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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Zitwerwurzel - Zloczów

Zitwerwurzel, der in Scheiben geschnittene Wurzelstock von Curcuma zedoaria L. (s. Curcuma und Tafel: Scitamineen, Fig. 1). Die Scheiben haben einen Durchmesser von 3 bis 4 cm und 1 cm Dicke, sehen grauweiß bis hellgraubraun aus und sind an den Rändern noch mit der etwas dunklern, etwa 5 mm breiten, beim Einweichen in Wasser leicht ablösbaren Rinde versehen. Die Z. besitzt einen stark aromatischen ingwerähnlichen Geruch und Geschmack; sie enthält ätherisches Öl und Weichharz und wird als Gewürz und magenstärkendes Mittel in der Medizin und Liqueurfabrikation gebraucht. Hauptausfuhrhafen ist Bombay. Wert im Großhandel etwa 36 M. für 100 Kilogramm.

Zitz, ein feiner, bunter Kattun; der Name kommt vom englischen chits, chints, chintz,, einem aus dem Indischen stammenden Wort, das soviel wie chinesisch heißt.

Zitzen (Mammae, beim menschlichen Weibe Brüste, s. d.), Benennung für den gesamten Apparat zur Ernährung der neugeborenen Jungen der Säugetiere. Sie bestehen aus den Milchdrüsen und deren Hautumhüllung und sind meist mit besondern kegelförmigen Verlängerungen, den Brust- oder Zitzenwarzen, versehen, welche von den saugenden Jungen in das Maul genommen werden. Fast ausnahmslos sind die Z. in paarigen, aber sehr schwankenden, sich nach der Anzahl der Jungen richtenden Zahlen vorhanden: zwei finden sich bei Menschen, Affen, Fledermäusen, Elefanten, Sirenen, und zwar an der Brust, gleichfalls zwei bei Pferden und den meisten Schafen an den Weichen, und bei pflanzenfressenden Waltieren unmittelbar neben der Geschlechtsöffnung. Vier Z. haben die Rinder, eine bedeutende Anzahl, in zwei Längsreihen am Bauche angeordnet, die Schweine, Raubtiere, Nager, Insektenfresser und die meisten Beuteltiere; bei dem Coypu sind sie auf den Rücken hinaufgerückt; bei den Beutlern liegen sie im Beutel und die Jungen saugen sich an ihnen fest. Normalerweise sind sie nur im weiblichen Geschlecht recht entwickelt und funktionsfähig, und bildet sich in ihnen zur Zeit des Gebarens die Milch (s. d.), die nach dem Entwöhnen der Jungen wieder verschwindet; durch regelmäßiges Melken, wie bei Haussäugetieren, kann die Milchabsonderung, die Laktation, aus dem normalen periodischen Zustande in einen dauernden übergeführt werden. Beim männlichen Geschlecht sind die Z. rudimentär; doch sind Fälle von milchgebenden Böcken und auch Männern bekannt.

Zitzenzahn, s. Mastodonten.

Ziu, Gott, s. Tyr.

Ziv, jüd. Monat, s. Ijjar.

Živio (spr. schiw-, serb. und kroat., Mehrzahl živili), Lebe hoch! Sie leben hoch!

Ziwa, arab. Name des Tanganika (s. d.).

Zizania L., Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen (s. d.) mit nur zwei in Nordamerika einheimischen Arten, hohe, in Wasser wachsende Gräser mit langen und ziemlich breiten Blättern, endständigen, reich verzweigten Rispen und eingeschlechtigen Blütchen, von denen die männlichen sechs Staubgefäße besitzen. Die wichtigste Art ist der Wasserreis, Tuscarora- oder nordamerikanischer Reis, Z. palustris oder aquatica L. (Hydropyrum esculentum Lk.), der in Nordamerika in stehenden Gewässern häufig vorkommt und dessen Körner denen des echten Reis ähnlich sind. Der Wasserreis bildet für viele Gegenden Nordamerikas eine wichtige Getreidepflanze und wird grün auch als Viehfutter verwendet.

Zizichar (Tsitisar), auch Ho-lung-kiang genannt, die nordwestlichste, bis an den nördlichsten Punkt des Amur reichende Abteilung der chines. Mandschurei (s. Karte: Sibirien III. Amurgebiet). Die gleichnamige Hauptstadt, am bis dahin schiffbaren Nonni, einem linken Nebenfluß des Sungari und an der mandschurischen Eisenbahn Onon-Wladiwostok (im Bau), mit 60 000 E., wird von vielen Kaufleuten bewohnt und dient als Verbannungsort.

Zizimus, s. Dschem.

Zizit, s. Amulett.

Zižkow (spr. schisch-), Stadt und Vorort von Prag (s. d. nebst Stadtplan) in der österr. Bezirkshauptmannschaft Königliche Weinberge in Böhmen, Sitz eines Bezirksgerichts (11,9 qkm, 42 185 meist czech. E.), hat (1890) 41 236 meist czech. E., zwei czech. Bürgerschulen, elektrische Zentrale und Industrie.

Zizyphus Juss., Pflanzengattung aus der Familie der Rhamnaceen (s. d.), Sträucher und Bäume der tropischen und subtropischen Zone, mit saftigen, bei manchen Arten eßbaren Steinfrüchten mit knochenhartem, zwei- bis dreifächerigem Steinkern. Hierher gehört der Judendorn (Z. vulgaris Lamk.), dessen Früchte unter den Namen indische, französische oder italienische Brustbeeren, Jujuben und welsche Hagebutten (Baccae Jujubae s. Zizyphi) ehedem als einhüllendes und reizmilderndes Mittel angewendet wurden. Sie haben ein gelblichweißes Fleisch von schleimigem und sehr süßem Geschmack und werden im Orient, wo, wie auch in Südeuropa und Nordafrika, der Judendorn wild wächst, allgemein gegessen. Die in Südspanien, Sicilien und Nordafrika wachsende Z. lotus W., durch längere Stacheln und größere Früchte vom gemeinen Judendorn unterschieden, gilt als echter Lotusbaum (s. Lotos) der Homerischen Lotophagen. Von dem Christusdorn, Z. spina Christi W., der in Palästina wächst, wurde der Sage nach die Dornenkrone Christi geflochten.

Zjechanow, russ.-poln. Kreis und Kreisstadt, s. Ciechanow.

Zlarin, Insel in Dalmatien, znr österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Sebenico gehörig (s. Karte: Bosnien u. s. w.), vor der Ausfahrt aus Sebenico gelegen, ist 5,8 km lang und 1,9 km breit. Sie ist mit Weinreben und Olivenwäldern bepflanzt. Die Bevölkerung von Z. (1890: 1819 E.) sowie der benachbarten kleinen Inseln Zuri (Žirije, 482 E.), Caprie (Kapri, Kaprije, 1066 E.) und Provicchio beschäftigen sich mit Korallen- und Schwammfischerei. Die Korallen hängen 10-15 km von der Küste entfernt in einer Tiefe von 100 bis 150 m an den Felsen.

Złoczów (spr. slotsch). 1) Bezirkshauptmannschaft in Galizien (s. Karte: Ungarn und Galizien), hat 1813,87 qkm und (1890) 148 808 (74 118 männl., 74690 weibl.) meist ruthen. E. in 140 Gemeinden mit 290 Ortschaften und 123 Gutsgebieten und umfaßt die Gerichtsbezirke Olesko, Zborów und Z. - 2) Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und Bezirksgerichts (826,8 qkm, 72 622 E.), an einem Nebenflusse des Bug und der Linie Krakau-Lemberg-Podwołoczyska der österr. Staatsbahnen, hat (1890) 7015, als Gemeinde 10 113 meist poln. E., darunter 5086 Israeliten, in Garnison 1 Bataillon des 80. Infanterieregiments "Arnulf, Prinz von Bayern" und 3 Es-^[folgende Seite]