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Collot d’Herbois – Colmar (im Elsaß)
sienstadt eine Brigade und war bei Unterdrückung des Aufstandes zu Prag thätig. Im Okt. 1848 nahm er an der Einschließung Wiens teil, machte dann den ungar. Feldzug mit und wurde zum Feldmarschalllieutenant ernannt. Nach diesem Feldzuge erhielt er 1850 den Oberbefehl über das 2. Armeekorps und starb 29. Mai 1852 in Gräfenberg in Schlesien. – Sein Erbe und Nachfolger im Familienfideikommiß ist Joseph Franz Hieronymus, Fürst von C., ein Sohn des Grafen Ferdinand, geb. 26. Febr. 1813. Er diente zuerst in der Armee bis zum Major, war seit 1859 viele Jahre hindurch Präsident des Patriotischen Hilfsvereins, 1861‒67 Landmarschall von Niederösterreich, 1868‒69 Präsident des Herrenhauses. Er gehört der deutsch-österr. verfassungstreuen Partei an. Sein ältester Sohn, Graf Hieronymus, geb. 20. Juli 1842, diente 1859‒65 in der Armee, wurde 1871 von dem verfassungstreuen Großgrundbesitz in den böhm. Landtag gewählt und übernahm 19. Mai 1875 im Ministerium Auersperg das Portefeuille des Ackerbaues, trat 12. Aug. 1879 aus dem Kabinett und zur Opposition über. Er starb 29. Juli 1881.
Collot d’Herbois (spr. kollo derbŏá), Jean Marie, franz. Revolutionär, geb. um 1750 zu Paris, durchzog als Schauspieler Frankreich, Holland, Belgien und kam nach Genf, die Verwaltung des Theaters zu übernehmen. Beim Ausbruch der Revolution eilte er nach Paris und that sich als leidenschaftlicher Straßenredner hervor. Seine Broschüre «Almanac du Père Gérard» (1792) verschaffte ihm vom Jakobinerklub einen Preis. Während der Ereignisse vom 10. Aug. 1792 drängte er sich in den Pariser Gemeinderat ein, bereitete die Septembermorde mit vor und wurde in den Konvent gewählt. Bei dessen Eröffnung trug er zuerst auf Einführung der Republik an, und verlangte einen Monat später die Todesstrafe für die Emigranten. Auch den Prozeß des Königs hatte er beantragt und gab sein Votum auf Tod ohne Aufschub. Am 13. Juni 1793 wurde er für seine Beihilfe zum Siege der Jakobiner über die Gironde Präsident des Konvents und kam im September desselben Jahres in den Wohlfahrtsausschuß. Nach der Einnahme von Lyon schickte ihn Robespierre mit Fouché Nov. 1793 als Richter in diese Stadt. Als Schauspieler war C. hier einst ausgepfiffen worden. Jetzt fand er Gelegenheit, dafür Vergeltung zu üben durch die Massenhinrichtungen, die ihm den Beinamen des Mitrailleurs und sogar eine Anklage seitens der Stadt im Konvent einbrachten. Doch hielt er sich gerade durch verdoppelten Terrorismus, den er auch gegen die Dantonisten wandte, aufrecht. Ein Attentat auf ihn 23. Mai 1794 erhöhte sein Ansehen noch mehr. Robespierre, dessen Neid erregt war, suchte ihn nun zu stürzen und drängte damit C. zu der Verschwörung, die am 9. Thermidor (27. Juli) Robespierre selbst verderblich wurde. Doch entging unter der folgenden Reaktion auch C. nicht der Strafe. Zuerst aus dem Konvent gestoßen, wurde er nach der Insurrektion vom 12. Germinal (1. April 1795) zur Deportation verurteilt. Man schaffte ihn nach Guayana, wo er 8. Jan. 1796 starb.
Coll’ottāva (ital.) wird über die Noten gesetzt, wenn beim Klavier die rechte Hand die obere Oktave dazu spielen soll; im Basse unter den Noten bedeutet es (auch (Coll’ ottava bassa), daß die linke Hand die untere Oktave dazu greifen muß.
Colman (spr. kohlmänn), George, engl. Lustspieldichter, geb. 28. April 1733 in Florenz, wo sein Vater engl. Resident war, studierte die Rechte, wandte sich aber bald der Dichtkunst zu. Gleich sein erstes Lustspiel «Polly Honeycomb» (1760) fand Beifall, noch mehr gefiel «The jealous wife» (1761 aufgeführt), das auf Fieldings «Tom Jones» gegründet ist. C. übernahm 1768 die Leitung des Coventgarden-, 1777 die des Haymarket-Theaters. Gegen Ende seines Lebens ward er wahnsinnig und starb 14. Aug. 1794 im Irrenhause. Man hat von ihm 35 Theaterstücke, die meist das Leben treu nachzeichnen (darunter «Clandestine marriage», 1766, mit Garrick verfaßt), eine Übersetzung der «Ars poetica» des Horaz (1783) und eine metrische Übersetzung des Terenz (Lond. 1765), wovon «The Phormio» 1891 neu erschien. C.s «Dramatic works» erschienen 1777 (ebd., 4 Bde.), «Miscellaneous works» 1787 (3 Bde.). – George C. der Jüngere, Sohn des vorigen, geb. 21. Okt. 1762, besuchte die Westminsterschule und die Universitäten Oxford und Aberdeen. Er starb 26. Okt. 1836 in London. Sein erstes Theaterstück, «The female dramatist», eine Posse mit Gesang, fiel durch. Bessern Erfolg hatte ein zweites «Two to one» (1784). Als vertretender Leiter des Haymarket-Theaters schrieb er für dieses eine Reihe von Stücken, die sich, fast durchgängig mit Beifall aufgenommen, zum Teil auf dem Repertoire erhalten haben. Hierher gehören: das Lustspiel «Ways and means» (1788), «The Mountaineers» (1794), «The iron chest» (1796), nach Godwins «Caleb Williams» bearbeitet, «The heir at law» (1797); die Oper «Bluebeard» (1798), von Kelly komponiert; die trefflichen Lustspiele «The poor gentleman» (1802) und «John Bull» (1805); ferner «The Africans» (1808), «The law of Java» (1822) u. a. Auch schrieb C. poet. Burlesken und Memoiren («Random records», Lond. 1830). – Vgl. Peake, Memoirs of the C. family, including their correspondence with the most distinguished personages of their time (2 Bde., Lond. 1841).
Colman (spr. kohlmänn), Samuel, amerik. Maler, geb. 1833 zu Portland (Maine), bildete sich zunächst als Autodidakt, dann unter A. B. Durand in Neuyork, besuchte 1860‒62 Europa und machte Studien in Paris und Rom. Nach der Heimkehr wurde er Mitglied der Akademie in Neuyork (1862) und gründete die Amerikanische Gesellschaft der Aquarellisten (1866), deren Vorsitzender er bis 1871 war. C. ist hauptsächlich Landschaftsmaler. Von seinen Gemälden sind hervorzuheben: Der Hudson, Der Georgsee, Hafen von Sevilla, Andernach am Rhein, Straßenscene in Caen, Partie aus den Adirondacs (1870), Boote zur Ebbezeit in Antwerpen, Nachmittag im Hafen von Algier (1877), Gibraltar, Nebel in Venedig, und die Aquarellbilder: Cordova, Spanisches Stiergefecht, Ansicht von Rom, Venedig, Kathedrale in Durham, Kathedrale zu Quimper in der Bretagne.
Colmar. 1) Kreis im Bezirk Oberelsaß, hat 663,49 qkm, (1890) 85489 (42800 männl., 42689 weibl.) E., darunter 3937 Militärpersonen, in 62 Gemeinden und zerfällt in die 5 Kantone Andolsheim, C., Münster, Neubreisach, Winzenheim.
2) Hauptstadt des Bezirks Oberelsaß, des Kreises C. und des Kantons C. (91,18 qkm, 2 Gemeinden, 31795 [16098 männl., 15697 weibl.] E.), 16 km westlich vom Rhein, an der Lauch, die hier den von der Fecht abgeleiteten Logelbach aufnimmt, mit dem Rhein-Rhône-Kanal durch einen Zweigkanal (s. Colmarer Zweigkanal) verbunden, am Fuße des Was- ^[folgende Seite]
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