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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Luschnitz; Luscinĭa; Luscĭtas; Lusen; Luser; Luserna; Luseru; Lusiāden; Lusĭci; Lusignan; Lusingando; Lusitanĭer; Lussin

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Luschnitz – Lussin

L. schrieb: «Die Nerven in der harten Hirnhaut» (Tüb. 1850), «Die Struktur der serösen Häute des Menschen» (ebd. 1851), «Der nervus phrenicus des Menschen» (ebd. 1853), «Die Adergeflechte des menschlichen Gehirns» (Berl. 1855), «Die Brustorgane des Menschen in ihrer Lage» (Tüb. 1857), «Die Halbgelenke des menschlichen Körpers» (Berl. 1858), «Die Halsrippen und die ossa suprasternalia» (Wien 1859), «Der Herzbeutel und die fascia endothoracica» (ebd. 1859), «Der Hirnanhang und die Steißdrüse des Menschen» (Berl. 1860), «Die Anatomie des Menschen in Rücksicht auf die Bedürfnisse der praktischen Heilkunde» (3 Bde., Tüb. 1862‒69), «Der Schlundkopf des Menschen» (ebd. 1868), «Über Maß- und Zahlenverhältnisse des menschlichen Körpers» (ebd. 1871), «Der Kehlkopf des Menschen» (ebd. 1871), «Die Lage der Bauchorgane» (Karlsr. 1873).

Luschnitz, rechter Nebenfluß der Moldau, entspringt als Lainsitz bei Karlstift in Niederösterreich, fließt bei Gmünd vorüber, erreicht bei Suchenthal Böhmen, fließt durch den Rosenberger Teich und heißt dann L. Bei Weseli nimmt die L. rechts die Nežarka (deutsch Naser, bis Platz, 31,14 km, flößbar) auf, welche ihren Zufluß aus den großen Teichen bei Neuhaus erhält, links aber den Abfluß der Wittingauer Teiche und biegt bei Tabor nach SW. um und mündet, 126 km lang, wovon 79,3 km mit Flößen befahrbar, bei Moldauthein.

Luscinĭa (lat.), die Nachtigall.

Luscĭtas (lat.), eine Art des Schielens (s. d.).

Lusen, Berg im Böhmer Wald, an der bayr.-böhm. Grenze, im NO. von Grafenau, ist 1369 m hoch.

Luser, s. Lauscher.

Luserna, deutsch Lusarn, Dorf im Gerichtsbezirk Levico der österr. Bezirkshauptmannschaft Borgo in Südtirol, auf einer rauhen Hochebene (1333 m) gelegen, hat (1890) 699 deutsche E., eine Fachschule für Spitzenklöppelei und ist die einzige deutsche Sprachinsel in Südtirol. Es befindet sich in der Nähe der Sette communi, der deutschen Sprachinseln im Venetianischen.

Luseru, Fluß in Deutsch-Ostafrika, s. Wami.

Lusiāden, episches Gedicht des Camões (s. d.).

Lusĭci, slaw. Volksstamm, s. Lausitz.

Lusignan (spr. lüsinjáng), Stadt im franz. Depart. Vienne, Arrondissement Poitiers, an der Vanne und an der Linie St. Benoit-La Rochelle der Staatsbahnen, mit (1891) 2164 E. und Resten des nach der Sage von der Fee Melusine erbauten Stammschlosses der spätern Herrscher von Cypern.

Lusignan (spr. lüsinjáng), ein Geschlecht, das sich besonders in den Zeiten der Kreuzzüge hervorthat und von dem ein Zweig auf Cypern und in Jerusalem herrschte; es hat seinen Namen nach der franz. Stadt Lusignan.

Guido (s. d.) von L. wurde als Gemahl der Tochter des Königs Amalrich von Jerusalem 1186 König von Jerusalem, verlor aber den Thron und übernahm dafür 1193 von Richard Löwenherz die Insel Cypern. Ihm folgte 1194 auf Cypern sein Bruder Amalrich (s. d.), diesem 1205 sein Sohn Hugo Ⅰ., der das Königreich bei seinem Tode (1219) seinem unmündigen Sohne Heinrich Ⅰ. hinterließ. Der Streit zwischen der Regentin-Mutter und einigen Großen um die Macht veranlaßte Kaiser Friedrich Ⅱ. auf seinem Kreuzzuge, die festen Plätze der Insel mit Truppen zu besetzen und die Regierung fünf Baronen zu übertragen. Doch wurden die Kaiserlichen durch Jean d’Ibelin, Heinrichs Oheim, 1233 gezwungen, die Insel zu verlassen. Heinrich machte dann mit Ludwig Ⅸ. von Frankreich die Expedition nach Ägypten mit und starb 1253. Mit seinem Sohn Hugo Ⅱ. erlosch 1267 der Mannsstamm der L.; es folgte Hugo Ⅲ., durch seine Mutter ein Enkel Hugos Ⅰ. und des Fürsten Bohemund Ⅳ. von Antiochien. Er nahm zwar 1269 auch den Titel eines Königs von Jerusalem an, konnte aber seine Ansprüche aus das Königreich nicht ganz durchsetzen; er starb 1284. Da sein ältester Sohn Heinrich bereits 1285 starb, übernahm der zweite Sohn Heinrich Ⅱ. die Regierung, die ihm später seine Brüder streitig machten. Seit 1311 im Alleinbesitz der Macht, starb er 1324; unter ihm ging die letzte Feste des Königreichs Jerusalem, Akka (s. d.), 1291 an den Sultan von Ägypten verloren. Ihm folgte sein Neffe Hugo Ⅳ., der 1360 zu Gunsten seines Sohnes Peter Ⅰ. abdankte; dieser bereiste Europa, um die Fürsten zu einem Feldzug gegen die Türken zu entflammen, kehrte 1365 nach Cypern zurück und setzte von dort mit den zusammengebrachten Mannschaften nach Ägypten über, bedrohte Alexandria und 1366 die Küsten von Syrien, schloß aber dann Frieden mit dem Sultan von Ägypten. Wegen einiger Gewaltthätigkeiten wurde er von den Großen des Reichs 1369 ermordet; ihm folgte sein Sohn Peter Ⅱ., der 1382 kinderlos starb. Sein Oheim Jakob Ⅰ., ein Bruder Hugos Ⅳ., erhielt das Königreich (1384‒98), darauf dessen Sohn Johann Ⅱ. (1398‒1432), der tapfer, aber unglücklich gegen die Türken focht, dann dessen Sohn Johann Ⅲ. (1432‒58). Da er nur ein legitimes Kind, Carlotta, hinterließ, wurde sein natürlicher Sohn Jakob Ⅱ. König von Cypern; dieser heiratete 1472 die venet. Senatorentochter Caterina Cornaro (s. d.). Als Jakob 1473 und beider Sohn, Jakob Ⅲ., 1475 gestorben war, bemächtigte sich Venedig selbst der Insel, in deren Besitz es von 1489 bis zur Eroberung durch die Türken 1571 blieb. – Vgl. de Mas-Latrie, Histoire de l’ile de Chypre sous le règne des princes de la maison de L. (3 Bde., Par. 1852‒61); Herquet, Cyprische Königsgestalten des Hauses L. (Halle 1881).

Lusingando (ital.), musikalische Vortragsbezeichnung: schmeichelnd, lieblich.

Lusitanĭer, Volksstamm im alten Spanien (s. Hispania), nach denen die Römer seit Augustus eine Provinz (Lusitania) des jenseitigen Spanien nannten, welcher etwa das heutige Portugal entspricht.

Lussin, die kleinste aber wichtigste unter den größern dalmatin. Inseln, durch eine Drehbrücke über den Kanal von Ossero mit Cherso verbunden, ist 38 km lang, an der engsten Stelle kaum 290 m breit, von einer bis 588 m hohen Bergkette (Ossero) durchzogen, trägt Wälder, Weiden und Olivenpflanzungen. Das Klima ähnelt dem von Nizza. Die Insel gehört zum Gerichtsbezirk L. – Vgl. Haraćić, Die Insel L. (in der «Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik», Wien 1892).

Lussin. 1) Bezirkshauptmannschaft im österr. Kronlande Istrien, hat 939,61 qkm und (1890) 39989 (18831 männl., 21158 weibl.) meist kroat. E., darunter 8593 Italiener, in 11 Gemeinden mit 88 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke Cherso, L. und Veglia. – 2) L., Lussinpiccŏlo, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirksgerichts (174,71 qkm, 11838 E.), Haupthafen der Insel L. und wichtigster Handelsplatz der Quarnerischen Inseln, hat (1890) 4975,