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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kopierpresse – Kopp (Herm.)

Kopierpresse, s. Briefkopierpresse.

Kopierstift, s. Bleistift (Bd. 3, S. 119 a).

Kopiertelegraph, s. Elektrische Telegraphen A, 5 (Bd. 5, S. 1007 b).

Kopiertinte, die zum Abklatschen vermittelst der Briefkopierpresse verwendbare Tinte, eine gewöhnliche, konzentrierte Tinte mit starkem Zusatz von arab. Gummi oder Zucker.

Kopiertintenstift, soviel wie Kopierstift (s. Bleistift, Bd. 3, S. 119 a).

Köping (spr. tschö-), alte Stadt im schwed. Län Westmanland, aus den beiden Seiten der Köpingså, etwa 3 km von ihrer Mündung in den Mälarsee, an den Linien Arboga-Westerås und K.-Uttersberg, nach einer Feuersbrunst 1889 neu gebaut, hat (1892) 4067 E., sehr lebhaften Handel mit Eisen, Getreide und Zimmerholz.

Kopiŏpie (grch.), die Augenmattigkeit.

Kopiös (lat.), reichlich.

Kopisch, Aug., Maler und Dichter, geb. 26. Mai 1799 zu Breslau, bezog 1815 die Kunstakademie zu Prag, doch blieb seine Neigung geteilt zwischen der Malerei und der Dichtkunst. Ein Übel an der rechten Hand, die Folge eines Sturzes auf dem Eise, hinderte seine technische Ausbildung zum Maler. Der Heilung wegen reiste er, nachdem er 1819 Breslau wieder besucht und sich sodann drei Jahre in Dresden aufgehalten hatte, nach Italien und gab sich in Neapel mehrere Jahre lang im Umgange mit Platen und andern ganz dem Studium des Volkslebens, des Volkstheaters und der Volkspoesie hin. Durch seine Gewandtheit im Schwimmen entdeckte er hier mit Ernst Fries die Blaue Grotte (s. d.) bei Capri. 1828 kehrte er nach Deutschland zurück und begab sich nach Berlin, wo er 1844 das Prädikat als Professor erhielt. Seit 1847 lebte K. in Potsdam, wo er im Auftrage des Königs ein beschreibendes Werk über «Die Schlösser und Gärten zu Potsdam» (Berl. 1854) ausarbeitete. Daneben übte er das Modellieren in weichen Massen und stellte unter anderm ein Relief von der Insel Capri, die Blaue Grotte und die Sireneninseln dar. K. starb 3. Febr. 1853 in Berlin. Mehr als durch seine meist skizzenhaften Malereien, seine Erfindung der Berliner patentierten Schnellöfen, seine Ode an König Friedrich Wilhelm Ⅳ. (Berl. 1840) und seine Übersetzung des Dante machte er sich durch seine köstlichen «Gedichte» (ebd. 1836) und die Sammlung «Allerlei Geistes» (ebd. 1848) bekannt, unter denen die schalkhaften, muntern oder neckisch-märchenhaften Balladen die besten sind. Die «Historie von Noah», «Die Heinzelmännchen», «Das grüne Tier», «Der Schneiderjunge von Krippstedt» sind populär geworden. Seine «Gesammelten Werke» gab K. Bötticher heraus (5 Bde., Berl. 1856).

Kopíst (frz.), Abschreiber; in der Kunst: Nachbildner.

Kopĭtar, Bartholomäus, Slawist, geb. 23. Aug. 1780 zu Repnje im Herzogtum Krain, ging 1808 nach Wien, um die Rechte zu studieren, wurde dann Beamter an der Hofbibliothek und 1814 nach Paris geschickt, um die 1809 von Wien weggeführten Bücher und Handschriften zu übernehmen. 1843 wurde er erster Kustos der kaiserl. Bibliothek; doch starb er schon 11. Aug. 1844. Sein Hauptwerk ist die Ausgabe einer glagolitischen Handschrift, des sog. «Glagolita Clozianus» (Wien 1836) mit der Einleitung dazu. Zu Silvestres Ausgabe des slaw. Evangeliums von Reims, des sog. «Texte du sacre» (Par. 1844), schrieb K. «Prolegomena historica». Eine Sammlung seiner kleinern Schriften begann Miklosich (Bd. 1, Wien 1857; darin eine 1839 geschriebene Selbstbiographie K.s). Sein Briefwechsel mit Dobrowsky ist herausgegeben von Jagić (Berl. 1885). ^[Spaltenwechsel]

Köpnick, s. Cöpenick.

Kopnitz, Stadt im Kreis Bomst des preuß. Reg.-Bez. Posen, an der Obra, hat (1890) 850 E., darunter 363 Evangelische, Postagentur, Telegraph; Hopfen- und Weinbau.

Kopp, Georg, Fürstbischof von Breslau, geb. 25. Juli 1837 zu Duderstadt (Provinz Hannover), war einige Jahre Telegraphenbeamter, besuchte 1858‒61 die theol.-philos. Lehranstalt zu Hildesheim, trat daselbst 1861 in das Priesterseminar und empfing 1862 die Priesterweihe. Nachdem er einige Jahre Schulvikar am Waisenhaus zu Heneckenrode und Kaplan zu Detfurt gewesen war, wurde er 1865 Hilfsarbeiter am Generalvikariat zu Hildesheim, 1868 Generalvikariatsassessor und 1871 vom Papst zum apostolischen Notar ernannt, 1872 Domkapitular und Generalvikar. 1881 zum Bischof von Fulda geweiht, besaß er das Vertrauen der Regierung in so hohem Maße, daß er 1884 in den preuß. Staatsrat, 1886 auf Lebenszeit in das preuß. Herrenhaus, 1890 in die Arbeiterschutzkonferenz und 1891 in die Konferenz für Reform des höhern Unterrichts berufen wurde. Als Mitglied des Herrenhauses suchte er vorzugsweise durch Revision der Maigesetze die gestörten Beziehungen zwischen der preuß. Regierung und der kath. Kirche wiederherzustellen; die Früchte dieser Bemühungen waren die sog. Friedensgesetze vom 21. Mai 1886 und 30. April 1887, in denen der kath. Kirche namhafte Zugeständnisse gemacht wurden. 1887 wurde K. vom Papst in Übereinstimmung mit der preuß. Regierung und mit Zurückweisung der Vorschlagsliste des Breslauer Domkapitels zum Fürstbischof von Breslau ernannt; als solcher ist er auch Mitglied des österr. Herrenhauses und des österr.-schles. Landtags, in letzterm seit 1893 Stellvertreter des Landeshauptmanns für die Leitung der Verhandlungen. 1893 wurde er von Leo ⅩⅢ. zum Kardinal ernannt.

Kopp, Herm., Chemiker, geb. 30. Okt. 1817 zu Hanau, studierte in Heidelberg und Marburg Naturwissenschaften. Um in Liebigs Laboratorium zu arbeiten, ging K. 1839 nach Gießen; 1841 habilitierte er sich an dieser Universität, der er, 1843 zum außerord. und 1853 zum ord. Professor ernannt, bis 1864 angehörte, in welchem Jahre er einer Berufung nach Heidelberg folgte. Hier starb er 20. Febr. 1892. Er hat hauptsächlich auf den Gebieten der physik. Chemie und der Geschichte der Chemie gearbeitet. Von seinen Schriften sind zu nennen: «Über die Modifikation der mittlern Eigenschaft oder über die Eigenschaften von Mischungen in Rücksicht auf die ihrer Bestandteile» (Frankf. a. M. 1841), «Über das specifische Gewicht der chem. Verbindungen» (ebd. 1841), «Geschichte der Chemie» (4 Bde., Braunschw. 1843‒47), «Einleitung in die Krystallographie» (ebd. 1849; 2. Aufl. 1862), «Beiträge zur Geschichte der Chemie» (3 Stücke, ebd. 1869‒75), «Die Entwicklung der Chemie in der neuern Zeit» (Münch. 1873), «Einiges über Witterungsangaben» (Braunschw. 1879), «Aurea catena Homeri» (ebd. 1880), «Die Alchemie in älterer und neuerer Zeit» (2 Tle., Heidelb. 1886). Mit Buff und Zamminer veröffentlichte K. ein «Lehrbuch der physik. und theoretischen Chemie» (Braunschw.

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]