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Coliidae – Coll’arco
wie es heißt durch Gift, starb. – Vgl. Marlet, Correspondance d’O. de C. (Par. 1885).
Coliĭdae, Mausvögel (s. d.).
Colīma. 1) Staat Mexikos, im N. und O. von Jalisco, im SO. von Michoacan, im SW. von dem Stillen Ocean begrenzt, hat mit den Revilla-Gigedo-Inseln nur 5418 qkm und (1892) 72591 E., d. i. 14 auf 1 qkm. Die Oberfläche ist längs der Küste eben, im Innern, besonders gegen die Nord- und Ostgrenze hin, gebirgig und zum Teil unzugänglich. Im NO. des Staates erhebt sich dicht neben dem Nevado de C. (4300 m) der zweigipfelige Vulkan Pico de C.; der erloschene Gipfel hat 4164 m, der oft thätige (1818, 1869, 1870‒81) 3866 m Höhe. Der Boden ist sehr fruchtbar, erzeugt Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Tabak, Kakao und enthält Silber, Eisen, Kupfer und Blei. Die Bewohner sind meist Nahuatl sprechende Indianer. Den Haupterwerbszweig bilden Landwirtschaft und Gewinnung von Seesalz. – Im Revolutionskriege trennte sich C. von der Intendanz Guadalajara, zu der es früher gehört hatte, und stellte sich, nach einigen vergeblichen Versuchen, einen selbständigen Staat zu bilden, unmittelbar unter die Bundesregierung. – 2) Hauptstadt des Staates C., in 450 m Höhe, 65 km vom Meere entfernt, an dem kleinen Flüßchen C., hat 25124 E., gesundes Klima, schöne freie Plätze und Handel. An der Küste liegt Puerto de C. oder Manzanillo, ein ziemlich guter, auch großen Schiffen zugänglicher Hafen, Anlegeplatz für zwei amerik. Dampferlinien und durch Eisenbahn mit C. verbunden. Der Ort wurde 27. Okt. 1881 durch Orkan fast gänzlich zerstört.
Cölīn, soviel wie Cörulëum.
Colinhuhn, virgin. Wachtel, s. Baumhühner.
Colins, Alexander, niederländ. Bildhauer, geb. 1526 zu Mecheln, gest. 17. Aug. 1612, wurde, nachdem er 1558 die bildnerische Ausschmückung des Otto-Heinrichsbaues in Heidelberg vollendet hatte, 1563 von Kaiser Ferdinand Ⅰ. nach Innsbruck berufen, wo er die Reliefs am Grabmal Maximilians Ⅰ. in der Hofkirche mit vollendeter Meisterschaft ausführte. Er wurde dann Hofbildhauer Ferdinands Ⅰ. und dessen Sohnes, des Erzherzogs Ferdinand von Tirol. Letzterer ließ sich noch bei Lebzeiten ein schönes Grabmal von ihm anfertigen in der sog. Silbernen Kapelle der Hofkirche; es zeigt das marmorne lebensgroße Bild des Fürsten auf einem Trauergerüst von gelblichem Marmor. C. vollendete später noch viele andere vorzügliche Grabmonumente. So das Denkmal von Philippine Welser (gest. 1580), Ferdinands erster Gemahlin, ebenfalls in der Silbernen Kapelle, den Grabstein mit dem lebensgroßen Bilde des Bischofs Nas (in der Hauptkirche). Endlich ordnete er seinen eigenen Grabstein auf dem Friedhof zu Innsbruck an, mit einem Basrelief, das die Erweckung des Lazarus darstellt und wahrscheinlich von einem seiner Söhne ausgearbeitet wurde. Von C. rühren auch manche Werke der Kleinkunst in Holz und Elfenbein her, von denen die Ambraser Sammlung in Wien Bedeutendes enthält. – Vgl. von Schönherr, A. C. und seine Werke (in den «Mitteilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses», Bd. 2, Heidelb. 1889).
Cöliocēle (grch.), Bauchbruch.
Colisēo (ital.), das Kolosseum (s. d.) in Rom.
Cölĭus, röm. Redner, s. Cälius.
Coelĭus mons, s. Caelius mons.
Coll, eine der südlichsten Hebrideninseln, zur schott. Grafschaft Argyll gehörig, 9 km im NW. von Mull, 20 km lang, bedeckt 77 qkm, hat (1881) 643 gaëlisch sprechende E., Fischerei und Landwirtschaft. An der Westseite liegt die Hauptansiedelung.
Colla (spr. kolja), Indianerstamm, s. Aymará.
Colla destra, auch nur destra (ergänze: mano), abgekürzt d. oder d. m. (ital.), in der Musik: mit der rechten (Hand).
Collalto, altes in Österreich begütertes Geschlecht. Als Ahnherr gilt Reimbalt Ⅰ., um die Mitte des 10. Jahrh., nach einer Überlieferung ein Graf von Hohenzollern. Den Namen eines Grafen von C. führte zuerst Reimbalt Ⅷ., der 1304 Markgraf von Ancona wurde und 1306 für sich und seine Nachkommen, die Trevisani, die venet. Patricierwürde erhielt. – Graf Anton Ⅳ. C. diente erst Emanuel Philibert von Savoyen, dann Kaiser Maximilian Ⅱ., unter dem er Geheimrat, Hofkriegsrat und Feldmarschall wurde, bis er 1589 von der Venetianischen Republik zum Generalissimus erwählt ward. Er starb nach 1619. – Graf Reimbalt ⅩⅢ. von C., des vorigen ältester Sohn, geb. 1575 zu Mantua, wurde zu Venedig erzogen. Von dort aus unbekannten Gründen verbannt, ging er nach Österreich und wurde um 1618 Oberst. 1619 von Ferdinand Ⅱ. an den ungar. Reichstag zu Neusohl abgeordnet, trat er Bethlen Gabor kräftig gegenüber. Bis 1624 nahm er an den Feldzügen des Dreißigjährigen Krieges Anteil und war 1624‒30 Präsident des Hofkriegsrats; unter ihm wurden die Holkschen Jäger errichtet (1629). Auch nahm C. 1629 als kaiserl. Prinzipal-Kommissarius und Generalissimus am Mantuanischen Erbfolgekriege gegen Karl von Gonzaga teil; doch erkrankte er zu Marignano, mußte seine Abberufung erbitten und starb auf der Rückreise 19. Dez. 1630 zu Chur. Durch Testament vom 8. April 1630 hatte er seine Güter in Mähren nebst anderm Vermögen mit der Bestimmung zu einem Familien-Fideikommiß vereinigt, daß es für den Fall des gänzlichen Abgangs des C.schen Geschlechts an die «ihm anverwandte» fürstl. Hohenzollernsche Familie fallen solle. Als C.s männliche Nachkommen 1707 ausstarben, fiel das Majorat an Vinciguerra Ⅴ., seinen Neffen, und als auch dessen Nachkommen 1780 erloschen, erbte die allein übrige Linie in der Person des Grafen Anton Octavian von C., gest. 29. Jan. 1793, die Besitzungen des Hauses. Sein ältester Sohn, Graf Odoardo (Eduard) Ⅲ. C., wurde 22. Nov. 1822 in den österr. Fürstenstand nach dem Rechte der Erstgeburt erhoben und starb 5. Febr. 1833. Dessen Urenkel, Emanuel von C., geb. 24. Dez. 1854, bekleidet seit dem Tode seines Vaters, des Fürsten Eduard von C., 24. März 1862, die fürstl. Würde und besitzt das Majorat.
Colla parte (ital., «mit der Hauptstimme») wird in der musikalischen Partitur bei Nebenstimmen gesagt, wenn sie mit den Hauptstimmen dieselben Noten haben. Als Hauptstimme wird namentlich der Gesang angesehen, deshalb findet sich die Bezeichnung C. p. bei den begleitenden Instrumenten, sofern sie mit der Singstimme unisono gehen. In dem fugierten Chorgesange der frühern Zeit ist diese Weise der Begleitung sehr gebräuchlich. Oft bedeutet C. p. auch, daß die begleitenden Stimmen nicht im bisherigen Tempo fortspielen, sondern der die Stelle frei behandelnden Hauptstimme folgen sollen.
Colla piscĭum, Hausenblase (s. d.).
Collapsus (lat.), s. Kollaps.
Coll’ arco (ital., «mit dem Bogen») wird in der Musik bei Bogeninstrumenten gesagt, wenn Noten
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