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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Pappus; Papp-Watteverband; Paprĭka; Papst

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Pappus – Papst

Pappus, eine stehende Figur der Atellanen (s. d.), der welke, einfältige Alte.

Pappus, griech. Mathematiker, um die Wende des 3. und 4. Jahrh. n. Chr., verfaßte einen nur teilweise erhaltenen Kommentar zur «Syntaxis» des Ptolemäus und ein großenteils noch erhaltenes Werk «Mathematicae synagogae» in acht Büchern, mit wertvollen Auszügen aus mathem. Schriften. Dasselbe ist von Hultsch (3 Bde., Berl. 1875‒78) herausgegeben.

Papp-Watteverband, Verband aus Watte, Pappschienen und Binden, der zur Heilung von Knochenbrüchen und Verrenkungen dient.

Paprĭka (ungar.), s. Capsicum.

Papst (Pabst, vom grch. pappas, lat. papa, d. h. Vater), anfangs Ehrenname aller Bischöfe, dann besonderer Titel des röm. Bischofs als des Oberhauptes der kath. Kirche. (Über andere Ehrenbezeichnungen des P. s. Heiligkeit.)

Nach kath. Lehre hat Christus dem Apostel Petrus den Vorrang vor den übrigen Aposteln verliehen und ihn zu seinem Stellvertreter gemacht, indem er ihm die oberste priesterliche (Schlüssel-) Gewalt, die oberste Lehrgewalt und die oberste Leitung der Kirche übertragen hat. Da aber Petrus nach kath. Annahme der Begründer der röm. Gemeinde und der erste Bischof von Rom war, so sind seine Nachfolger auf dem röm. Stuhle die Erben seiner Macht und Würde. (S. Primat.) Die Grundlagen des röm. Primats beruhen aber weniger auf dieser, historisch unverbürgten Annahme, sondern liegen vielmehr in der Bedeutung Roms als Hauptstadt des Römischen Reichs, seiner ruhmvollen Geschichte, seiner geogr. Lage in der Mitte zwischen Osten und Westen und in der Nähe des Meers. Alles dies verlieh der röm. Gemeinde von Anfang an eine höhere Bedeutung. Die röm. Gemeinde war ferner die einzige apostolischen Ursprungs im Abendlande; sie besaß einen Brief von Paulus (s. d.), der auch in ihrer Mitte den Märtyrertod erlitten haben sollte.

Die röm. Lehrüberlieferung (Tradition, s. d.) stand daher im Abendlande im höchsten Ansehen, und gern wandte man sich an den röm. Bischof um seinen Schiedsspruch in streitigen Glaubenssachen; er war das gegebene Haupt der abendländ. Kirche. Je mehr aber durch innere Lehrstreitigkeiten das Morgenland zerrissen wurde, desto eifriger wandten sich auch die einzelnen orient. Parteien um Rat und Beistand an den röm. Bischof, und in gleichem Maße, wie das Ansehen der mächtigsten orient. Bischofssitze, namentlich Alexandria und Antiochia, sank, hob sich das des röm. Stuhls. Auch die polit. Verhältnisse waren nicht ohne Einfluß. Durch die Verlegung des kaiserl. Wohnsitzes nach Konstantinopel wurde der Bischof von dem oft drückenden Einflusse des kaiserl. Hofs befreit und zugleich der erste Würdenträger in der Stadt; zahlreiche Schenkungen und Ankäufe von Gütern machten ihn bald zum größten Grundbesitzer in Italien, und in den Stürmen der Völkerwanderung trat er bei der Ohnmacht des kaiserl. Regiments oft an die Spitze von Maßregeln zur Abwehr der hereinbrechenden Barbaren; so hob sich auch seine polit. Bedeutung. Endlich waren die Inhaber des röm. Stuhls weniger große Theologen als gewandte Staatsmänner, die schon früh den Gedanken eines röm. Primats erfaßten und beharrlich verfolgten, indem sie ebenso sehr das Ansehen ihrer Orthodoxie vor jeder Verdächtigung vorsichtig zu bewahren wußten, als jede Gelegenheit zur Ausbreitung ihrer Macht geschickt und thatkräftig ausnutzten. Immerhin dauerte es etwa fünf Jahrhunderte, bis sich das eigentliche Papsttum entwickelt hatte; schließlich führte sein Anspruch auf die oberste Gewalt in der abendländ. und morgenländ. Christenheit zur Trennung derselben in eine röm.-kath. und griech.-kath. Kirche.

Die Papstkataloge beginnen mit dem Primat Petri, nennen sodann Linus, Cletus (Anacletus), Clemens Ⅰ. und fahren fort:

Ⅰ. Periode

Euaristus (100‒109?).

Alexander Ⅰ. (109‒119?).

Sixtus Ⅰ. (119‒126?).

Telesphorus (126‒136?).

Hyginus (136‒140?).

Pius Ⅰ. (141‒157?).

Anicetus (157‒168?).

Soter (168‒176?).

Eleutherus (176‒189?).

Victor Ⅰ. (190‒202).

Zephyrinus (202‒217).

Callistus (Calixtus) Ⅰ. (217‒222).

Urban Ⅰ. (223‒230).

Pontianus (230‒235).

Anterus (235‒236).

Fabianus (236‒250).

Cornelius (251‒253).

Lucius Ⅰ. (253).

Stephan Ⅰ. (253‒257).

Sixtus II. (257‒258).

Dionysius (259‒269).

Felix Ⅰ. (269‒274).

Eutychianus (274‒283).

Gajus (283‒296).

Marcellinus (296‒304).

Marcellus Ⅰ. (307‒309).

Eusebius (310).

Melchiades (311‒314).

Ⅱ. Periode

Sylvester Ⅰ. (314‒335).

Markus (336).

Julius Ⅰ. (336‒352).

Liberius (352‒366).

[Felix Ⅱ. (355‒358).]

Damasus Ⅰ. (366‒384).

Siricius (384‒398).

Anastasius Ⅰ. (398‒402).

Innocenz Ⅰ. (402‒417).

Zosimus (417‒418).

Bonifacius Ⅰ. (418‒422).

Cölestin Ⅰ. (422‒432).

Sixtus Ⅲ. (432‒440).

Leo Ⅰ. (440‒461).

Hilarius (461‒468).

Simplicius (468‒483).

Felix Ⅲ. (483‒492).

Gelasius Ⅰ. (492‒496).

Anastasius Ⅱ. (496‒498).

Symmachus (498‒514).

Hormisdas (514‒523).

Johann Ⅰ. (523‒526).

Felix Ⅳ. (526‒530).

Bonifacius Ⅱ. (530‒532).

Johann Ⅱ. (532‒535).

Agapetus Ⅰ. (535‒536).

Sylverius (536‒537).

Vigilius (537‒555).

Pelagius Ⅰ. (555‒560).

Johann Ⅲ. (560‒573).

Benedikt Ⅰ. (574‒578).

Pelagius Ⅱ. (578‒590).

Gregor Ⅰ. (590‒604).

Ⅲ. Periode

Sabinianus (604‒606).

Bonifacius Ⅲ. (607).

Bonifacius Ⅳ. (608‒615).

Deusdedit (615‒618).

Bonifacius Ⅴ. (619‒625).

Honorius Ⅰ. (625‒633).

Severinus (640).

Johann Ⅳ. (640‒642).

Theodor Ⅰ. (642‒649).

Martin Ⅰ. (649‒653).

Eugen Ⅰ. (654‒657).

Vitalian (657‒672).

Adeodatus (672‒676).

Domnus (676‒678).

Agatho (678‒682).

Leo Ⅱ. (682‒683).

Benedikt Ⅱ. (683‒685).

Johann Ⅴ. (685‒86).

Conon (686‒687).

Sergius Ⅰ. (687‒701).

Johann Ⅵ. (701‒705).

Johann Ⅶ. (705‒707).

Sisinnius (708).

Konstantin Ⅰ. (708‒715).

Gregor Ⅱ. (715‒731).

Gregor Ⅲ. (731‒741).

Zacharias (741‒752).

Stephan Ⅱ. (752).

Stephan Ⅲ. (752‒757).

Paul Ⅰ. (757‒767).

Konstantin Ⅱ. (767‒768).

Philippus (768).

Stephan Ⅳ. (768‒772).

Hadrian Ⅰ. (772‒795).

Leo Ⅲ. (795‒816).

Stephan Ⅴ. (816‒817).

Paschalis Ⅰ. (817‒82^).

Eugen Ⅱ. (824‒827).

Valentin (827).

Gregor Ⅳ. (827‒844).

Sergius Ⅱ. (844‒847).

Leo Ⅳ. (847‒355).

Benedikt Ⅲ. (855‒853).

Ⅳ Periode.

Nikolaus Ⅰ. (858‒867).

Hadrian Ⅱ. (867‒872).

Johann Ⅷ. (872‒882).

Marinus Ⅰ. oder Martin Ⅱ. (882‒884).

Hadrian Ⅲ. (882‒885).

Stephan Ⅵ. (885‒891).

Formosus (891‒896).

Bonifacius Ⅵ. (896).

Stephan Ⅶ. (896‒897).

Romanus (897).

Theodor Ⅱ. (897).

Johann Ⅸ. (898‒900).

Benedikt Ⅳ. (900‒903).

Leo Ⅴ. (903).

Christophorus (903‒904).

Sergius Ⅲ. (904‒911).

Anastasius Ⅲ. (911‒913).

Lando (913‒914).

Johann Ⅹ. (914‒928).

Leo Ⅵ. (928‒929).

Stephan Ⅷ. (929‒931).

Johann Ⅺ. (931‒936).

Leo Ⅶ. (936‒939).

Stephan Ⅸ. (939‒942).

Marinus Ⅱ. oder Martin Ⅲ. (942‒946).

Agapetus Ⅱ. (946‒955).

Johann Ⅻ. (955‒963).

Leo Ⅷ. (963‒965).

Benedikt Ⅴ (964).

Johann ⅩⅢ. (965‒972).

Benedikt Ⅵ. (972‒974).

Benedikt Ⅶ. (974‒983).

Johann ⅩⅣ. (983‒984).

Bonifacius Ⅶ. (984‒985).