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Kopp (Joseph Eutych) – Koeppen (Karl Friedr. Albert)
1857; 2. Aufl. 1863). Mit Liebig gab er 1847‒56 und mit Will 1857‒62 den «Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie» heraus; die gemeinsam mit Liebig, Wöhler u. a. herausgegebenen «Annalen der Chemie» redigierte er 1851‒71.
Kopp, Joseph Eutych, schweiz. Geschichtsforscher, geb. 25. April 1793 zu Beromünster (Kanton Luzern), studierte seit 1812 zu Freiburg i. Br. Philologie, wurde 1816 Lehrer in Hofwyl, 1817 in Zurzach und 1819 Professor des Griechischen am Lyceum in Luzern, 1828 Mitglied des Großen Rates und 1831 des Verfassungsrates. Durch die Reaktion von 1841 kam er wieder in die Regierung und wurde Präsident des schweiz. Erziehungsrates. Er starb 25. Okt. 1866 in Luzern. K. ist der eigentliche Begründer der wissenschaftlichen Erforschung der schweiz. Geschichte, der durch genaues Studium der Urkunden das Trügerische der bisherigen Überlieferungen, besonders über Tell, Geßler, die Vögte und den Rütlibund, erwies und die Gründung zahlreicher histor. Vereine in der Schweiz bewirkte. Bahnbrechend wirkte zunächst seine Sammlung «Urkunden zur Geschichte der eidgenössischen Bünde» (Luz. 1835; Bd. 2, Wien 1851); sein Hauptwerk «Geschichte der eidgenössischen Bünde», auch u. d. T. «Geschichte von der Wiederherstellung und dem Verfalle des Heiligen Römischen Reichs» (fortgesetzt von Busson, Lütolf und Rohrer, 5 Bde., Lpz. 1845‒49; Luz. 1854‒56; Berl. 1858‒71; Bas. 1882), zeigt alle Vorzüge und Fehler einer nur aus den Urkunden geschöpften Darstellung. Ferner gab K. eine «Amtliche Sammlung der ältern eidgenössischen Abschiede» (Luz. 1839) sowie die Zeitschrift «Geschichtsblätter aus der Schweiz» (2 Bde., ebd. 1854‒56) heraus und veröffentlichte auch 4 Bändchen «Dramatische Gedichte» (Luz. 1855‒66). – Vgl. Lütolf, Joseph Eutych K. (Luz. 1868).
Koppa, altgriech. Schriftzeichen Ϙ, woraus die Römer ihr Q machten. Das K. diente als Ziffer für die Zahl 90.
Kopparbergs-Län, s. Dalekarlien.
Koppel, in der Orgel ein Mechanismus, der die verschiedenen Manuale (s. d.) so miteinander verbindet, daß deren Pfeifenregister vereint miteinander erklingen. – K. heißt auch eine Mehrheit von Pferden, die durch Koppeln (s. d.) miteinander verbunden sind. Über K. (Schlag) in der Landwirtschaft s. Koppelwirtschaft.
Koppelkurs, im Seewesen die Berechnung des gegißten Bestecks (s. d.); es werden hierbei die einzelnen, während eines Etmals (s. d.) gesteuerten Kurse unter Anrechnung der auf jedem durchlaufenen Distanz zusammengerechnet («gekoppelt»). Bei jedem Kurs, der außerhalb der Hauptrichtungen N., S., O., W. liegt, wird stets Länge und Breite verändert. Diese Änderung ist abhängig vom Kurswinkel (dem Winkel mit der Nordrichtung) und der gelaufenen Distanz, wie das Kursdreieck zeigt:
^[Abb.]
Ist also z. B. der Kurs WSW., so beträgt der Kurswinkel 10 Strich oder 112° 30′. Für die verschiedenen Kurse sind die Seiten des Kursdreiecks tabellarisch berechnet in den sog. «Koppeltafeln». Beim Koppeln werden nun die Breiten- und Längenunterschiede der Einzelkurse algebraisch addiert und daraus ein Generalkurs und Generaldistanz für das Etmal berechnet, woraus ohne weiteres das gegißte Besteck sich ergiebt. Der K. dient nur als Notbehelf bei unklarem Wetter, wenn Gestirnbeobachtungen nicht gemacht werden können. – Vgl. Leitfaden für den Unterricht in der Navigation (3 Tle., Berl. 1893). ^[Spaltenwechsel]
Koppeln, das Zusammenbinden zweier Pferde auf dem Weidegange oder die durch Halfter, Schleppseil und Trensen bewirkte Verbindung von drei oder vier, von einem Reiter geführten Pferden.
Koppeltrift, s. Trift.
Koppelweiden, s. Weide.
Koppelwirtschaft, auch Dreeschwirtschaft, Feldgraswirtschaft, Weidewechselwirtschaft, ein landwirtschaftliches Betriebssystem (s. d.), das den mehrere Jahre hindurch mit Getreide bestellten Boden wieder eine geraume Zeit (3‒12 Jahre lang) ruhen läßt, indem man ihn mit Futterpflanzen besät und zur Viehweide (Dreesch) benutzt. Die K. macht die Viehzucht zur Hauptaufgabe und bezieht von ihr den größten Teil des Ertrags. Sie ist nach der reinen Weidewirtschaft das einfachste, meist extensive Feldsystem, wirft aber, da sie weite Flächen erfordert, nur eine verhältnismäßig geringe Bodenrente ab. Die K. eignet sich daher nur für dünnbevölkerte Landstriche und verschwindet allmählich bei zunehmender Bevölkerung, indem sie in den Fruchtwechsel übergeht. Die reine K., bei der jeder Schlag (Koppel) von einem mit Gebüsch (Knick) bepflanzten Erdwall umgeben ist, stammt aus Schleswig-Holstein, von wo sie sich zunächst nach Mecklenburg, mit der Abänderung, daß weniger Schläge zur Weide, dagegen mehr zur Körnerproduktion benutzt wurden, und weiter über verschiedene Teile Deutschlands verbreitete, so in Oldenburg, im nordwestl. Westfalen, in Nassau, der Eifel und dem Hundsrück, im Schwarzwald und dem südl. Baden, in der Schweiz, in Tirol, Steiermark, Kärnten und im erzgebirgischen Sachsen. Im Übergange zur Körnerwirtschaft befindet sie sich im südl. Württemberg, zur Wechselwirtschaft in der Mark Brandenburg und in den Odergegenden von Frankfurt bis Stettin. England und Frankreich treiben ebenfalls noch teilweise K. In Südeuropa tritt an Stelle der K. die auf dem gleichen Princip fußende Egartenwirtschaft (s. d.). – Vgl. die unter Betriebssystem angegebene Litteratur.
Koppen, auch Köken, Aufsetzen, Krippensetzen genannt, eine Untugend der Pferde, die im willkürlichen Hinabschlucken von Luft besteht und leicht von andern Pferden nachgeahmt wird. Beim K. drücken die Pferde ihre Zähne an irgend einen festen Gegenstand (Krippe, Deichsel; daher Krippensetzer, Aufsetzkopper) oder sie koppen frei (Luft- oder Windschnapper). Das K. hat den Nachteil, daß die Tiere ihr Futter verschleudern und außerdem an Aufblähung erkranken können. Das beste Mittel, sie dieser Untugend zu entwöhnen, besteht in der Anlegung eines Koppriemens, eines schmalen Lederbandes, das in der Kehlkopfgegend eng um den Hals gelegt wird. Das K. ist ein erheblicher Mangel; in einzelnen Staaten wird aber nur das Luftschnappen zu den Gewährsmängeln (s. d. und Gewährsfristen) gerechnet.
Koeppen, Karl Friedr. Albert, Jurist, geb. 17. Dez. 1821 zu Goldberg in Mecklenburg-Schwe- ^[folgende Seite]
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