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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Konstantin II. (römischer Kaiser) - Konstantin (byzantinische Kaiser)

stans und die seines Stiefbruders, Delmatius und Hannibalianus, geteilt hatte, rüstete er zu einem Zuge gegen die Perser, erkrankte aber vor der Ausführung und starb 22. Mai 337 zu Nikomedia. Von den Heiden wurde er unter die Götter versetzt, von den Christen als «der Apostelgleiche» verehrt, und zählt zu den Heiligen der anatol., der armenischen und der russ. Kirche, die sein Fest 21. Mai begehen.

Durch Tiefe und Schärfe zeichnen sich die Untersuchungen Gibbons über K.s Wirksamkeit, seinen Charakter und seine Politik in seiner «History of the decline and fall of the Roman empire» aus. - Vgl. Burckhardt, Die Zeit K.s des Großen (Bas. 1853; 2. Aufl., Lpz. 1880); Zahn, K. der Große und die Kirche (Hannov. 1876); Brieger, K. als Religionspolitiker (Gotha 1880); Schiller, Geschichte der röm. Kaiserzeit, Bd. 2 (ebd. 1887); Flasch, K. der Große als erster christl. Kaiser (Würzb. 1891); Seeck, Die Anfänge K.s (in der «Deutschen Zeitschrift für Geschichtswissenschaft», VII, 1892).

Konstantin II., röm. Kaiser (337-340), der älteste überlebende Sohn des Kaisers Konstantin d. Gr. von der Fausta, wurde 316 n. Chr. geboren, 317 zum Cäsar erhoben und erhielt nach seines Vaters Tode und der Ermordung seiner Vettern bei der Teilung mit seinen Brüdern zu Sirmium (338) als Kaiser des Westens die sog. Gallische Präfektur mit Britannien, Spanien und einem Teil des westl. Nordafrika. Aus einem Streite mit seinem die mittlere Präfektur regierenden Bruder Constans über die Abgrenzung in Afrika entbrannte ein Krieg, in welchem K. im April 340 in einem Gefecht an der Alsa bei Aquileja Sieg und Leben verlor.

Konstantin, Name byzantinischer Kaiser:

K. I. und II., s. Konstantin I. und II., röm. Kaiser.

K. III. (Febr. bis Juni 641), geb. 3. Mai 612 in Konstantinopel, Sohn des Kaisers Heraklius, starb schon wenige Monate nach dem Tode seines Vaters, 23. Juni 641.

K. IV., Pogonatos, d. i. der Bärtige (668-685), geb. 648, Sohn des Kaisers Konstans, war ein grausamer und den theol. Streitigkeiten seiner Zeit hingegebener Fürst; er bestand mit Glück sieben Angriffe der Araber auf Konstantinopel 673-678 und drängte 679 die Bulgaren über die Donau zurück, mußte ihnen aber dann Tribut zahlen. Er starb 14. Sept. 685.

K. V., Kopronymos, d. i. der Mistnamige (741-775), geb. 719, Sohn Leos III., zählt zu den kraftvollsten und glücklichsten Kriegsfürsten des Reichs, war aber als ein schroffer und bisweilen grausamer Gegner des Bilderdienstes (s. d.) verhaßt und ist daher von den byzant. Historikern gehässig beurteilt worden. Nachdem er 743 den Aufstand seines Schwagers Artabasdos niedergeworfen hatte, errang er 747 einen Seesieg über die Saracenen, erweiterte die Grenzen des Reichs nach Syrien und Armenien hin und kämpfte auch mit Erfolg gegen die Bulgaren. Auf einem Feldzug gegen diese starb er 14. Sept. 775.

K. VI. (780-797), geb. 771, Sohn Leos IV. und der Athenerin Irene (s. d.), gelangte 780 unter der Vormundschaft seiner Mutter zum Throne. 790 übernahm er selbst die Regierung, wurde aber durch seine Mutter 797 gestürzt und geblendet.

K. VII., Porphyrogennetos (912-959), geb. 905, Leos VI. Sohn, erbte mit sieben Jahren das Reich, regierte anfangs unter der Vormundschaft seines Oheims Alexander, dann seiner Mutter Zoe und mußte nach seiner Vermählung mit der Tochter des Großadmirals Romanos Lekapenos seit 920 mit diesem die Herrschaft teilen. Erst nach dem Sturze seines Schwiegervaters führte er von Dez. 944 bis 959 die Regierung selbständig, und zwar meistens friedlich. Er war zugleich ein fruchtbarer Schriftsteller und verfaßte Schriften histor., ethnogr. und gemischten Inhalts, von denen besonders zu nennen sind: «Leben des Basilius», «Von der Staatsverwaltung», «Von den Streitkräften des Reichs» und «Von der Hof- und Ceremonienordnung» (hg. im «Corpus historicorum byzantinorum», Bd. 1 u. 2 von Reiske, Bd. 3 von Imm. Bekker, Bonn 1829-40); auch ließ er durch Gelehrte encyklopäd. Excerptensammlungen zusammenstellen. Er starb Nov. 959, angeblich durch seinen eigenen Sohn auf Anstiften von dessen Gemahlin Theophano (s. d.) vergiftet. - Vgl. Leich, De vita et rebus gestis Constantini (Lpz. 1746); A. Rambaud, L’empire grec au X<sup>e</sup> siècle. Constantin Porphyrogénète (Par. 1870); F. Hirsch, Kaiser K. VII. Porphyrogennetos (Berl. 1873).

K. VIII. (1025-28), geb. 961 als der zweite Sohn des Kaisers Romanos II., war der unwürdige und unfähige Bruder und Nachfolger des Kriegshelden Basilius II., dessen Mitregent er schon früher gewesen war, ohne daß jener ihm Einfluß auf die Regierung eingeräumt hätte. Auch während seiner Alleinherrschaft herrschten seine Minister unumschränkt. Er starb 1028.

K. IX., Monomachos (1042-55), gelangte durch seine Vermählung mit der Kaiserin Zoe auf den Thron. Er hatte mit mehrern Aufständen, unter denen der gefährlichste der des Maniakes (s. d.) war, zu kämpfen und führte Kriege gegen Türken, Petschenegen und die Normannen von Unteritalien; 1043 besiegte er die Russen. Er starb 11. Jan. 1055.

K. X., Dukas (1059-67), geb. 1007, Gemahl der Eudokia (s. d.) Makrembolitissa, wurde von Isaak Komnenos, dessen Freund und Minister er gewesen war, zu seinem Nachfolger bestimmt und übernahm nach dessen Rücktritt 1059 die Herrschaft. Er war wenig kriegerisch, sodaß unter seiner Regierung sowohl die Normannen in Unteritalien als auch die Türken in Asien große Vorteile erreichen konnten; doch besiegte er 1065 die Uzen, die sein Reich verheert hatten. Er starb 21. Mai 1067.

K. XI., Dragatses oder Dragoses, letzter byzant. Kaiser (1448-53), geb. 8. Febr. 1404 als Sohn des Kaisers Manuel II. und seiner Gemahlin Helena, stammte aus der Dynastie der Paläologen. Während der Regierung seines ältern Bruders Johannes VIII. war er seit 1427 längere Zeit mit Erfolg im Peloponnes bemüht, die fränk. Besitzungen wieder für die Griechen zu erobern. Seit 1443 wurde er Despot zu Misthra, unterlag aber 1446 der Übermacht des Sultans Murad II., der in den Peloponnes einbrach und K. sowie seinen im westl. Teile der Halbinsel gebietenden Bruder Thomas tributär machte. Nach des Kaisers Johannes Tode (31. Okt. 1448) überließ K. seinen Brüdern Thomas und Demetrios den Peloponnes und zog 12. März 1449 als Kaiser in Konstantinopel ein; aber seine ganze Regierung war nicht viel mehr als ein heldenmütiger Todeskampf des unter der osman. Überflutung untergehenden Restes des Griechischen Reichs. Die Feindseligkeiten des Sultans Mohammed II. begannen zu Anfang des J. 1452. Die un-^[folgende Seite]

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