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Sandsteingebirge – Sandwichinseln
nen rundlichen oder eckigen Quarzkörnern besteht. Je nach der Verschiedenheit des Bindemittels unterscheidet man thonigen, mergeligen u. s. w. S.; vielfach finden sich auch kleine Glimmerschüppchen darin. Alle diese nach ihrem Bindemittel verschiedenen S. können überdies ungleich gefärbt sein durch verschiedene Mengen und Oxydationsstufen des beigemengten Eisens, durch kohlige Teilchen, Grünerdekörnchen u. s. w. Unter dem Mikroskop finden sich in manchen S. vereinzelte Partikel von Zirkon, Rutil, Pyroxen, Titanit, Feldspat, Apatit, Epidot u. s. w. Als größere accessorische Bestandmassen erscheinen Drusen von Kalkspat- und Quarzkrystallen, Konkretionen von Brauneisenstein, Hornstein, Feuerstein, Phosphorit, Schwerspat, Nester von Thon, Knollen von Eisenkies, Bohnerz, Bernstein, Imprägnationen von Bleiglanz und Kupfererzen. Eine besondere Art des S. ist die Arkose (s. d.). Die S. entstehen durch Verkittung und Festwerden loser Sandanhäufungen, gehören durchaus zu den sedimentären Gesteinen und sind in der Regel deutlich geschichtet, aber meist nicht sonderlich reich an Petrefakten. Sie nehmen einen sehr wesentlichen Anteil an der Zusammensetzung sehr vieler Sedimentärformationen, in welchem Falle sie dann oft besondere Formationsbenennungen erhalten haben, wie z. B. Grauwackensandstein, Kohlensandstein, alter roter S., Buntsandstein, Keupersandstein, Grün- oder Quadersandstein, Molassensandstein. Die feinkörnigen und festen Arten eignen sich vorzüglich als Bausteine, zu Bildhauerarbeiten u. s. w. Besonders zu nennen sind in dieser Hinsicht die Sollinger S. (s. Holzminden) und der Quadersandstein (s. d.). Über den elastischen S. s. Itakolumit, über den glaukonitischen s. Grünsand; über Gefrittete Sandsteine s. d.; über den Kieselsandstein (und krystallisierten S.) s. d. – Über künstlichen S. s. Steinmasse und Hydrosandstein.
Sandsteingebirge, Böhmisch-Sächsisches, s. Elbsandsteingebirge.
Sandstrahlgebläse oder Sandblasapparat, eine 1870 von Tilghman erfundene, auf dem Grundsatze der Strahlapparate (s. d.) beruhende Vorrichtung, welche dadurch mattierend oder schleifend auf das Arbeitsstück einwirkt, daß gegen die Oberfläche desselben Sand mit bedeutender Geschwindigkeit geschleudert wird. Zu diesem Zwecke wird ein Dampfstrahl oder ein von einem rotierenden Gebläse erzeugter Luftstrom durch einen Strahlapparat getrieben, in welchem der durch ein Rohr zugeführte Sand angesaugt wird. Bei andern Apparaten wird der Sand durch ein Wurfrad gegen die zu mattierende Fläche geschleudert. Die erste Anwendung fand das S. bei Glasgegenständen zur Erzeugung matter Figuren auf glänzendem Grund oder umgekehrt. Dabei werden die Stellen, welche glänzend bleiben sollen, mit einem Anstrich oder einer Schablone bedeckt. Bei überfangenen Gläsern kann an den unbedeckten Stellen der Überfang durch die Wirkung des Sandstromes entfernt werden, wodurch farbige Muster erzeugt werden. Jetzt dient es auch zum Bohren von Löchern in Gestein, ferner zum Putzen von Gußstücken, zum Schärfen stumpf gewordener Feilen.
Sanduhr, ein sehr altes Zeitmeßinstrument, bei welchem Sand aus einem Gefäß durch eine feine Öffnung in ein darunter befindliches zweites Gefäß läuft, wobei die Sandmenge so bemessen ist, daß zu ihrem Durchlaß durch die Öffnung die anzuzeigende Zeit nötig ist. Die bequemste Form ist die, daß beide durch eine enge Öffnung verbundenen gläsernen Gefäße ein geschlossenes Ganze bilden, welches umkehrbar ist und zum Schutze eine hölzerne Einfassung besitzt. Früher zur dauernden Zeitmessung benutzt, braucht man die S. heute noch zur Messung von Zeitabschnitten, z. B. auf Kanzeln, in Billardzimmern, in Küchen beim Eierkochen sowie auf See zur Bestimmung der Schiffsgeschwindigkeit mit dem Log (s. d. und die dabeistehende Abbildung d). ^[Spaltenwechsel]
Sandusky (spr. ßänndößkĭ), Hauptstadt des County Erie im nordamerik. Staate Ohio, an der Mündung des Sandusky-River in die Sandusky-Bai des Eriesees, Kreuzungspunkt mehrerer Bahnen, zählte (1890) 18471 E. Die Bai, 32 km lang, 8 km breit und 4 m tief, bildet einen ausgezeichneten Hafen. S. ist bedeutender Markt für Wein, Obst und Fische (gefroren und gesalzen), hat Handel mit Getreide, Holz, Herstellung von Fässern, Holzwaren, Brauerei, Waggon-, Dünger-, Werkzeug-, Essig- und andere Fabrikation.
Sandviper (Vipera ammodytes Dum. et Bibr.), die gefährlichste der europ. Giftschlangen, wird bis 95 cm lang und besitzt eine weiche, hornartig aufwärts gekrümmte Verlängerung der Schnauzenspitze. Sie lebt hauptsächlich in Südeuropa, geht aber auch bis Tirol.
Sandwespen (Ammophila Ky.), Gattung der Grabwespen, deren schlank gebaute, 1,5‒3 cm lange Arten bis auf die rote Vorderhälfte des Hinterleibs schwarz gefärbt sind. Die Weibchen legen ihre Nester in sandigem Boden an und versorgen jede Larve mit einer größern nackten Schmetterlingsraupe. Hierher gehört die gemeine Sandwespe (Ammophila sabulosa L., s. Tafel: Insekten Ⅱ, Fig. 4).
Sandwich (spr. ßänndwĭtsch), Municipalborough in der engl. Grafschaft Kent, einer der Cinque Ports (s. d.), jetzt 3 km vom Meer entfernt, an der South-Easternbahn, zählt (1891) 2796 E., hat eine Kirche (St. Clemens) aus angelsächs. Zeit, ein Hospital zu St. Thomas von 1392 und schöne Promenaden an Stelle der alten Stadtmauern.
Sandwiches (engl., spr. ßänndwĭtschĕs), belegte Butterbrote. – Sandwichmen, Plakatträger, die mit auf der Brust und auf dem Rücken befestigten Geschäftsanzeigen durch die Straßen ziehen.
Sandwichgans (spr. ßänndwĭtsch-), Meergans, s. Bernicla.
Sandwichhafen (spr. ßänndwĭtsch-), s. Deutsch-Südwestafrika (Bd. 5, S. 224 b).
Sandwichinseln (spr. ßänndwĭtsch-) oder Hawaii-Inseln, eine zu Polynesien gehörige Inselgruppe im nordöstl. Teile des Stillen Oceans, zwischen 154° 30’ und 161° westl. L. von Greenwich und zwischen 18° 50′ und 22° 30′ nördl. Br. gelegen, bestehend aus 8 größern bewohnten Inseln und 13 nordwestlich davon gelegenen öden Inselchen, im Gesamtumfang von 16946 qkm. (S. Nebenkarte auf Karte: Oceanien.)
Die Inseln gehören zur Klasse der hohen Inseln, sind vulkanischer Natur, enthalten noch thätige Vulkane, namentlich auf Hawaii den Mauna-Loa und den Kilauea mit seinem riesigen Krater, und werden von hohen Gebirgen bedeckt, die auf Hawaii im Mauna-Kea bis zu 4253 m Höhe ansteigen. Fruchtbar und gut bewässert, bilden sie die reizendste Gruppe Polynesiens. Die Küsten sind meist steil, aber bis auf eine Ausnahme ohne Dammriffe weshalb gute Häfen selten. Das Klima ist sehr ange- ^[folgende Seite]