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Clamart – Clap.
der slawisch-feudalklerikalen Partei und einer der Urheber der «Abstinenz»-Politik der Czechen, die diese erst 1879 aufgaben. In Landtag und Reichsrat zurückgekehrt, wurde C. wieder an die Spitze der Partei gestellt und wirkte seitdem als Generalreferent des Budgets. Er starb 5. Juni 1887 in Prag. – Sein jüngerer Bruder Richard, geb. 12. März 1832, wurde 1879 auch vom böhm. Großgrundbesitze in den Reichsrat entsendet, wo er zu den Stimmführern der Feudalen gehörte. Er war 1882‒88 erster Vicepräsident des österr. Abgeordnetenhauses und wurde 1889 in das Herrenhaus berufen. Er starb 15. Nov. 1891 auf Schloß Smečna bei Schlan. Sein Sohn, Graf Heinrich von Clam-Martinicz, geb. 1. Jan. 1863, ist jetzt das Haupt dieser Linie.
Die jüngere Linie, Clam-Gallas, wurde von einem Bruder des Ahnherrn der Grafen Clam-Martinicz begründet. Sein Sohn, Graf Christian Philipp von C., dem 1757 die umfangreichen Besitzungen (Reichenberg, Friedland u. s. w. in Böhmen) des letzten Grafen von Campo-Gallas zufielen, nahm 1768 den Namen Clam-Gallas an. Er hinterließ das Erbe seinem Sohne, Graf Christian Christoph von Clam-Gallas, geb. 1. Sept. 1771, der als k. k. Geheimrat und Oberst-Erblandmarschall des Königreichs Böhmen 21. Aug. 1838 starb. Dessen Sohn war Graf Eduard von Clam-Gallas (s. d.). Des letztern Gemahlin Chlotilde, geborene Gräfin von Dietrichstein, vermählt 28. April 1850, ist Erbherrin der vormals fürstl. Dietrichsteinschen Herrschaften. Beider Sohn, Graf Franz Clam-Gallas, geb. 26. Juli 1854, k. k. Kämmerer, ist der jetzige Vertreter dieser Linie.
Clamart (spr. klamahr), Dorf mit (1891) 5491 E., im Kanton und Arrondissement Sceaux des franz. Depart. Seine, an der Linie Paris-Versailles der Franz. Westbahn, auf dem von Sceaux nach Sèvres streichenden Höhenzuge über den Pariser Forts Issy und Vanves. Bei Beginn der Einschließung von Paris 19. Sept. 1870 von den Deutschen besetzt, wurden auf den Höhen von C. die zu der Beschießung der westl. Forts der Südfront und des südwestl. Teils der Stadt bestimmten Belagerungsbatterien errichtet. Gegenwärtig liegen die Höhen von C. innerhalb des neuen Pariser Befestigungsgürtels.
Clamatōres, Schreivögel, eine Vogelordnung der ältern Systematik.
Clamecy (spr. klam’ßih). 1) Arrondissement des franz. Depart. Nièvre, hat 1467,04 qkm, (1891) 66281 E., 93 Gemeinden und zerfällt in die 6 Kantone Brinon (232,27 qkm, 8897 E.), C. (206,16 qkm, 12591 E.), Corbigny (274,54 qkm, 12231 E.), Lormes (296,01 qkm, 12577 E.), Tannay (196,47 qkm, 7908 E.), Varzy (261,59 qkm, 12077 E.). – 2) Hauptstadt des Arrondissements C., 73 km nordöstlich von Nevers, in 146 m Höhe und am Abhange des Beaumont (275 m), an der Mündung des Beuvron in die Yonne, am Kanal von Nivernais und an den Linien Laroche-Auxerre-C.-Nevers, Triguères-C. (81 km) und C.-Cercy-la-Tour (85 km) der Franz. Mittelmeerbahn, ist ein alter, schlecht gebauter Ort, mit steilen, gewundenen Gassen, Sitz eines Gerichtshofs erster Instanz und eines Handelsgerichts, hat (1891) 4541, als Gemeinde 5318 E., Post, Telegraph, ein Collège, eine schöne Kirche, eine Bibliothek, Papier- und Lederfabrikation, Handel mit Holz und Kohlen.
Clam-Gallas, Eduard, Graf von, österr. General, der einzige Sohn des Grafen Christian Christoph von C., geb. 14. März 1805 zu Prag, trat 1823 in die österr. Armee und war 1846 bereits Generalmajor.Im Kriege von 1848 führte er in Italien eine Brigade mit Auszeichnung bei Sta. Lucia, Montanara und Vicenza; nach der Schlacht von Novara als Feldmarschalllieutenant zur ungar. Armee versetzt, befehligte er das siebenbürg. Armeekorps, mit welchem er die Verbindung mit den Russen unter Lüders herstellte und den unqar. General Bem bei Sepsi-St. György und Kaßon-Ujfalu schlug. Bei der Reorganisation der Armee erhielt er das 1. Armeekorps in Böhmen, wo er bis 1866 als Landeskommandierender blieb. 1859 kämpfte C. an der Spitze seines Korps bei Magenta und Solferino auf dem rechten Flügel der Armee und wurde nach dem Frieden zum General der Kavallerie befördert sowie 1861 zum lebenslänglichen Mitgliede des Herrenhauses ernannt, Im Kriege von 1866 erhielt er vom Oberfeldherrn Benedek den Auftrag, mit seinem Korps die sächs.-schles. Grenze zu decken. Hier stieß die sächs. Armee unter dem Kronprinzen Albert zu ihm. Nach den unglücklichen Gefechten bei Hühnerwasser und Podol, bei Münchengrätz und Gitschin wurde C. seines Kommandos enthoben und in kriegsgerichtliche Untersuchung gezogen, jedoch freigesprochen; auch hat er sich selbst in einer scharf gehaltenen Veröffentlichung verteidigt. Durch Erlaß vom 23. Okt. 1866 wurde C. auf seine Bitte verabschiedet; er starb 17. März 1891 in Wien, wo er zu dem konservativen, deutschen und verfassungstreuen Adel zählte. Als Eigentümer der einstmaligen Wallensteinschen Herrschaft Friedland und Reichenberg war C. einer der reichsten Großgrundbesitzer in Böhmen.
Clāmor (lat.), Geschrei; C. bellĭcus, Kriegsgeschrei.
Clan (kelt., spr. klänn), bedeutet eigentlich Kinder, Nachkommen, Familie, in den schott. Hochlanden soviel wie Stamm. Indem die Mitglieder eines C. den Häuptling als den Ältesten einer Familie betrachteten, der auch sie angehörten, dienten sie ihm nicht nur mit der Treue von Lehnsmännern, sondern auch mit der Liebe von Blutsverwandten. Seine Gewalt war daher mehr patriarchalischer als obrigkeitlicher Art. Nach dem Aufstande für die Stuarts von 1745 wurde die Clanverfassung von der engl. Regierung aufgehoben, und es ist jetzt wenig mehr von diesem Verhältnis übriggeblieben. Berühmte C. waren die der Campbells, Camerons, M’Donalds, M’Kenzies, M’Intoshs, M’Gregors. – Vgl. Johnston und Robertson, The historical geography of the Clans of Scotland (Lond. 1872).
Clanis, Fluß im Altertum, s. Chiana.
Clan-na-Gael (spr. klänn, d. h. die Söhne der Galen), eine geheime, 1870 in Amerika gegründete irische Gesellschaft, welche die Losreißung Irlands von dem Großbritannischen Gesamtreich erstrebt und auch vor den gewaltsamsten Mitteln nicht zurückschreckt. (S. Fenier.)
Clanwilliam (spr. klännwillĭämm), Division in der Nordwestprovinz der brit. Kapkolonie, hat im Sommer sehr heißes, im Winter ziemlich kaltes Klima, auf 15659 qkm (1891) 11586 E., darunter 4486 Weiße. Tiefsandige Wege erschweren den Verkehr. Der Hauptort C. liegt im fruchtbaren Thal des Olifantflusses und zählt 708 E.
Clap. hinter den lat. Namen niederer Tiere bedeutet Antoine René Edouard Claparède