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Pappelpomade – Pappus
Pappelpomade, s. Pappelsalbe.
Pappelrose, s. Althaea und Lavatera.
Pappelsalbe, Pappelpomade (Unguentum Populi), früher als zerteilendes Mittel gebrauchte grünliche Salbe, durch Digestion der zerquetschten frischen Pappelknospen mit Schweinefett bereitet.
Pappelschwärmer (Smerinthus populi L.), ein nicht seltener deutscher Schmetterling aus der Familie der Schwärmer (s. d.), von 72 bis 95 mm Spannbreite, mit gezähnten aschgrauen, undeutlich gebänderten Vorder- und grauen, im Wurzelteil rotbraunen Hinterflügeln. Die grüne, mit gelben, schrägen Seitenstreifen und gelbem Schwanzhorn versehene Raupe lebt vom Juli bis Oktober auf Laubbäumen, besonders Pappeln, seltener Weiden; die schwarze Puppe giebt im nächsten Mai oder Juni den Falter.
Pappelwolllaus, s. Wollläuse.
Pappenheim, Stadt im Bezirksamt Weißenburg des bayr. Reg.-Bez. Mittelfranken, Hauptstadt der gräfl. Standesherrschaft P., an der Altmühl und der Linie München-Bamberg der Bayr. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Eichstätt) und einer gräfl. Domänenkanzlei, hatte 1890: 1748, 1895: 1625 E., darunter 201 Katholiken und 25 Israeliten, Postespedition, Telegraph, evang. und kath. Kirche, zwei gräfl. Pappenheimsche Schlösser, Wasserleitung; zwei Brauereien. P. wird als Luftkurort besucht. Auf einer Höhe die Ruinen der Stammburg der Grafen von Pappenheim mit einem Römerturm (30 m).
Pappenheim, uraltes schwäb. Adelsgeschlecht, früher Herren von Calatin genannt, nahmen im 12. Jahrh. den Namen Babbenheim an nach der von Heinrich Ⅰ. von Calatin 1031 erbauten Burg gleichen Namens. Seit Heinrich Ⅰ. hatte die Familie das Marschallamt bei den schwäb. und allen folgenden Kaisern bis 1800. Das Haus teilte sich 1439 in fünf Linien, die gräfenthalsche, algöwsche, treutlingische, stülingsche und aletzheimische Linie. Die vier erstern sind erloschen. Aus der treutlingischen Linie wurde namentlich Graf Gottfried Heinrich zu Pappenheim (s. d.) berühmt, unter dem die Familie 1628 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Mit seinem Sohne Wolfgang Adam von P., der 1647 im Zweikampf fiel, erlosch diese Linie.
Die Aletzheimer Linie zerfiel früher in die katholische, von Wolfgang Philipp stammende und mit dessen viertem Sohne 1690 erloschene Linie und in die protestantische, aus der durch Graf Joh. Friedr. Ferd. von P., gest. 13. Aug. 1792, abermals eine katholische entstand, die jedoch schon mit dessen zweitem Sohn 1808 wieder erlosch, so daß nur noch der prot. Zweig fortblüht. Diesem gehörte an Graf Karl Theodor Friedrich zu P., geb. 17. März 1771; er kämpfte als Wurmsers und Bellegardes Adjutant im Türkenkriege, wohnte den drei Feldzügen der ersten Koalition gegen Frankreich bei, focht 1793 bei Câteau-Cambrésis, 1794 bei Charleroi und Fleurus, ward bei Landrecy verwundet und nahm hierauf seine Entlassung. Nach seiner Mediatisierung nahm er bayr. Dienste, verteidigte mit einer Infanteriebrigade 30. Okt. 1813 die Kinzigbrücke während der Schlacht bei Hanau und war 1814 unter Wrede bei der Belagerung von Hüningen und Schlettstadt thätig. Nachdem er dem Wiener Kongreß beigewohnt hatte, ward er 1815 bei der Reorganisation der bayr. Armee, später zu diplomat. Sendungen verwendet. Er starb 29. Aug. 1853 zu München als bayr. Reichsrat und Generalfeldzeugmeister. Er war in kinderloser Ehe mit einer Tochter des Fürsten von Hardenberg vermählt. – Ihm folgte sein Bruder Albert, der 1796 Heidelberg gegen die Franzosen verteidigte. – Sein zweiter Enkel, Graf Ludwig von P. (geb. 10. März 1862), ist das gegenwärtige Haupt der Familie. Sie besitzt die Grafschaft P. (190 qkm) im bayr. Kreise Mittelfranken, die reichsunmittelbar war, zu dem schwäb. reichsritterschaftlichen Kanton Kocher gehörte und unter bayr. Hoheit kam. Für den Verlust des Reichserbmarschallamtes sollte das Geschlecht zufolge Beschlusses des Wiener Kongresses durch einen Landbezirk mit 9000 E. im ehemaligen Saardepartement unter preuß. Hoheit entschädigt werden; der König von Preußen übernahm im Pariser Frieden von 1815 diese Entschädigung, die aber dann in eine Summe Geldes verwandelt wurde. Der König von Bayern bewilligte 1818 dem Haupt der Familie erblichen Sitz und Stimme in der Kammer der Reichsräte, 1831 dem jedesmaligen Stammhaupte das Prädikat Erlaucht. ^[Spaltenwechsel]
Pappenheim, Gottfr. Heinr., Graf zu, kaiserl. Reitergeneral im Dreißigjährigen Kriege, geb. 29. Mai 1594 zu Pappenheim a. d. Altmühl, besuchte die Hochschulen zu Altdorf und Tübingen, trat nach großen Reisen in seinem 20. Jahre zur kath. Kirche über, diente unter König Sigismund in Polen, dann in Deutschland unter dem Haupt der kath. Liga, dem Kurfürsten Maximilian Ⅰ. von Bayern. An der Spitze der bayr. Reiterei zeichnete er sich in der Schlacht am Weißen Berge 1620 durch seinen ungestümen Mut aus, trug viel zur Entscheidung des Tages bei und wurde selbst schwer verwundet. 1623 vom Kaiser zum Chef eines Regiments Kürassiere, der berühmten Pappenheimer, ernannt, kämpfte er 1623‒25 mit den verbündeten Spaniern in der Lombardei und schlug 1626 den in Oberösterreich um der Glaubensfreiheit willen entstandenen Bauernaufstand durch die Treffen bei Efferdingen, Gmunden, Vöcklabruck und Wolfsegg nieder. 1627 durchzog er im Niedersächsischen Krieg das nördl. Deutschland und half Tilly den Dänenkönig Christian Ⅳ. besiegen. Er hatte 1631 den vorzüglichsten Anteil an der Erstürmung Magdeburgs; in der Schlacht bei Breitenfeld zwang sein voreiliger ungestümer Angriff auf den rechten schwed. Flügel, der obendrein abgeschlagen wurde, den zögernden Tilly zum Vorrücken, worauf der Tag mit einer vernichtenden Niederlage endete. P. entsetzte hierauf das von Banér belagerte Magdeburg und focht mit Glück am Niederrhein und in Westfalen. Nach Tillys Tode mit Wallenstein vereinigt, half er ihm Leipzig erobern. Er war auf dem Wege nach dem Niederrhein, um den Spaniern zu Hilfe zu eilen, als er von Wallenstein nach Lützen zur Teilnahme an der bevorstehenden Schlacht gegen Gustav Adolf gerufen wurde. P. erschien mit 8000 Reitern in dem Augenblick auf dem Schlachtfelde, als der Sieg sich den Schweden zuneigte. Voll Begierde, Gustav Adolf selbst im Kampf zu begegnen, stürzte er sich in das dichteste Gewühl und stellte das Treffen wieder her. Er selbst wurde dabei tödlich verwundet und verschied 17. Nov. 1632 in der Pleißenburg zu Leipzig. – Vgl. Heß, Gottfried Heinrich, Graf zu P. (Lpz. 1855).
Pappenkreisschere, s. Buchbinderei.
Pappenmaschine, s. Papier.
Pappschere, s. Buchbinderei.
Pappus (botan.), s. Kompositen.