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Ochrolechia – Ocimum
Bischofs, hat etwa 12000 zur Hälfte christliche E., meist Bulgaren, Albanesen, Türken, daneben Makedorumänen und Griechen, welche Seilerwaren, Leder, Fischnetze, Strumpfwirkerwaren und Töpfergeschirr fertigen. Die Stadt war im 10. Jahrh. Residenz bulgar. Herrscher und bis 1767 Sitz eines autokephalen Erzbischofs oder Patriarchen.
Ochrolechĭa, Flechte, s. Lecanora.
Ochrōma Sw., Balsabaum, Pflanzengattung aus der Familie der Malvaceen (s. d.) mit nur einer Art, O. lagopus Sw. (Bombax pyramidale Cav.), im tropischen Amerika. Es ist ein Baum mit gelappten Blättern, großen Blüten und sehr wenig festem Holz, das sich wie Kork schneiden läßt (Korkholz, frz. bois de liège). Es dient zur Herstellung von Flaschenkorken. Die Eingeborenen Westindiens fertigen aus den Baumstämmen Kähne. Die Fruchtwolle kommt als Édredon végétal oder Patte de lièvre in den Handel und dient zu Polstern u. s. w.
Ochs oder Rind (Bos), Gattung der Wiederkäuer (Gruppe der Hohlhörner), ist ausgezeichnet durch einen sehr breiten Kopf, halbmondförmige, nach außen gebogene, stielrunde, glatte Hörner bei beiden Geschlechtern, vier Zitzen und den Mangel der Thränenspalten, Drüsengruben zwischen den Zehen und in den Weichen. Die über die ganze Erde, mit Ausnahme Australiens, verbreiteten Arten sind schwerfällig gebaut, stark, am Halse mit einer herabhängenden Hautfalte (Wamme) versehen, von wildem Naturell und geringer Intelligenz. Sie sind gesellig und bilden unter Leitung der Bullen weidende Herden. Man hat nach der Struktur des Schädels, der Hörner u. s. w. verschiedene Untergattungen unterschieden (s. Rinder). Zu den eigentlichen Rindern (Bos) gehört außer unsern Hausrindern der Gayal (Bos frontalis Delessert) in Indien und Ceylon, der Gaur (Bos gaurus Traill.) im Himalaja, der Banteng (Bos banteng Raffles) auf den Sunda-Inseln, und von zahmen der Zebu (s. d.) oder Buckelochse. Manche rechnen auch noch den Arni und den Kerabau (s. Büffel) zur Gattung O. – Im gewöhnlichen Sprachgebrauch nennt man O. das kastrierte männliche Rind.
Ochs., hinter der wissenschaftlichen Benennung von Schmetterlingen Abkürzung von Ferdinand Ochsenheimer, geb. 1765 zu Mainz, gest. 1822 zu Wien, deutschen Entomologen und Schauspieler. Er schrieb: «Die Schmetterlinge von Europa» (fortgesetzt von Treitschke, 10 Bde., Lpz. 1807‒35).
Ochsenauge (frz. œil-de-bœuf), in der Architektur eine runde oder ovale Öffnung, die in einer Wand, in einem Dache oder in einer Kuppel zur Lichtgebung angebracht ist. Auch die kleinen runden Fenster auf Schiffen werden O. genannt. – Über O. in der Medizin s. Buphthalmus; in der Meteorologie s. Seetornado.
Ochsenbrech, Pflanzenart, s. Ononis.
Ochsenfeld, s. Sennheim.
Ochsenfrosch (Rana mugiens Merr.), engl. Bull frog, ein in Amerika einheimischer, 17‒21 cm langer Frosch von olivengrüner Farbe, der eine starke, weithinschallende Stimme besitzt, weshalb er auch Brüllfrosch genannt wird. Er frißt Insekten, kleine Fische, Frösche und junge Schwimmvögel.
Ochsenfurt. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, hatte 1890: 25893, 1895: 26118 (12477 männl., 13641 weibl.) E. in 53 Gemeinden mit 85 Ortschaften, darunter 4 Städte. – 2) Bezirksstadt im Bezirksamt O., links am Main und an der Linie München-Würzburg der Bayr. Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Würzburg) und Rentamtes, hatte 1890: 2647, 1895: 2797 E., darunter 408 Evangelische, Postexpedition, Telegraph, roman. Pfarrkirche, spätgot. Michaeliskirche, got. Rathaus; Pappdeckel-, Malz- und Geldschrankfabrikation, Brauerei, Obst- und Weinbau.
Ochsengalle, s. Galle.
Ochsenhausen, Dorf im Oberamt Biberach des württemb. Donaukreises, an der Rottum, Sitz eines Kameralamtes, hatte 1890: 2053, 1895: 2090 E., darunter 94 Evangelische, Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, große ehemalige Klosterkirche, kath. Staatswaisenhaus und eine Ackerbauschule in der ehemaligen 1089 gestifteten, bis 1803 reichsunmittelbaren Benediktinerabtei, später fürstl. Metternichschem Schlosse. O. hat Korsettfabrikation, Musselinstickerei, Branntweinbrennereien und Preßhefenfabrik, Brauereien, Kunstmühlen, Molkerei, Butterversand, Frucht-, Kram- und Viehmärkte.
Ochsenherz, s. Herzhypertrophie.
Ochsenhunger, s. Heißhunger.
Ochsenklaue, beim Pferd Bezeichnung für eine am vordern (Zehen-) Teile des Hufes vorkommende Hornspalte (s. d.).
Ochsenknie, bei Pferden Bezeichnung für die knieenge Stellung der Vorderbeine.
Ochsenkopf, der zweithöchste Gipfel des Fichtelgebirges (s. d.), 1023 m hoch, wird von Bischofsgrün oder von Warmensteinach aus bestiegen.
Ochsenkreuzpflaster, falsche, im Publikum verbreitete Benennung des Oxycroceumpflasters (s. d.).
Ochsenmaul, Fußbekleidung, s. Kuhmaul.
Ochsenzunge, Pflanzenart, s. Anchusa.
Ochsenzunge, s. Dachdeckung.
Ochsenzungenwurzel, rote, s. Alkannawurzel.
Ochta, rechter Nebenfluß der Newa im russ. Gouvernement Petersburg, entspringt an der Grenze Finlands und mündet nach 65 km bei Groß- und Klein-Ochta, jetzt Vorstadt von Petersburg.
Ochte, s. Ochtum.
Öchtland, s. Üchtland.
Ochtum, Ochte, linker Nebenfluß der Weser, entspringt im preuß. Reg.-Bez. Hannover und mündet, 75 km lang, kanalisiert, unterhalb Bremen. An Zuflüssen nimmt sie links den Mühlenbach und die Delme mit dem Vareler Bach auf.
Ocĭmum L., Pflanzengattung aus der Familie der Labiaten (s. d.) mit gegen 40 in den wärmern Gegenden verbreiteten Arten, krautartige Gewächse oder niedrige Halbsträucher mit gewürzhaftem Geruch. Ihre Blätter sind klein, meist rötlich oder weiß gefärbt. Die bekannteste Art ist das Basilienkraut oder Basilikum, O. Basilicum L., das häufig seines Geruches wegen als Topfzierpflanze in Zimmern gezogen wird; außerdem wird noch O. minimum L. mit weißen Blüten kultiviert; sie stammen aus dem tropischen Asien. Diese beiden einjährigen Arten, oder wenigstens eine derselben, scheinen in Altägypten kultiviert worden zu sein, da man in Totenkammern der Pyramiden aus Basilikum gebundene Kränze gefunden hat. Von der erstgenannten Art hat man mehrere Varietäten, so var. bullatum mit großen blasig aufgetriebenen Blättern und weißen Blumen, var. crispum mit großen, krausrandigen, oft bräunlich gesteckten Blättern und rötlichen Blüten, und var. violaceum, das sich von der Stammart nur durch die violettpurpurne Färbung aller ihrer Teile unterscheidet.