unter Entwicklung von Sauerstoff oder Chlor, während die Lösung Oxydulsalze enthält. Nur in Essigsäure ist das K. unverändert löslich.
Die K. des Handels, die in der Keramik zur Herstellung blauer Schmelzfarben und zum Blaufärben des Glases angewendet werden, gewinnt man zum Teil durch bloßes Rösten der Kobalterze, zum Teil nach geheim gehaltenem Verfahren. Sie bestehen meist aus wechselnden Mengen von Kobaltoxydul (s. d.) oder Kobaltoxyduloxyd mit andern Metalloxyden und enthalten teilweise noch Arsen. Sie werden Zaffer, Saflor oder Kobaltsaflor genannt. – Der Name K. hat sich auch für einige Salze des Kobalts, die unter bestimmten Marken in den Handel gelangen (z. B. Kobaltphosphat, Kobaltcarbonat und Kobaltarseniat), eingebürgert.
Kobaltoxydūl, CoO, erhält man als braungrünes in Säuren leicht lösliches Pulver, wenn man Kobaltoxydulhydrat bei Luftabschluß erhitzt. Kobaltoxydulhydrat gewinnt man durch Fällen der Lösung eines Kobaltoxydulsalzes mit Kalilauge. Zuerst entsteht ein blauer Niederschlag von basischem Salz, der bei weiterm Alkalizusatz in reines rosenrotes Kobaltoxydulhydrat übergeht. Beim Glühen an der Luft verwandelt sich K. in Kobaltoxyduloxyd, Co₃O₄.
Kobaltoxyduloxȳd, s. Kobaltoxydul.
Kobaltoxydulthonerde, s. Thénards Blau.
Kobaltoxydulzinnoxȳd, zinnsaures Kobaltoxydul, s. Cörulëum.
Kobaltphosphāt, Co₃(PO₄)₂, phosphorsaures Kobaltoxydul, entsteht als roter Niederschlag beim Vermischen von Kobaltlösungen mit Natriumphosphat. Es wird von den sächs. Blaufarbenwerken mit der Marke PKO (das Kilogramm kostet 30 M.) in den Handel gebracht. Beim Erhitzen nimmt das Salz violette bis violettblaue Farbe an und bildet dann die Malerfarben Kobaltrosa, Kobaltrot und Kobaltviolett. Ein Ammoniak und Wasser enthaltendes K. ist die Kobaltbronze, die im Tapeten- und Buntpapierdruck Verwendung findet.
Kobaltrosa, Kobaltrot, s. Kobaltphosphat.
Kobaltsaflōr, s. Kobaltoxyd.
Kobaltschwärze, der schwarze Erdkobalt (s. d.).
Kobaltsilikāt, kieselsaures Kobaltoxydul, entsteht beim Vermischen von Kobaltlösung mit Wasserglas; es wird in Schweden fabrikmäßig hergestellt und dient als Schmelzfarbe sowie zur Darstellung sehr reiner Smalte. Beim Zusammenschmelzen von K. und Kaliumsilikat bildet sich eine prachtvoll blaugefärbte Glasmasse, die zerkleinert den Farbstoff Smalte (s. d.) bildet.
Kobaltsolution, s. Kobaltnitrat.
Kobaltsulfat, Kobaltvitriol, schwefelsaures Kobaltoxydul, krystallisiert CoSO₄ + 7H₂O, bildet braunrote, monokline, dem Eisenvitriol isomorphe Krystalle, wird beim Erhitzen unter Wasserverlust
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